Milch & Rind
20.01.2010
'Faire Milch' ab heute in den Regalen

Milchlieferanten erhalten 40 Cent pro Liter

Freising - 40 Cent pro Liter: Ein Preis der lange gefordert wurde und ab sofort für einige Erzeuger Realität ist. Ab heute finden Verbraucher die "Faire Milch" in den Regalen.

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(Foto: MVS)

Zwischen 89 und 99 Cent pro Liter soll die "Faire Milch", die ab heute in rund 1.200 Rewe- und 300 Tegut-Filialen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen angeboten wird, kosten. Rund 120 molkereiunabhängige Milchbauern liefern derzeit, Verbraucher können eine H-Milch mit 1,8 und 3,8 Prozent Fettanteil kaufen.

Die Idee zur "Fairen Milch" hatte der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), vertrieben wird sie von der Milchvermarktungs-GmbH (MVS) mit Sitz in Freising. Die MVS arbeitet nur im Lohnverfahren für die Milcherzeuger, die Landwirte bestimmen Produktion und Vermarktung selbst - und erhalten dafür 40 Cent pro Liter.  "Es ist besonders wichtig, ein nicht austauschbares Produkt zu haben", erklärt Karl Karrer, Beirat der MVS GmbH. Aus eben diesem Grund habe man sich für besondere Leistungen für Natur und Verbraucher entschlossen.

Ohne Gentechnik produziert

Alle 120 Milchbauern, die bisher liefern, haben sich verpflichtet, für ein Umweltprojekt verantwortlich zu sein. Das kann eine Weidehaltung der Tiere, aber auch der Erhalt einer Blumenwiese sein.

Zu den besonderen Leistungen gehört auch, dass die "Faire Milch" gentechnikfrei produziert wird. Das heißt, die Tiere erhalten kein Futter, das von genmanipulierten Pflanzen stammt. Die Tier fressen überwiegend Grünfutter von hofnahen Wiesen. Als eine der ersten Milchsorten trägt die "Faire Milch" das offizielle "ohne Gentechnik"-Siegel des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Transportwege möglichst minimieren

Ein weiteres Kennzeichen der "Fairen Milch" ist Regionalität. Um Transportwege auf ein Minimum zu reduzieren, kommt die Milch ausschließlich aus Höfen des jeweiligen Bundeslandes. Verbraucher, die die zuliefernden Betriebe näher kennenlernen möchten, können das unter www.die-faire-milch.de tun: Dort stellt sich jeder Hof mit einem kurzen Statement vor. (ez)


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Keine Besondere Leistung, sondern Normalität
Besondere Leisungen?? Grünfutter von hofnahen Wiesen füttern oder Weidehaltung betreiben, das ist im Allgäu keine "Besondere Leistung", sondern Normalität auf den Betrieben. Der Erhalt einer Blumenwiese dient dort wohl eher zur Tourismusförderung als der umweltfreundlichen Milchproduktion. Ohne Gentechnik hergestellte Milch, das gibt es mittlerweile auch auf vielen anderen Betrieben, die ihre Kostenstrukturen durchleuchten - denn gentechnikfrei kann durchaus günstiger produziert werden. Wie sieht es mit artgerechter Tierhaltungsform aus? Sind es überwiegend Anbindehaltungen, die hier vermarkten? Wie ist der Gesundheitsstatus der Tiere? Solche Fragen sind noch zu beantworten. Der Preis dieser Milch ist außerdem fragwürdig: 1 Liter BIO-Milch (3,8%) kostet 89 Cent! Da haben wir doch weitaus mehr Sicherheit, daß die Milch gesund für den Menschen und gut für die Umwelt ist.
Kommentar von C. Junker – 26. Januar 2010 um 15:54h
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