Samstag, 26.05.2012
Konzentrationsprozess der Molkereien schreitet voran
Bonn - Die deutsche Milchindustrie ist mit einem Umsatz von 18,2 Milliarden Euro und rund 36.300 Beschäftigten die zweitgrößte Sparte der deutschen Ernährungsindustrie.
Mehr als die Hälfte der Milch wird von genossenschaftlichen Unternehmen verarbeitet.
Das teilt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mit und weist darauf hin, dass 20 Prozent der Umsätze die deutschen Molkereien über den Export erwirtschaften. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2009. Mehr als die Hälfte der Milch werde von genossenschaftlichen Unternehmen verarbeitet.
Die Zahl der Molkereien in Deutschland habe stark abgenommen. Gab es 1990 nach Angaben des RLV noch 360 Unternehmen, so schrumpfte die Zahl bis 2000 auf 127 und lag im Jahr 2009 nur noch bei genau 99 Unternehmen mit 212 Betriebsstätten, die täglich zusammen über 77.000 Tonnen Milch zu hochwertigen Lebensmitteln verarbeiten.
Nestlé an der Spitzenposition
Wie der RLV weiter mitteilt, sei die Molkereibranche schon seit geraumer
Zeit im Umbruch. Das Schweizer Unternehmen Nestlé halte mit Abstand die
Spitzenposition mit einem Umsatz von 18,6 Milliarden Euro (2009), gefolgt von
den beiden französischen Unternehmen Danone und Lactalis. Die Fusion der
beiden niederländischen Molkereien Friesland und
Campina habe zum
viertgrößten europäischen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von acht Milliarden Euro geführt. Die beiden größten deutschen Molkereiunternehmen
Nordmilch und
Humana würden nach ihrer Fusion Anfang 2011 zum Deutschen Milchkontor
(DMK) mit einem Gesamtumsatz von 4,8 Milliarden Euro und knapp sieben Millionen Tonnen
Rohmilchverarbeitung als einziges deutsches Unternehmen zur
Spitzengruppe der TOP 10 in Europa aufschließen.
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