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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Politik » Politik national » Backhaus MeLa ]
Freitag, 25.05.2012
Politik national | 04.09.2009

Mecklenburgs Landwirtschaftsminister Backhaus auf MeLa-Kongress

Güstrow - "Die Gewässerbelastung durch Landwirtschaft ist in Mecklenburg-Vorpommern gesunken", stellte Landwirtschaftsminister Till Backhaus heute auf dem MeLa-Kongress fest.

Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommern © Werkbild
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Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommern
© Werkbild
Im Mittelpunkt der Diskussion auf dem Kongress steht die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in Mecklenburg-Vorpommern. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist seit dem 22.12.2000 in Kraft. Ziel dieser gemeinsamen Gewässerschutzpolitik ist die Sicherung bzw. Entwicklung eines guten ökologischen und chemischen Zustandes der Oberflächengewässer sowie der Erhalt und die Entwicklung eines guten mengenmäßigen und chemischen Zustandes für das Grundwasser. Dazu musste bis Ende 2004 eine flächendeckende Bestandsaufnahme aller Gewässer abgeschlossen und bis Ende 2006 ein Gewässermonitoring installiert sein.

 

Bewirtschaftungspläne bis Ende 2009

Derzeit werden unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit die Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme verabschiedet. Dieser Prozess muss bis Ende 2009 abgeschlossen sein. "Der Schutz der natürlichen Wasserressourcen und ihre nachhaltige Bewirtschaftung ist eine verantwortungsvolle gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die alle Beteiligten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung fordert. Sauberes Wasser stellt nicht nur die Grundlage unserer Trinkwasserversorgung dar. Es ist auch Standortfaktor für die Land- und Forstwirtschaft, für Industrie und Fischerei", betont der Minister die Notwendigkeit einer konsequenten Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie.

Stickstoffbelastung geringer als in anderen Bundesländern

Die Ergebnisse der Bestandaufnahmen zeigen, dass neben dem Verkehr und der Siedlungswirtschaft auch die Landwirtschaft Verursacher der Stickstoffbelastung ist. "Dennoch ist diese Belastung in Mecklenburg-Vorpommern weit geringer als in anderen Bundesländern", erklärt Backhaus. So betrug im Jahr 2005 der Stickstoff- flächenbilanzüberschuss in Mecklenburg-Vorpommern 38 Kilogramm Stickstoff je Hektar landwirtschaftlicher Fläche (kg N/ha LF). Im Bundesdurchschnitt lag dieser Wert bei 71 kg N/ha LF.

Höchste Werte in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen waren die Werte mit 91 g N/ha LF bzw. 89 g N/ha LF am höchsten. Aber auch in Schleswig Holstein betrug der Wert 86 g N/ha LF. "Das zeigt, wir sind auf einem guten Weg. Aber wir haben punktuell auch Probleme. Vor allem auf Flächen, die durch Monokulturen und zu enger Fruchtfolge nährstoffmäßig einseitig belastet werden", so Backhaus. Er appellierte deshalb an die Landwirte, die Regeln der guten fachlichen Praxis konsequent einzuhalten. "Monokulturen von Raps und Mais über einen längeren Zeitrum schaden der Umwelt und sind nicht akzeptabel."

Landesregierung unterstützt Landwirte bei der Umsetzung

Die Landesregierung werde die Landwirte bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie nicht nur fachlich unterstützen, sondern auch mit entsprechenden Förderprogrammen. Schwerpunkt bilden Investitionen in eine effiziente und nachhaltige Landwirtschaft, die über das Agrarinvestitionsprogramm unterstützt werden. Darüber hinaus hat das Land im Rahmen der Agrarumweltprogramme in diesem Jahr zwei neue Erosionsminderungsrichtlinien aufgelegt, die mit ca. 23.700 Hektar eine gute Akzeptanz gefunden haben. Daneben werden die bereits bewährten Förderprogramme, wie der ökologischer Landbau und die naturschutzgerechte Grünlandnutzung, fortgesetzt. Das Moorschutzprogramm und die bereitgestellten Mittel für die Gewässerrenaturierung befördern ebenso die Umsetzung der WRRL.

Hohe Investitionen zur Verbesserung der Gewässerqualität

In diesem Zusammenhang verwies der Minister auf die gewaltigen Investitionen zur Verbesserung der Gewässerqualität. So wurden zwischen 2000 und 2008 in Mecklenburg-Vorpommern 70 Millionen Euro in die naturnahe Entwicklung von Gewässern 1. und 2. Ordnung sowie 21 Millionen Euro in die Restaurierung von Seen investiert. Bis 2013 stehen dafür nochmals über 70 Millionen Euro zur Verfügung. Auch die Erneuerung der Abwasseranlagen hat dazu geführt die Qualität des Grundwassers und der Oberflächengewässer zu verbessern. Für die Erneuerung der zentralen Abwasserbeseitigung wurden bis 2008 888 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt, zur Sanierung von Kleinkläranlagen 14,3 Millionen Euro.

Ausgangspunkt: Gute fachliche Praxis

Ausgangspunkt aller Anstrengungen in der Landwirtschaft sei auch weiterhin die Einhaltung der Grundanforderungen der guten fachlichen Praxis. "Wir werden die Fachberatung auf dem Gebiet des landwirtschaftlichen Wasserschutzes stärken", kündigte der Minister an. Gemeinsam mit den Landwirten wolle man detailliert die Ursachen der Gewässerbelastung in den noch vorhandenen Problemregionen ermitteln und Lösungsvorschläge zur Beseitigung von Schwachstellen aufzeigen. (LU)

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