Milch & Rind
17.12.2009
Jahresrückblick - Teil 2: Rinderproduktion

Niedrigere Preise am Rindermarkt

Bonn - Der Rinderbestand blieb weitgegend stabil, obwohl im Jahr 2009 rund 4.000 Milchviehhalter die Produktion aufgaben. Der Grund lag in rückläufigen Schlachtzahlen.

Bullenmast.jpg Bullenmast
(Foto: agrarfoto.com)
Im Mai 2009 wurden mit 12,9 Mio. Rindern ähnlich viele Tiere in Deutschland gehalten wie ein Jahr zuvor. Obwohl die niedrigen Milchpreise im Jahr 2009 oftmals existenzielle Probleme bereiteten, änderten sich die Milchkuhbestände mit einem Minus von 0,3 Prozent kaum. Innerhalb eines Jahres gaben allerdings rund 4.000 Milchviehhalter die Produktion auf.

Erzeugung: um 1,5 Prozent unter Vorjahr

Die Rinderschlachtungen waren 2009 rückläufig, was vor allem an dem geringeren Jungbullenangebot lag. Weibliche Tiere, besonders Färsen, kamen dagegen vermehrt ins Schlachthaus. Insgesamt dürfte die Rind- und Kalbfleischerzeugung 2009 rund 1,18 Mio. t betragen und damit 1,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau bleiben.

Import: Steigt an, Brasilien rückläufig, Argentinien legte zu

Ergänzt wurde das heimische Angebot durch deutlich höhere Fleischimporte. Zwar kam weniger Rindfleisch aus Brasilien, Argentinien steigerte seine Ausfuhrmengen jedoch spürbar und auch aus angrenzenden EU-Staaten gelangte mehr Rindfleisch auf den deutschen Markt.

Export: Kaum Steigerung 

Auf der Ausfuhrseite war durch einbrechende Drittlandsexporte kaum eine Steigerung möglich, so dass der Ausfuhrüberschuss auf rund 150.000 t schrumpfte.

Konsum: leichter Zuwachs bei preiswerten Teilstücken

Trotz Wirtschaftkrise wurde geringfügig mehr Rindfleisch konsumiert, der Pro-Kopf-Verbrauch stieg leicht auf 15,6 kg. Vor allem die preiswerteren Teilstücke sowie Hackfleisch waren gefragt. Edelteile vom Rind waren hingegen schwer zu vermarkten und mussten deutliche Preisabschläge hinnehmen.

Erzeugerpreise: insgesamt rückläufig 

Dies führte dazu, dass die Jungbullenpreise das Vorjahresniveau verfehlten und im Schnitt aller Handelsklassen knapp unter der 3 Euro-Marke blieben. Noch kräftiger fiel der Preisrückgang bei Schlachtkühen aus, die im Mittel aller Handelsklassen bei 2,15 Euro/kg notierten und damit gut 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau blieben.

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Dr. Dietmar Weiß
Experte für Vieh- und Fleischwirtschaft
AMI Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH
Bonn 

 

 

 

 

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