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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Pflanze » Mais » Maiswurzelbohrer Hessen ]
Freitag, 25.05.2012
Mais | 05.09.2011 Redaktion agrarheute.com

Maiswurzelbohrer: Erstmals in Hessen aufgetreten

Gießen - Erstmals wurden in Hessen der Westliche Maiswurzelbohrer gefunden. Momentan setzt der Pflanzenschutzdienst darauf, den Quaratäneschädling auszurotten.
Erstmals wurden im Rahmen eines Monitorings Käfer in einer Falle in Hessen gefunden. © Landwirtschaftskammer NRW
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Erstmals wurden im Rahmen eines Monitorings Käfer in einer Falle in Hessen gefunden.
© Landwirtschaftskammer NRW
Ende August 2011 wurde in Hessen das erste Auftreten des Westlichen Maiswurzelbohrers durch Mitarbeiter des Pflanzenschutzdienstes festgestellt. Auf einem Betrieb in der Gemeinde Groß-Gerau Wallerstädten wurden im Rahmen des Monitorings in einer Falle innerhalb von zwei bis drei Tagen 50 Käfer gefunden. Eine genaue Zahl der gefundenen Käfer wird erst am kommenden Mittwoch, wo auch eine Informationsveranstaltung für die Landwirte der Umgebung stattfindet, bekannt. Schäden im Bestand wurden bislang noch keine festgestellt, berichtet Wolfgang Willig vom Pflanzenschutzdienst Gießen.

Ziel ist den Schädling auszurotten

Da dieser Käfer weltweit ein sehr bedeutender Maisschädling ist, hat die Europäische Union ihn als Quarantäneschadorganismus eingestuft. Wird der Maiswurzelbohrer erstmals gefunden, sind EU-Vorschriften zu berücksichtigen. Mit dem Auftreten in Hessen werden daher jetzt Maßnahmen ergriffen, die im ersten Schritt eine Ausrottung des Schädlings zum Ziel haben. "Im Gegensatz zu Baden-Württemberg, wo das Aufkommen des Schädlings deutlich stärker ist, fahren wir im Moment noch eine Ausrottungsvariante", erklärt Wolfgang Willig gegenüber agrarheute.com.
 
Geschockt sind die betroffenen Landwirte laut Willig nicht: "Der Maiswurzelbohrer war in Baden-Württemberg und Hessen bereits da. Deshalb war es klar, dass er auch zu uns kommt. Wir müssen damit leben und dürfen den Befall nicht unter den Tisch kehren. Die Landwirte sind hier auch sehr kooperativ", erklärt der Experte.
 

Festlegen einer Befalls- und Sicherheitszone

Um den Befallsort wird eine Befallszone mit einem Radius von 2 Kilometern gezogen. Außerdem wird zusätzlich eine weitere Zone, die so genannte Sicherheitszone, mit einem Radius von 5 km um die Befallszone herum festgelegt. Innerhalb der Sicherheitszone wird der Quarantäneschädling nach Bestimmungen der EU bekämpft. "In der angrenzenden Sicherheitszone setzen wir auf einen Fruchtwechsel und den Verzicht auf Maisanbau", erklärt Wolfgang Willig.
 
Ein Großteil der Flächen des Landwirts Christoph Landau befinden sich in der betroffenen Region. Für seinen Milchviehbetrieb hat auch er Silomais angebaut. Dass die Landwirte erst sechs Tage nach dem Fund Bescheid bekommen haben ärgert Landau etwas. Für ihn bedeutet das Auftreten des Maiswurzelbohrers nun, den Mais aus der Sperrzone 1 so schnell es geht vom Feld zu bringen. In den nächsten beiden Jahren will er komplett auf einen Maisanbau im gesamten Sperrgebiet verzichten. "Zum Glück habe ich noch eine Fläche außerhalb, da werden wir dann in den nächsten Jahren verstärkt Mais anbauen", erzählt er agrarheute.com. Auf den Flächen in der betroffenen Zone will er auf Hirse umsteigen und hofft dabei, dass sein Vieh die Hirse frisst und die Milchleistung erhalten bleibt.
 

Regelungen für die Befallszone

  • Alle Maisbestände innerhalb der Befallszone werden unverzüglich durch einen Beauftragten des Regierungspräsidiums Gießen mit einem Insektizid gegen die Käfer behandelt. Bei Bedarf werden die Behandlungen bis zum 1. Oktober 2011 wiederholt, damit die Maisbestände befallsfrei bleiben.
  • Nicht vollständig abgereifte Maisbestände dürfen erst nach dem Stichtag 1. Oktober geerntet werden. Es gilt ein Verbringungsverbot für Grün- oder Silomais bis zum 1. Oktober.
  • Um eine Verschleppung von Eiern, die sich im Boden befinden, zu vermeiden, sind Maschinen und Geräte, die in der Befallszone auf Maisfeldern eingesetzt wurden, vor Verlassen dieser Zone vollständig von Erde und eventuel anhaftenden Maisrückständen zu reinigen.
  • In der gesamten Befallszone darf in den Jahren 2012 und 2013 kein Mais angebaut werden. Auf allen Flächen ist Maisdurchwuchs jeweils bis zum 15. Juni des Jahres zu vernichten.

Regelungen für die Sicherheitszone

  • Die Bekämpfung der Käfer, wie sie für die Befallszone beschrieben wurde, gilt auch für die Sicherheitszone.
  • In der Sicherheitszone ist eine Fruchtfolge einzuhalten, bei der Mais in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auf der selben Fläche jeweils nur einmal angebaut wird.
 
Die genauen Zonen im Bereich Groß Gerau Wallerstädten finden Sie auf der Flurkarte. mehr...
Fachbeitrag zum Thema:
Redaktion DLZ Volltreffer mit Reife-Index Maisernte
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Keywords Fruchtfolge | Fruchtwechsel | Groß Gerau Wallerstädten | Hessen | Maisschädling | Maiswurzelbohrer | Monitoring | Pflanzenschutzdienst | Quaratäneschädling | Westlicher Maiswurzelbohrer | Wolfgang Willig
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