Freitag, 25.05.2012
Mineraldünger: Hersteller drosseln Produktion
Mehr Angebot als Nachfrage: So stellt sich derzeit die Situation am Mineradüngermarkt dar. Das zeigen die niedrigen Kontraktpreise an den internationalen Spotmärkten.
Die K+S Gruppe will in den Geschäftsbereichen Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz wachsen.
© Mühlhausen/landpixel
Die Preise für alle späteren Termine im Kontrakthandel mit Mineraldünger liegen sogar deutlich unter den schon kräftig gefallenen aktuellen Spotmarktpreisen. Diese Marktentwicklung wird jetzt durch den US-Mineraldünger Hersteller Mosaic bestätigt. Anfang Februar meldet der weltweit größte Phosphatproduzent und einer der größten Kalihersteller, die Stilllegung beziehungsweise Drosselung weiterer Produktionskapazitäten. Für den Zeitraum von Februar bis Mai plant Mosaic wegen der anhaltend schwachen globalen Nachfrage die Reduzierung der Kaliproduktion um 20 Prozent. Dies entspricht einer Produktionsmenge von 440.000 Tonnen.
Große Hersteller reduzieren die Produktion
Die beiden weltweit größten Kaliproduzenten, die kanadische Potash Group
und das russische Unternehmen Uralkali, haben ihre Produktion wegen der
sich abschwächenden globalen Nachfrage ebenfalls gedrosselt. Dennoch
bleiben die meisten großen Mineraldüngerhersteller bislang in ihren
mittelfristigen Markteinschätzungen zuversichtlich, denn die Unternehmen
sind überzeugt, dass die relativ hohen Getreide- und Ölsaatenpreise
die Nachfrage wieder ankurbeln.
Dabei vergessen viele Hersteller
allerdings, dass sich die Abgabepreise an die Landwirtschaft noch nicht
den Spotmarktpreisen angepasst haben und dass die Schere zwischen beiden
Preisstufen sowohl in den USA als auch Europa immer größer geworden
ist. So lagen beispielsweise die Harnstoffpreise am Schwarzen Meer am 6. Februar bei 365 USD/t (281 Euro) und der Kontraktpreis für den April
kostete nur noch gut 340 USD/t (262 Euro) und damit nochmals sieben Prozent
weniger. Gegenüber November 2012 wäre dies ein Preisrückgang von mehr
als 30 Prozent. Auch die Preise für Stickstoff, AHL-Dünger oder DAP weisen
eine ähnliche Tendenz auf.
Lediglich am Kalimarkt halten sich auch die
Spotmarktpreise bislang auf hohem Niveau, obwohl das Angebot die
Nachfrage auch hier deutlich übersteigt. An den Exporthäfen in Vancover
lagen die Preise für KCl Anfang Februar zwischen 490 und 510 US-Dollar und an
den russischen Ostseehäfen zwischen 470 und 505 US-Dollar.
Hersteller erwarten Nachfrageerholung
Auch die kanadische Potash-Group hat ihre Produktion um ungefähr zehn Prozent im
Vergleich zum Vorjahr gedrosselt. Ural-Kali hält zwar an seiner letzten
Produktionsprognose von 10,5 bis 10,8 Millionen Tonnen Jahresproduktion fest.
Dies sind jedoch ebenfalls etwa acht bis zehn Prozent weniger als vor einem Jahr.
Nach Einschätzung des Mosaic-Chefs verschieben die großen Händler ihren
Einkauf weiterhin und ordern angesichts der Marktschwäche erheblich
vorsichtiger als im letzten Jahr. Dies gilt nicht nur für den Kalimarkt
sondern genauso für Phosphor- und Stickstoffdünger. Dennoch vertritt
Mosaic ebenso wie Uralkali die Auffassung das die Nachfrage sich im
weiteren Jahresverlauf erholen wird. Dies begründen die Hersteller mit
den Anbauausdehnungen bei den wichtigsten Ackerkulturen in den USA aber
auch in Russland und Europa.
Lagerbestände wachsen
In den USA hat der Nachfragerückgang im Dezember zu einem weiteren Bestandsaufbau bei Kali um 400.000 Tonnen geführt. Mittlerweile belaufen sich
die Kalibestände in Nordamerika auf 2,5 Millionen Tonnen, den höchsten Stand seit
zwei Jahren. Trotz der optimistischen Einschätzung für den weiteren
Jahresverlauf prognostiziert die Potash Group wegen der
Produktionskürzungen der verschiedenen großen Hersteller einen Rückgang
der globalen Jahresproduktion auf 55 bis 58 Millionen Tonnen von zuvor 58 bis 60
Millionen Tonnen. Zeitgleich zu Mosaic hat auch PhosAgro, der größte russische
Phosphorproduzent angekündigt, seine Produktion von DAP und MAP, den
wichtigsten globalen Phosphordüngern, im ersten Quartal 2012 um rund 18 Prozent zu reduzieren.
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