Freitag, 25.05.2012
Australien: Milcherzeugung tritt auf der Stelle
Canberra - Australien wird seine Molkereiexporte mittelfristig nicht nennenswert steigern. Darauf deutet der Jahresbericht 2011 der nationalen Branchenorganisation Dairy Australia hin.
Dairy Australia geht von einer relativ robusten globalen Nachfrage nach Milchprodukten aus.
© Mühlhausen/landpixel.de
Im Milchwirtschaftsjahr 2010/11, das in Australien am 30. Juni endet, dürfte die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Prozent auf 9,1 Milliarden Liter zunehmen. Die Ausfuhren wuchsen von Juli 2010 bis März 2011 um 2,3 Prozent auf 586.671 Tonnen Milch und Milcherzeugnisse. Für das Jahr darauf erwarten die Experten ebenfalls nur ein leichtes Produktionsplus auf 9,25 Milliarden Liter. Auch mittelfristig zeichnet sich eine Stagnation ab. Bis 2013/14 rechnet Dairy Australia mit einer Milcherzeugung in der Größenordnung von 9,2 bis 9,5 Milliarden Liter.
Dabei sind die äußeren Umstände für die australischen Farmer zumindest in der wichtigsten Milchregion im Süden des Kontinents besser als je zuvor in den vergangenen zehn Jahren. Ergiebige Niederschläge haben zu einer guten Futtergrundlage und einer ausreichenden Wasserversorgung geführt. Teilweise fiel sogar mehr Regen, als gut war für die Weiden.
Farmer müssen Finanzen stabilisieren
Die Nachfrage auf dem Weltmarkt wächst, insbesondere in China und
Russland. Die Weltmarktpreise sind auf hohem Niveau stabil. Dennoch
prognostiziert Dairy Australia keinen kräftigen Produktionsaufschwung.
Gründe dafür sind der starke Wechselkurs des australischen Dollars
gegenüber dem US-Dollar und ein Fachkräftemangel. Außerdem müssen viele
Farmer nach einer Reihe von wirtschaftlich schlechten Jahren zunächst
ihre Finanzen stabilisieren, ehe an Investitionen in die Expansion zu
denken ist.
Auf die Stimmung der Milcherzeuger schlägt auch, dass der
bisher als "sicherer Hafen" geltende inländische Trinkmilchmarkt seit
Anfang 2011 vom Lebensmittelhandel zu einer heftigen Preisschlacht
genutzt wird. Die politische Unsicherheit über die Einführung einer
Kohlendioxid-Steuer und eine Einschränkung der Bewässerungswirtschaft
kommen noch hinzu.
aiz
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