Freitag, 25.05.2012
Mineraldünger: Preiskorrektur geht weiter
An den internationalen Spotmärkten für Mineraldünger geht der Preisrutsch weiter. Nachdem es Mitte November nach einer moderaten Preiskorrektur aussah, sind die Preise zuletzt regelrecht eingebrochen.
Im Abwärtstrend: Harnstoffpreise
An der US-Terminbörse in Chicago verlor der dort gehandelte Kontrakt für granulierten Harnstoff (Januar) innerhalb von 14 Tagen fast 100 USD/t bzw. knapp 20 Prozent und fiel zeitweise unter die Marke von 400 USD/t. Gleichzeitig verbilligte sich der für den Apriltermin gehandelte Harnstoff um 15 Prozent auf zuletzt 400 USD/t. An den Schwarzmeerhäfen notierte man Harnstoff zuletzt nur noch bei 385 USD/t (Januar), nachdem die Kurse im September zeitweise über 500 USD/t geklettert waren.
Stickstoffpreise brechen um 15 Prozent ein
Ähnlich wie bei Harnstoff verlief die Entwicklung bei den anderen
Mineraldüngerarten. Die Stickstoffpreise am US-Spotmarkt (Tampa)
brachen innerhalb von 14 Tagen von rund gut 700 USD/t um rund 15 Prozent auf
zuletzt 610 USD/t (Februar) ein. Auch bei UAN- und DAP-Dünger
rutschten die Preise kräftig nach unten. Nachdem UAN-Dünger Mitte
November (fob Nola) noch für 340 USD/t gehandelt wurde, konnten Händler
diesen
Dünger jetzt für 290 bis 295 USD/t (Februar) einkaufen.
Ebenso
deutlich fiel der Preisrückgang bei DAP-Dünger (fob Nola) aus. In den
USA rutschten die Preise von 560 USD/t um rund 15 Prozent auf 485 USD/t. Bei
anderen Mehrkomponentendüngern verlief die Entwicklung ähnlich. Bereits
Mitte November handelten indische Importeure beim Einkauf von DAP und
NPK-Dünger einen Preisabschlag aus. Allerdings fiel der Discount zu
diesem Zeitpunkt mit 25 bis 50 USD/t noch relativ moderat aus.
Verkaufspreise für Landwirte auf hohem Niveau
Bei den Landwirten ist die Preiskorrektur an den internationalen
Spotmärkten bislang noch nicht angekommen. Sowohl in den USA als auch in
Westeuropa halten sich die Verkaufspreise für Mineraldünger auf hohem
Niveau. Anderseits hat der Rückgang der internationalen Getreidepreise
bereits zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung seitens der
landwirtschaftlichen Betriebe geführt. Darauf haben auch große
Mineraldüngerhersteller in den letzten Wochen mehrfach hingewiesen. Auch
die Landhändler regieren vor dem Hintergrund der Erfahrungen von 2008
auf die Preisentwicklung bei den Agrar- und Energiepreisen mit Vorsicht.
Zudem sind nicht nur die
Getreidepreise sind in den letzten Monaten
deutlich gefallen. In den USA haben sich auch die Preise für Erdgas, den
wichtigsten Kostenfaktor bei der Mineraldüngerproduktion, um rund ein
Viertel ermäßigt. Damit spricht auch auf der Kostenseite einiges für eine
Preiskorrektur bei Mineraldünger.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
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