Freitag, 25.05.2012
Milchquotenpreise auf unverändert niedrigem Niveau
München/Potsdam - Für einen Preis von sieben Cent je Kilogramm wechselten bei der Milchquotenbörse am 1. April 2011 die Quoten den Besitzer.
Der Quotenpreis bei der aktuellen Quotenbörse im Westen lag bei acht Cent je Kilo, im Osten dagegen bei nur zwei Cent je Kilo.
© Jürgen Treiber/aboutpixel.de
Dieser Preis wurde als durchschnittlich gewogener Gleichgewichtpreis vom Deutschen Bauernverband (DBV) für das Gesamtgebiet Deutschland ermittelt. Damit ist der Gleichgewichtspreis gegenüber dem letzten Handelstermin im November 2010 unverändert geblieben. Im Übertragungsgebiet West wechselten die Quoten den Besitzer zu einem Gleichgewichtspreis von acht Cent je Kilogramm, im Übertragungsgebiet Ost zu einem Preis von zwei Cent je Kilogramm. Dies bedeutet gegenüber dem letzten Börsentermin einen Preisrückgang um einen Cent je Kilogramm in den neuen Ländern während, der durchschnittliche Gleichgewichtspreis in den alten Bundesländern konstant geblieben ist.
Der Handel umfasste eine Gesamtmenge von rund 304 Millionen Kilogramm.
Die gehandelte Milchquotenmenge liegt damit auf einem neuen Maximum.
Deutschlandweit stand eine große Nachfragemenge der
Milchquote von rund
429 Millionen Kilogramm einem etwas geringeren Angebot von rund 358
Millionen Kilogramm gegenüber, welche etwa 84 Prozent der Nachfrage
ausmachte.
Große Nachfrage nach Quoten
Fast 4.000 Anbieter, rund 96 Prozent, konnten insgesamt ihre Quote erfolgreich über die Börse verkaufen. Im Gegenzug kamen 4.718 Nachfrager ins Geschäft, das entspricht einem Anteil von ungefähr 89 Prozent.
Bei der Betrachtung der Quotenzu- und -abgänge zeigt die Verteilung den deutlichsten Quotenzugang in Niedersachsen (rund 61 Millionen Kilogramm). Erst mit sehr deutlichem Abstand folgt Nordrhein-Westfalen mit rund 872.000 Kilo. Für Niedersachsen bedeutet der Quotenzugang eine Verdreifachung gegenüber November 2010. Im Übertragungsgebiet Ost verlagerte sich die
Milchquote ausschließlich nach Mecklenburg-Vorpommern (knapp sieben Millionen Kilogramm).
Die beschriebene Quotenwanderung zeigt, dass in nördlichen Bundesländern
deutlich in die Quote investiert wird. Dies bestätigen auch die
Erfahrungen der letzten Milchquotenbörse.
Der anhaltende Trend zu niedrigen Quotenpreisen und die damit
einhergehende Quotenentwertung reihen sich passend in die Ergebnisse der
vergangenen Milchquotenbörsen ein. Der insgesamt zu beobachtende
Gleitflug der Quotenpreise bestätigt die Erwartungen des Deutschen
Bauernverbands, dass die Vorbereitung der Bauern auf den EU-weiten
Quotenausstieg zum 1. April 2015 laufen.
Hohe Nachfrage nach Quoten im Westen
Im Gegensatz zum letzten Termin ist die insgesamt Angebotene Quote im Westen von
324,8 Millionen Kilo auf 280,5 Millionen Kilo gesunken. Die nachgefragte
Quote dagegen ist bei der aktuellen Quotenbörse deutlich gestiegen.
Während im November nur 192,2 Millionen Kilo nachgefragt wurden, waren
es aktuell im Westen 378,3 Millionen Kilo. Insgesamt überwog damit die
Nachfrage nach Quote gegenüber dem Angebot. Im Bezug auf das Angebot
wurden im Übertragungsbereich West 97,6 Prozent der Quote verkauft.
Insgesamt nahmen im Westen 5.176 Käufer teil, wovon 88,2 Prozent zum Zug kamen. Bei den 3.974 Anbietern waren 97,6 Prozent erfolgreich. Damit hat sich das Erfolgsergebnis der Börsenteilnehmer, im Westen im Vergleich zum Börsentermin umgedreht und ähnelt dem vom Juli.
Quotenangebot im Westen gesunken
Das Angebot an
Milchquote ist mit 280,5 Millionen Kilo in den
westlichen Bundesländern im Vergleich zum November 2010 gesunken. In
allen erfassten Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen
mit Schleswig Holstein, Bremen und Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen
und Rheinland-Pfalz mit dem Saarland) fiel das Angebot an Quoten
geringer aus als beim letzten Termin. Bayern mit 96,3 Millionen Kilo und
Niedersachsen mit 88,6 Millionen Kilo boten die größte Menge an.
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