Freitag, 25.05.2012
Globaler Milchmarkt relativ stabil
Berlin - An der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (GlobalDairyTrade) haben die Auktionspreise in der zweiten Handelsrunde des neuen Jahres um 1,5 Prozent zugelegt.
Die relativ enge Spanne, in der sich die Auktionspreise seit September 2011 bewegen deutet auf eine Stabilisierung der Nachfrage und des Welthandels mit Milchprodukten hin.
© Tom Bayer/fotolia
In den beiden letzten Handelsrunden hatten die Preise jeweils leicht nachgegeben. Bei der aktuellen Auktion am 17. Januar 2012 lag das durchschnittliche Preisniveau aller 7 gehandelten Milchprodukte rund 22 Prozent (%) unter der letzten Preisspitze vom Februar 2011 und knapp 5 % über dem Tiefpunkt von Anfang Oktober. Im Vergleich zum vorigen Jahr waren die Auktionspreise am 17. Januar 2012 rund 8 % niedriger. Auffällig ist jedoch, dass sich die durchschnittlichen Auktionspreise etwa seit September 2011 innerhalb einer relativ engen Spanne von etwa 5 % bewegen. Dies lässt nach der relativ scharfen Korrektur der Weltmarktpreise im zweiten und dritten Quartal 2011 doch auf eine Stabilisierung der Nachfrage und des Welthandels mit Milchprodukten schließen. Darauf deuten auch die laufenden Exportdaten und die Enzwicklung der internationalen Spotmarktpreise hin.
Unterschiedliche Trends bei Milchprodukten
Globaler Milchmarkt relativ stabil
Am kräftigsten zugelegt haben bei der aktuellen Auktion mit 3,7 % die
Preise für Kasein. Verteuert haben sich außerdem wasserfreies Milchfett
(AMF) mit 2,8 % sowie Käse (Cheddar) mit 2,1 % und Magermilchpulver mit
2,7 %. Vollmilchpulver wurde hingegen zu unveränderten Preisen gehandelt
und für Buttermilchpulver gaben die Auktionspreise sogar um 4,3 % nach
und um rund 1,9 % bewegten sich die Preise für Milchprotein-Konzentrat
(MPC70) nach unten. Etwas anders sieht die Preisdynamik der
verschiedenen Produkte indessen im etwas längerfristigen Vergleich aus.
In den letzten 10 Wochen hat sich danach vor allem Kasein kräftig
verteuert und kostetet 14 % mehr als im Herbst 2011. Die Preise für
Vollmilch- und Magermilchpulver bewegen sich hingegen nur knapp unter
dem Niveau vom Herbst 2011, während die Auktionspreise für Käse derzeit
rund 10 % niedriger sind als vor 10 Wochen. Am größten ist der
Preisabstand von wasserfreien Milchfett (AMF) und Buttermilchpulver mit
knapp 20 % bzw. 15 % zu den Preisen vom letzten Herbst.
Spotmarktpreise kaum verändert
Die Spotmarktpreise beim Export europäischer Milchprodukte (fob Hafen)
veränderten sich zu Beginn des neuen Jahres nur wenig. Unter anderem
haben die Notierungen für Butter und Butteröl leicht nachgegeben,
während Voll- und Magermilchpulver zu unveränderten Preisen exportiert
wurde. An den ozeanischen Exporthäfen war die Entwicklung ähnlich.
Lediglich für Käse (Cheddar) zogen die Preise etwas an und für Butter
war das Preisniveau dort etwas fester. Auch der globale Milchpreisindex
der FAO signalisiert für den aktuellen Markt eine stabile Entwicklung.
Die in diesem Index zusammengefassten Exportpreise für die 5 wichtigsten
global gehandelten Milchprodukte veränderten sich im Dezember nicht.
Auch am EU-Binnenmarkt blieben die Preise zumindest auf Großhandelsebene
nahezu stabil. Die von der EU-Kommission Anfang Januar erfassten
Großhandelspreise für die wichtigsten Milchprodukte notierten nahezu
unverändert. Lediglich die Butterpreise waren weiter leicht rückläufig.
US-Terminmarkt erwartet stabile Preise
An den stark am Weltmarkgeschehen orientierten US-Terminmärkten haben
die Rohmilchpreise von Dezember bis Januar von leicht nachgegeben.
Damit sind die Preise jedoch lediglich der Entwicklung an den dortigen
Spotmärkten gefolgt. Die Erwartung für die kommenden Monate ist
weiterhin positiv und das erwartete Preisniveau liegt derzeit
unverändert bei 0,38 Ct/kg. Diese optimistische Prognose ist vor allem
auf den wieder erstarkenden Export zurückzuführen, der im November nach
Daten der US-Exportbehörden wertmäßig sogar einen neuen Rekord erreichte
und rund 45 % über dem Vorjahresergebnis lag. Insbesondere die ausfuhr
von Käse und Magermilchpulver lagen deutlich über den Vorjahreswerten.
Diese positive Entwicklung der Exporte spiegelt sich auch in den
Terminmarktpreisen für die börsengehandelten Milchprodukte wider. So
gehen die US-Händler beim relativ stark exportabhängigen Käsemarkt bis
Juni weiterhin von einem Preisanstieg aus. Bei Magermilchpulver rechnet
man am US-Terminmarkt für die nächsten Monate mit kaum veränderten
Preisen und bei Butter gehen die Händler bis Juni sogar von einem
Preisanstieg von etwa 6 % aus.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Milchwirtschaft: Ist Deutschland fit für den internationalen Handel?
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