Bremen - Die Deutsche Milchkontor GmbH (DMK), das größte Molkereiunternehmen in Deutschland, hat gestern die Pläne für das laufende Geschäftsjahr vorgelegt. Danach plant das Unternehmen den Einstieg in neue Märkte. So soll bis Ende 2011 eine Repräsentanz in China entstehen.
Dr. Josef Schwaiger, Sprecher der Geschäftsführung
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Das Unternehmen, das aus den beiden führenden genossenschaftlich organisierten Milchverarbeitern Humana Milchunion und
Nordmilch hervorgegangen ist, vermeldet einen gelungenen operativen Start und will weiter wachsen.
"DMK verfügt mit einer Eigenkapitalquote von 31% über eine sehr gesunde Finanzstruktur und eine solide Ausgangsbasis für Wachstum und strategische Investitionen. Positive Synergieeffekte aus dem Zusammenschluss verschaffen weitere Wettbewerbsvorteile. Unabhängig von den zu erwartenden positiven Markteffekten gehen wir davon aus, dass wir bereits im ersten Jahr Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe erzielen werden ", berichtete Josef Schwaiger, Sprecher der Geschäftsführung.
Die Auszahlung an die mehr als 11.000 Landwirte ist mit 32,7 Cent je kg (Durchschnitt Jänner bis April 2011) trotz Fusion stabil, die Ergebnisse liegen deutlich über dem Vorjahr ", kommentierte Finanz-Geschäftsführer Volkmar Taucher die Entwicklung.
Zur Sicherung einer Spitzenposition in der europäischen Molkereilandschaft will DMK seine Rohstoffbasis durch Kooperationen mit starken Partnern, Fusionen und Zukäufe weiter ausbauen: "Wir könnten uns vorstellen, in zwei bis drei Jahren eine Milchmenge in zweistelliger Milliardenhöhe zu verarbeiten, die Fusion zwischen Humana und
Nordmilch ist hier ein erster Schritt, dem weitere folgen werden ", kündigte Schwaiger an.
Auch über die Milchmengenentwicklung hinaus sieht der Geschäftsführer in Kooperationen mit Partnern einen Weg, den eigenen wirtschaftlichen Erfolg auszubauen. Ein Beispiel ist das jüngst gegründete Gemeinschaftsunternehmen zur Molkeverarbeitung und Vermarktung mit dem dänischen Molkereikonzern Arla.
Die Erhöhung der Wertschöpfung soll über ein moderates Wachstum in Deutschland, den Ausbau der Marktanteile der weißen Linie innerhalb der EU und durch die Forcierung des Markengeschäfts sowie den Verkauf von milchbasierten Inhaltsstoffen für die Ernährungsindustrie erreicht werden. Darüber hinaus werden die Geschäftsfelder Babynahrung, Eis und Gesundheitsprodukte mit gleicher Intensität weitergeführt.
Der Fokus liegt jedoch auf dem Ausbau des Geschäfts in Drittländern: "Außerhalb von Europa steigt die Nachfrage nach Milchprodukten, während sie in Deutschland und der EU stagniert - bei steigender Milchmenge ", erklärte Rolf Janshen, Geschäftsführer für den Vertriebsbereich. Daher sei das internationale Geschäft "alternativlos ". Neben bestehenden Exportmärkten wie beispielsweise Russland, wo DMK bereits seit Jahren insbesondere mit Käse gut im Geschäft ist, wurden ausgewählte asiatische Länder als potenzielle Zielmärkte ausgemacht. Ein erster Schritt ist die Gründung einer Niederlassung in China bis Ende des Jahres, um den Kontakt zum dortigen Handel oder anderen Vertriebskanälen zu intensiveren. "Viele der Länder sind mittelfristig nicht in der Lage, ihren Bedarf mit eigener Milchproduktion zu decken. Diese Märkte wollen wir nicht unseren Wettbewerbern überlassen ", begründete Schwaiger diesen Schritt.
Der aus der Fusion von Humana Milchindustrie GmbH und
Nordmilch GmbH hervorgegangene Molkereiriese "Deutsches Milchkontor GmbH ", kurz DMK, hat Anfang Mai 2011 seine operative Tätigkeit aufgenommen. Hinter dem Unternehmen stehen über 11.000 aktive Milcherzeuger mit einer Liefermenge von 6,8 Mrd. kg (zum Vergleich: die gesamte österreichische Anlieferung beträgt rund 2,8 Mrd. kg). Die übernommene Rohmilch wird an 24 Standorten mit Hilfe von mehr als 5.500 Mitarbeitern unter anderem zu Produkten wie Milch, Joghurt und Topfen, Käse, milchbasierten Inhaltsstoffen für die Lebensmittelindustrie sowie Babynahrung, Eiscreme und Gesundheitsprodukten verarbeitet. Mit rund EUR 4 Mrd. Umsatz gehört das Unternehmen auch europaweit zu den Top Ten der Milchindustrie. (aiz)