Freitag, 25.05.2012
Mercosur-Abkommen: Copa fürchtet 'katastrophale Folgen'
Brüssel - Vor dem EU-Parlament findet diese Woche eine Debatte zum Mercosur-Handelsabkommen statt. COPA warnt im Vorfeld eindringlich vor den Folgen dieses Bündnisses.
Die großen Trockenheitsverluste lassen in Brasilien die Hoffnung auf eine große Sojaernte schwinden.
© landpixel
COPA-Präsident Padraig Walshe hob am Mittwoch die "katastrophalen Folgen" hervor, welche die aktuellen EU-Gespräche zur Handelsliberalisierung insbesondere mit lateinamerikanischen Staaten und Marokko auf die europäische Landwirtschaft haben könnten, wenn keine dringend notwendigen Maßnahmen ergriffen werden.
Walshe betonte, dass von der Kommission eine Reihe von Gesprächen über bilaterale Handelsabkommen geführt werden, die das Potenzial haben, "die Einkommen der EU-Erzeuger, die ohnehin nur 50 Prozent der durchschnittlichen Einkünfte in der EU betragen, ernsthaft zu unterminieren".
So hätte etwa die Handelsliberalisierung gegenüber den lateinamerikanischen Mercosur-Ländern schwerwiegende Auswirkungen auf die Landwirtschaft der Union, insbesondere auf Fleischerzeuger. Ein Abkommen zur Handelsliberalisierung mit Marokko würde wiederum den europäischen Obst- und Gemüsesektor, insbesondere im Bereich Tomaten, gefährden, warnte Walshe. Das sei nicht hinnehmbar. Dieses Thema werde auch Ende dieser Woche von den Europaabgeordneten diskutiert.
Wettbewerbsvorteil durch Pestizide und Herbizide
"Darüber hinaus dürfen manche dieser Länder Pestizide und Herbizide
verwenden, die in der EU seit Jahren verboten sind. Das verleiht diesen
Staaten einen Wettbewerbsvorteil. Sie können auch Wachstumsförderer in
der Fleischproduktion verwenden, genetisch veränderte Ackerkulturen
nutzen und von den niedrigeren Arbeitskosten profitieren. Es ist
lächerlich, dass von den Landwirten der EU erwartet wird, unter derart
ungleichen Bedingungen in Konkurrenz zu ihnen zu treten", kritisierte
der Copa-Präsident.
Greening der GAP verteuert Produktion weiter
"Die Pläne der Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)
sind das große Thema, dem die Landwirte und der Lebensmittelsektor der
EU derzeit gegenüberstehen. Wir sind besorgt über Bestrebungen in
Richtung eines weiteren Greenings der GAP, was die Produktion für die
Landwirte weiter verteuern würde", unterstrich Walshe.
Maßnahmen zur
Marktverwaltung müssten ebenfalls erhalten und verbessert werden,
insbesondere angesichts der zunehmenden Markvolatilität.
Walshe: 'Grünes Wachstum' statt 'grüner Auflagen'
Die
Lebensmittelproduktion in der EU habe dann eine gute Zukunft vor sich,
wenn auch der richtige politische Rahmen gegeben sei.
"Wir müssen den Herausforderungen einer steigenden Produktion gerecht
werden, um der weltweit zunehmenden Nachfrage nach Lebensmitteln zu
entsprechen. Daher darf die Erzeugung jetzt nicht reduziert werden. Was
wir brauchen, ist "grünes" Wachstum statt "grüner" Auflagen. Die
Forschung muss untersuchen, wie wir die Produktion steigern und
gleichzeitig die Umwelt schützen können.
Eine zentrale, noch ausstehende
Entscheidung betrifft auch die Höhe des EU-Haushalts nach 2013. Wir
können keine ausreichende Lebensmittelerzeugung ohne ein angemessenes
Budget erreichen ", gab der Präsident zu bedenken.
aiz
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