Der EU-Milchmarkt zeigt sich im November erstaunlich stabil. Zwar haben die Exportpreise für Butter und Magermilchpulver nachgegeben, am Binnenmarkt blieben die Notierungen für Rohmilch und Milchprodukte relativ stabil.
Dairy Australia geht von einer relativ robusten globalen Nachfrage nach Milchprodukten aus.
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Nach den Daten der EU-Kommission gaben von Oktober bis Mitte November innerhalb der EU lediglich die Notierungen für Butter leicht nach. Dagegen veränderten sich die Preise für Voll- und Magermilchpulver im Monatsvergleich ebenso wenig, wie die Notierungen für Käse. Molkepulver wurde gegenüber dem Vormonat sogar teurer.
Auch die Rohmilchpreise behaupteten im Schnitt der EU ein Niveau von knapp 35 Ct/kg (September) und notierten damit etwa sechs Prozent bzw. zwei Cent höher als vor einem Jahr.
Am Weltmarkt haben sich die Spotmarktpreise Mitte November, nach einem kräftigen Rückgang von 25 Prozent in der zweiten Jahreshälfte, zunächst einmal stabilisiert. Die letzte Auktion der globalen Handelsplattform GlobalDairyTrade, verzeichnete jedenfalls Mitte November, über alle gehandelten Milchprodukte hinweg, einen leichten Preisanstieg von 2,6 Prozent.
Auch die ozeanischen Exportpreise haben sich nach den vorangegangenen
Abschlägen Mitte November wieder gefangen. Sowohl die Ausfuhrpreise für
Milchpulver als auch für Käse konnten leicht zulegen.
EU-Großhandelspreise für Milchprodukte
In den USA haben
sich die Rohmilchpreise ebenfalls besser behauptet als zunächst
erwartet. Von August bis Oktober war zwar ein Preisrückgang von knapp
20 Prozent zu beobachten, im November konnten die Preise dann jedoch wieder
leicht zulegen. Bis zum Januar rechnet man am US-Terminmarkt derzeit
mit einem erneuten Preisrückgang von rund zehn Prozent. (Grafik:
EU-Großhandelspreise für Milchprodukte)
Angebot wächst, Nachfrage schrumpft
Sowohl in der EU als auch in den meisten anderen großen Produktions- und
Exportländern hat die Milchproduktion in diesem Jahr spürbar
zugenommen. Um diese zusätzlich Milch zu vermarkten, sind neben einer
robusten Binnennachfrage vor allem aufnahmefähige Exportmärkte nötig.
Problematisch erscheint deshalb, dass einige der bedeutendsten
Importeure wie China, Russland, Algerien oder Ägypten ihre Einfuhren zum
Teil erheblich eingeschränkt haben.
Die Ursachen für diesen
Nachfragerückgang liegen zum einen in der Abschwächung des
Wirtschaftswachstums, zum anderen aber auch in den teilweise sehr
kräftig gestiegenen Verbraucherpreisen.
EU: Milchanlieferungen nehmen zu
In der europäischen Union hat
die Milchanlieferung im laufenden Kalenderjahr (Januar bis September)
immerhin um 2,2 Prozent zugenommen. Ein Großteil des Produktionszuwachses
floss in die Herstellung von Magermilchpulver. Bei diesem vor allem auch
für den Export wichtigen Produkt, betrug der Produktionszuwachs
gegenüber dem Vorjahr 14,1 Prozent (Deutschland: 14,5 Prozent). Bei Butter, Sahne
und Käse nahm die Erzeugung in der EU weitaus moderater zu und bei
Trinkmilch und Sauermilchprodukten blieb die Produktionsmenge in etwa
stabil.
USA: Milchmenge trotz Dürre über Vorjahresproduktion
In den USA übertraf die im Oktober erzeugte Milchmenge die
Vorjahresproduktion, trotz der ausgeprägten Dürre in den südlichen
Bundestaaten, um 2,1 Prozent. In Neuseeland expandierte die Milcherzeugung in
der Zeit von Juni bis September sogar um elf Prozent und in Australien um 2,2 Prozent. Auch aus Südamerika wird über eine kräftige Ausweitung der
Milcherzeugung berichtet.
Neuer Preisdruck zu befürchten
Sollte sich die Nachfrage der großen
Importeure nicht erholen, ist angesichts der Angebotsentwicklung
spätestens im kommenden Jahr neuer Preisdruck an den Exportmärkten und
damit auch in Europa zu befürchten.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Eine ausführliche Analyse zur Entwicklung am europäischen und
internationalen Milchmarkt finden Sie in der Ausgabe 01/2012 der NL -
Neuen Landwirtschaft, dem Magazin für Agrarmanager.