Samstag, 26.05.2012
Trocken gelegte Moore geben viele Treibhausgase ab
Braunschweig - Entwässerte, ackerbaulich genutzte Moore setzen große Mengen Treibhausgase frei und spielen eine bedeutende Rolle im Klimageschehen.
Die '2030 Water Resources Group' will den drohenden Wassermangel bekämpfen.
© Von Thünen Institut
Landwirtschaftlich genutzte Moorböden machen nur 8 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland aus. Doch drainierte, also entwässerte Moore haben es in sich: Rund 40 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen, die durch die Landwirtschaft und Landnutzung anfallen, haben hier ihren Ursprung. Das geht aus Berechnungen des Thünen-Instituts in Braunschweig hervor. "Aus drainierten Moorböden werden etwa so viel Treibhausgase frei wie aus dem gesamten deutschen Luftverkehr", sagt Dr. Annette Freibauer, am Thünen-Institut für Agrarrelevante Klimaforschung verantwortlich für das Nationale Inventar der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft.
Naturbelassene Moore sind wichtig für das Klima
Ein Artikel in der aktuellen Ausgabe des Magazins
ForschungsReport macht deutlich, warum naturbelassene Moore so
bedeutsam fürs Klima sind. Bedingt durch den hohen Wasserstand werden
absterbende Pflanzen nicht zersetzt, sondern unter Luftabschluss
konserviert. Damit verbleibt der in diesen Pflanzen gebundene
Kohlenstoff, der aus dem Kohlendioxid (CO2) der Atmosphäre stammt und
im Zuge der Photosynthese in organische Verbindungen umgewandelt wurde,
langfristig im Boden. Mit der Zeit entsteht daraus Torf. Sinkt nun
durch die Trockenlegung der Moore der Wasserstand, so kommt wieder
Sauerstoff in die oberen Bodenschichten: Die organische Substanz
zersetzt sich, und der über Jahrhunderte gespeicherte Kohlenstoff wird
frei.
Messreihe soll CO2-Aufnahme und Abgabe belegen
Wie viel CO2 die verschiedenen Moorböden im Tagesverlauf
aufnehmen und wieder abgeben, ist Gegenstand einer Messkampagne, die in
ein großes, vom Thünen-Institut angestoßenes Forschungsprojekt
eingebunden ist. Zahlreiche Partner sind daran beteiligt. Langfristiges
Ziel der Aktivitäten ist nicht nur, die Rolle der natürlichen und der
kultivieren Moorflächen im Klimageschehen zu verdeutlichen, sondern
auch tragfähige Kompromisse zwischen Moorschutz und einer Jahrzehnte
bis Jahrhunderte währenden Moornutzung zu finden.
Seit 2009 stehen Moorböden am Braunschweiger Johann Heinrich von
Thünen-Institut im Fokus der Forschung.
Nähere
Informationen gibt der attraktiv bebilderte, 5-seitige Beitrag im
ForschungsReport 2/2011. Das Heft kann kostenlos bei der Pressestelle
des Thünen-Instituts angefordert werden; der Artikel steht auch auf der
Homepage des Instituts (
www.vti.bund.de) zum Download bereit.
pd
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