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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Rind » Milchproduktion » Milchquotenpreis_Hintergrund ]
Freitag, 25.05.2012
Milchproduktion | 03.11.2010

Strukturwandel lässt Quotenangebot steigen

München - Beim letzten Übertragungstermin für Milchquoten am 2. November sank der Quotenpreis West auf acht Cent je Kilo. Grund für den starken Preisabfall war das hohe Angebot, das der geringen Nachfrage gegenüberstand.

© agrarfoto.com
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© agrarfoto.com

Der Preis für Milchquoten im Übertragungsgebiet Deutschland West ist beim 33. Übertragungstermin am 2. November überraschend und für den Jahresverlauf ganz untypisch von zwölf Cent im Juli auf acht Cent je Kilogramm gefallen. Als Ursache sieht Josef Dick, Leiter der Milchquotenübertragungsstelle Bayern an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (Lfl), das hohe Angebot von 325 Millionen Kilo, das der geringen Nachfrage von 192 Millionen Kilo gegenüberstand.

Verhältnis von Angebot und Nachfrage ausschlaggebend

"Dass sowohl die Nachfrager im Vergleich zum Vortermin höhere Preise zu zahlen bereit waren, als auch die Anbieter mit ihren Preisforderungen leicht nach oben gingen, spielte unter diesen Umständen keine Rolle mehr. Viel bedeutender für die Preisbildung an der Quotenbörse ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage", erklärt Dick gegenüber agrarheute.com.

Das um fast zwei Drittel gestiegene Angebot an Quoten gegenüber Juli führt Josef Dick auf den stärkeren Strukturwandel zurück. "Das große Angebot zeigt, dass nicht nur kleinere und mittlere Betriebe mit der Milchproduktion aufhören, sondern doch auch größere", meint Dick.

Superabgabe befürchtet

Von der geringen Nachfrage war der Leiter der Übertragungsstelle selbst überrascht: "Wegen dem derzeit ganz gutem Milchauszahlungspreis und dem niedrigen Quotenpreis vom Juli hätte ich eine höhere Nachfrage erwartet". Als Grund für die schlechte Nachfrage vermutet er, dass viele Landwirte befürchten eine Superabgabe zahlen zu müssen, da die nationale Quote derzeit bereits zu 99,7 Prozent ausgeschöpft ist. "Dabei kann die Superabgabe wesentlich teurer sein, als eine einmalige Anschaffung der Quote", erklärt Dick. Weiter sieht er das Ende der Quotenregelung ab März 2015 als Ursache für die geringe Nachfrage. "Viele Betriebe sind sehr zurückhaltend, da sie unsicher sind wie es weitergeht und wollen keine Quote mehr kaufen".

Wachstum in Niedersachsen

Der überwiegende Teil der Quoten im Westen wurde nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein verkauft. Dort tut sich laut Dick sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite mehr als in anderen Bundesländern, was er auf die größeren Milchviehherden zurückführt. Bayern dagegen habe noch einen 'Aufholbedarf', wie er weiter erklärt. Das Angebot an Quoten ist hier so groß, da es noch viele kleinere Betriebe gibt.

Falls keine Superabgabe fällig wird, vermutet Dick, dass das Angebot bei der nächsten Milchquotenbörse im April weiter hoch und die Nachfrage weiter sehr niedrig sein wird. Dies hätte weiter niedrige oder sogar weiter sinkende Preise zur Folge. "Sollte doch eine Superabgabe fällig sein, werden manche Betriebe vielleicht wieder Quote kaufen - wobei leichte Preissteigerungen nicht ausgeschlossen sind", meint Josef Dick. (bem)

  • Podcast: Superabgabe kann teurer sein als Anschaffung einer Quote'
    Warum bei der letzten Milchquotenbörse der Quotenpreis im Westen so stark gefallen ist, erklärt uns der Leiter der Übertragungsstelle Bayern, Josef Dick. Weitere Hintergründe erfahren Sie im Interview. anhören...

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Keywords Milchpreise | Milchquotenboerse | Milchquotenuebertragungsstelle | Strukturwandel
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