Freitag, 25.05.2012
Mineraldünger: Spotmarktpreise erneut schwächer
Bei den europäischen und nordamerikanischen Landwirten ist der kräftige Preisrückgang an den internationalen Spotmärkten immer noch nicht angekommen.
Die Schere wird immer größer: Inzwischen haben Düngerproduzenten aufgrund der niedrigen Preise angekündigt, die Produktion zu drosseln. Bis zur Verbraucherebene dringen die billigen Düngerpreise jedoch nicht durch.
© landpixel.de
Dabei haben die interntionalen Spotmarktpreise für die wichtigsten Mineraldünger bis Mitte Januar zwischen 20 und 35 Prozent nachgegeben. Sowohl in Europa als auch in Nordamerika blieben die Abgabepreise für die Landwirte (bis auf geringe Preisnachlässe bei Harnstoff) jedoch relativ stabil.
Neben der unverändert schwachen Nachfrage aus der Landwirtschaft, dürfte hierfür vor allem der erwartete Nachfrageschub im Vorfeld der Frühjahresbestellung auf der Nordhalbkugel verantwortlich sein. Angesichts der Flächenausweitung bei Wintergetreide und der zusätzlich erwarteten Anbauexpansion bei Mais und Ölfrüchten dürfte der rechnerische Mineraldüngerbedarf eher größer ausfallen als im letzten Jahr.
Landwirte kaufen weniger Dünger
Mineraldünger: Spotmarktpreise erneut schwächer
Die Landwirte haben bislang jedoch deutlich weniger
Dünger eingekauft.
Ende Dezember hatten die Farmer in Großbritannien nicht einmal die
Hälfte des erwarteten Stickstoffbedarfs gedeckt. Ähnlich ist die
Situation auch in anderen europäischen Ländern sowie in den USA und
Kanada.
Unsicherheit an den Märkten
Mittlerweile hat die Unsicherheit an den Märkten sogar weiter
zugenommen. Nachdem die Mineraldüngerpreise sich Anfang 2012 zunächst
von ihren Tiefpunkten erholten und je nach Düngerart um zehn bis 20 Prozent
zulegten, gaben die Preise Mitte Januar erneut kräftig nach. Auslöser
für diesen neuen Preisrutsch war der USDA-Report von Januar, der die
Angebotsmengen bei Getreide weiter nach oben schätzte und damit für
einen erneuten Preisrutsch bei Getreide sorgte. Unmittelbar mit den
Getreidepreisen gingen diesmal auch die Spotmarktpreise für
Mineraldünger zurück.
Hersteller und Händler befürchten zudem, dass
Landwirte angesichts dieser volatilen Märkte ihren Einkauf sogar bis
Ende Februar hinausschieben könnten und auch dann nur kleinere Mengen
ordern.
Eine ausführliche Analyse zur Situation und Preisentwicklung bei den
verschiedenen Mineraldüngerarten finden sie in der Februar-Ausgabe des Agrarmagazins Neue Landwirtschaft.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Dr. Olaf Zinke / Marktanalyst dlv
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