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Um mehr als einen Liter pro Kopf haben die Bundesbürger im vergangenen Jahr ihren Trinkmilchverbrauch gegenüber 2008 eingeschränkt. 2009 wurden 66 Liter Milch getrunken, hinzu kamen 29 Liter Sauermilch und Milchmischgetränke, im Jahr zuvor waren es 66,8 beziehungsweise 29,5 Liter.
Damit liegen sie durchaus im Trend der Industrieländer. Durchweg sinkt hier der Konsum von flüssigen Milchprodukten.
Schwellenländer kommen auf den Milchgeschmack
Dagegen kommen die Menschen in den Schwellenländern offensichtlich auf den Milchgeschmack. Hauptwachstumsmärkte sind demnach
Größtes Potential: China
Als Markt mit dem größten Potenzial steht aber China an erster Stelle. Dort erwarten Experten eine jährliche Zunahme des Milchkonsums um 9,0 Prozent. Bis 2012 soll dort der Trinkmilchverbrauch auf 33,7 Millionen Tonnen (t) steigen. Noch mehr Milch wird in Indien getrunken, dort wird für 2012 ein Verbrauch von 57,4 Millionen Tonnen erwartet. In Deutschland beträgt der Konsum flüssiger Milchprodukte dagegen lediglich 5,6 Millionen Tonnen.
Großteil der Milch wird weiterverarbeitet
Der Verbrauch von flüssigen Milchprodukten ist aber nur die eine Seite der Medaille. Mit zunehmendem Wohlstand wird nämlich immer mehr Milch in veredelter Form nachgefragt, als Butter, Käse, Joghurt und in vielen anderen Produkten. So steht in Deutschland einer verarbeiteten Milchmenge der Molkereien von 28,8 Millionen Tonnen ein Trinkmilchkonsum von lediglich 5,6 Millionen Tonnen gegenüber. Der größte Teil der Milch wird also weiterverarbeitet und nicht in flüssiger Form verbraucht.
Schwellenländer: Milch hauptsächlich als Getränk
Dagegen wird in den Schwellenländern die Milch zunächst hauptsächlich als Getränk verbraucht. So werden in China, wo sich die Milcherzeugung erst langsam entwickelt, von der gesamten Produktionsmenge von nur etwa 37 Millionen Tonnen schätzungsweise 33,7 Millionen Tonnen als Trinkmilch konsumiert. Ein großer Teil der Milch gelangt in den Schwellenländern gar nicht erst an die Molkereien, sondern wird noch "ohne Umweg" direkt konsumiert.
Deutschland: 99 Prozent der Milch von Molkereien erfasst
Dies war auch in Deutschland Mitte des vorigen Jahrhunderts noch nicht anders. In Bayern beispielsweise wurden 1950 auch erst 58 Prozent der erzeugten Milch an die Molkereien geliefert. In Deutschland sind es mittlerweile 99 Prozent, die von den Molkereien erfasst werden. Diese haben längst das Potenzial der wachsenden Märkte außerhalb Deutschlands entdeckt; die Steigerungen im deutschen Agrarexport beruhen zum großen Teil auf überdurchschnittlichen Zuwächsen bei den Ausfuhren von Käse und anderen Milchprodukten. (lpd)

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