Freitag, 25.05.2012
Deutsche Geflügelproduktion erreicht abermals Rekordwert
Bonn - Die Expansionstendenzen am deutschen Schlachtgeflügelmarkt hielten 2010 unvermindert an. Verbrauch und Produktion legten nochmals zu.
Die Nachfrage nach Putenfleisch ist derzeit hoch.
© Christian Mühlhausen / www.landpixel.de
Die
zwischen
MEG (Marktinfo Eier & Geflügel) und BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft
und Ernährung) abgestimmte Versorgungsbilanz für 2010 weist für
Geflügelfleisch eine Bruttoeigenerzeugung von 1.587,7 Millionen Tonnen aus. Damit wurde im vierten Jahr in Folge ein Rekordergebnis erreicht.
Von 2009 auf 2010 legte die Bruttoeigenerzeugung um 8,8 Prozent (%) zu, seit 2006 ergeben die
Berechnungen sogar ein Wachstum von 34,0 %.
Im gleichen Zeitraum legte der
Verbrauch um 14,4 % zu. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Geflügelfleisch erreichte im
vergangenem Jahr 19,3 kg, das waren nochmals 500 g mehr als 2009.
Export stieg, Import blieb hoch
Der Export von Geflügelfleisch gewann in den vergangenen Jahren an Bedeutung. 2010
exportierte Deutschland 683.100 Tonnen, das waren 11,9 % mehr als 2009 und 56,1 % mehr als
2006. Trotz dieser Steigerung dominieren mit 863.200 Tonnen weiterhin die Importe von
Geflügelfleisch, die von 2009 auf 2010 allerdings nur noch um 3,3 % wuchsen.
Der Selbstversorgungsgrad bezeichnet die Relation zwischen Verbrauch und
Bruttoeigenerzeugung, also der hierzulande gemästeten Tiere. Er lag 2010 bei 100,7 %,
obwohl die Importe an Fleisch die Exporte übertreffen. Das heißt, es werden hierzulande
genügend Tiere gemästet um den augenblicklichen Bedarf an Geflügelfleisch in
Deutschland zu decken, die hiesigen Schlachtungen reichen allerdings noch nicht aus.
Hähnchenmarkt bleibt Motor der Expansion
Dem Verbrauchszuwachs lag 2010 hauptsächlich die Expansion am Hähnchenmarkt zu
Grunde. Die
MEG errechnete für 2010 einen um 6,3 % größeren Inlandsverbrauch. Dies
entsprach einem Pro-Kopf-Verbrauch von 11,4 kg. Obwohl der deutsche Konsum von
Hähnchenfleisch in den vergangenen Jahren deutlich stieg, wird das EU-Level (etwa 17 kg)
weiterhin kräftig verfehlt. Weiteres Wachstumspotenzial zeichnet sich somit ab.
Der Verbrauch von Putenfleisch ging in Deutschland 2010 um 200 g auf 6,0 kg pro Kopf
zurück.
Deutsche Geflügelproduktion erreicht abermals Rekordwert
Margit Beck
Marktanalystin für Eier und Geflügel
bei der MEG. Sie war bis 2009 bei der ZMP für die Bereiche Eier und Geflügel zuständig.
pd
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