Freitag, 25.05.2012
Bauern erhielten wieder mehr Milchgeld
Hannover - Niedersachsens Milchwirtschaft konnte bei den Auszahlungspreisen im vergangenen Jahr den Abstand zum Süden endlich aufholen.
Marktbeobachter erwarten weiterhin einen stabilen Milchmarkt.
© Christian Mühlhausen / www.landpixel.de
Der durchschnittliche Auszahlungspreis für das ganze Jahr lag bei 29,98 Cent je Kilogramm bei Abholung
am Hof und einem Fettgehalt von 3,7 Prozent sowie 3,4 Prozent Eiweiß. Das teilte der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) mit.
Im Jahr zuvor
war der Preis mit 22,79 Cent je Kilogramm noch um gut sieben Cent niedriger. Dieser
geringe Auszahlungspreis verursachte auf vielen Höfen
rote Zahlen und Existenzangst.
Auf die gesamte niedersächsische Anlieferungsmenge
in Höhe von fünf Milliarden. Kilogramm Milch umgerechnet, brachte der höhere Erzeugerpreis in
Niedersachsen im vergangenen Jahr 350 Millionen Euro mehr Geld auf die Höfe. Auf die Gesamtzahl
aller Milchviehhalter umgerechnet sind es im statistischen Mittel pro Monat etwa
2.900 Euro mehr Milchgeld je Betrieb. Damit können die erheblichen Verluste der Vorjahre
wieder etwas aufgefangen werden.
Westdeutsche Milcherzeuger liegen vorne
Die niedersächsischen Milchgeldabrechnungen liegen damit nun im guten
Mittelfeld, wobei
die Abweichungen deutlich geringer geworden sind als in früheren Jahren.
Geringfügig
mehr erhalten mit 30,11 bis 30,53 Cent je Kilogramm die
Landwirte in Bayern,
Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Etwas unter dem
niedersächsischen
Auszahlungspreis liegen unter anderem Rheinland-Pfalz,
Schleswig-Holstein und Mecklenburg-
Vorpommern. Im Durchschnitt erhielten die westdeutschen Milcherzeuger
30,18 Cent
je Kilogramm, die in den ostdeutschen Bundesländern 29,73 Cent je
Kilogramm.
Hoffnung auf weiteren Aufwärtstrend
Marktbeobachter gehen weiter von einem festen Milchmarkt aus. Die
Milcherzeuger hoffen
nach dem sehr tiefen Preistal Ende 2008 und in 2009 weiter auf einen
robusten Aufwärtstrend.
Die niedersächsische Molkereiwirtschaft ist derzeit mit ihrer starken
Marktposition
bei Käse, Butter und Milchpulver gut präsent und profitiert
auch von der lebhaften
Nachfrage im Exportgeschäft. Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich
die feste Marktlage
insbesondere bei Käse und Butter auf das gesamte Sortiment auswirken
wird und damit
auch bei Frischprodukten noch Spielraum nach oben besteht.
LPD
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