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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Schwein » Mast » Nachgefragt Schwein ]
Samstag, 26.05.2012
Seiten: 1 2 3 4 
Mast | 23.12.2011 Redaktion agrarheute.com

Nachgefragt: Tierschutz und Auflagen in der Ferkelerzeugung?

Auf die Ferkelerzeuger kommen derzeit viele Haltungs- und Tierschutzauflagen zu, darunter die Umstellung auf Gruppenhaltung oder der Ausstieg aus der unbetäubten Ferkelkastration. agrarheute hat nachgefragt.

Am EU-Schlachtschweinemarkt ist die Preisschwäche immer noch nicht beendet.© Mühlhausen/landpixel
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Am EU-Schlachtschweinemarkt ist die Preisschwäche immer noch nicht beendet.
© Mühlhausen/landpixel
Überangebot von niederländischen und dänischen Ferkeln, schlechte Preise

Thomas Bröker, 49777 Stavern Niedersachsen
 
Wir Ferkelerzeuger haben im Moment eine schlechte Situation. Das Überangebot von Ferkeln drückt mit aller Macht auf den Markt. Es ist aus meiner Sicht nicht das Angebot von deutschen Ferkeln, das zu groß ausfällt, sondern es sind die dänischen und holländischen Ferkel die zahlreich den Weg über die Grenze finden. Und auch wenn uns Ferkelerzeugern immer erzählt wird, wir wären das letzte und schwächste Glied in der Kette, finde ich, dass die Tierärzte, Jungsauenlieferanten, Futtermittelhersteller usw. noch weiter hinten anstehen. Es kann nicht angehen, dass im vor- und nachgelagerten Bereich Geld verdienet wird, nur wir als Ferkelerzeuger Geld zusetzen. So hart es auch ist, der Markt muss es regeln. Betriebe müssen aufhören, damit das Ferkelangebot sinkt. Auch die Schlachthöfe können uns helfen, indem sie die Maskengewichte runter nehmen. So schaffen die Mäster mehr Umtriebe bei besserer Futterverwertung und können schneller und mehr Ferkel wieder einstallen. Wir investieren gerade in einen neuen und modernen Abferkelstall mit einem ökologischen Heizsystem in Form einer Hackschnitzelheizung. Des Weiteren habe ich bereits die Genehmigung für die Umbauten zur Gruppenhaltung vorliegen und beginne nun mit dem Bau. Da ein Größenwachstum in Zukunft immer schwieriger werden wird, werde ich sehen, dass ich im nachgelagerten Bereich investiere. Ich denke hier z. B. an eine Hackschnitzelheizung. Bei der Vermarktung unserer Ferkel setzen wir schon jetzt auf Direktbeziehungen. Das ist für uns eine gute Lösung. Wir setzen darauf, dass auch in Zukunft unsere gute Ferkelqualität gemeinsam mit der Nähe zum Mäster den Absatz entscheidend sichert. weiterlesen...

Im Tierschutz auch Kompromisse eingehen

Philine Göckeritz, 31634 Steimbke Niedersachsen

Die derzeitige Lage der Ferkelerzeuger ist sehr kritisch, für viele Betriebe sogar Existenzbedrohend. Wir stehen noch relativ gut da, weil wir im geschlossenen System produzieren und so wenigstens keine Absatzprobleme bei den Ferkeln haben. Doch betrachtet man den Betriebszweig Ferkelproduktion für sich, so ist die Produktion, auf Grund der hohen Futterkosten momentan unrentabel. Deshalb sollte man sich grundsätzlich überlegen: Produzieren wir die Ferkel nicht teurer als wir sie am Markt zukaufen könnten? Ich sehe drei Wege, aus dem Preistief: Aufhören, Durchhalten oder Aussetzen und auf bessere Zeiten hoffen. Die gestiegenen Anforderungen im Bereich Tierschutz kommen zu der schwierigen Marktlage noch hinzu und erschweren die Wettbewerbsbedingungen für die deutschen Ferkelproduzenten. Tierschutz ist in aller Munde. Jeder regt sich darüber auf und jeder mischt sich irgendwie ein und will mitreden. Am Ende verlieren die meisten Beteiligten den Blick für das eigentlich wichtige: Das es den Tieren mit den Maßnahmen besser geht. Der Landwirt wird zu immensen Investitionen gezwungen, die im Endeffekt hohe Kosten verursachen, auf der anderen Seite aber keine höheren Erlöse einbringen. Sie bedeuten mehr Arbeit und sind wie gesagt nicht immer zum Wohle des Tieres. Als Beispiel sei hier die sogenannte "Bewegungsbucht" im Abferkelstall genannt. Die Sau wird für drei Wochen fixiert, um Ferkelverluste zu vermeiden. Darf sich die Sau bewegen steigen die Erdrückungsverluste sofort rapide. Hinzu kommen hygienische Probleme. Kann die Sau sich drehen ist die Gefahr groß, dass sie in ihren eigenen Trog kotet. Wie kann das Tierschutz sein, wenn man es unterstützt, dass neugeborene Ferkel von ihrer Mutter zerquetscht werden und ist es ein angemessener Preis dafür, dass sich die Sau in ihrer Bucht umdrehen kann? Der Ferkelschutzkorb ist ein Kompromiss, doch die Vorteile für Ferkel und Sauenhalter überwiegen. weiterlesen...

Große Herdengröße, große Ferkelpartien, guter Gesundheitsstatus

Philipp Lütjens, 29664 Walsrode-Idsingen Niedersachsen

In Kooperation mit einem weiteren Landwirt sind wir 2005 auf der grünen Wiese mit einem neuen Stall in die Sauenhaltung eingestiegen. Zuvor waren wir Ferkelaufzüchter und bekamen Partien aus vielen verschiedenen Betrieben. Aus gesundheitstechnischer Sicht eine Katastrophe. Natürlich geht es uns mit den hohen Futterkosten und den niedrigen Ferkelpreisen nicht viel besser als unseren Berufskollegen, jedoch können wir im Hinblick auf die Größenordnung gewisse Kostenvorteile nutzen und eine geringere Aufstallbereitschaft seitens der Mäster durch feste Lieferverträge weitestgehend unterbinden. Wir bemühen uns, unsere Produktionskosten zu optimieren ohne dabei aber langfristig gesehen die Herdenleistung zu gefährden, beispielsweise durch schlechtere Futterqualität oder einen verminderten Jungsauenzukauf. Gerade die Optimierung der biologischen Leistungen halte ich für einen wichtigen Aspekt um die katastrophale Marktlage zu überwinden. Wir können jetzt schon einige Vorteile für unseren Betrieb nutzen. Da wäre unser hoher Gesundheitsstatus, der uns zugleich bei der Verwirklichung von hohen biologischen Leistungen unterstützt. Wir können mit 800 Sauen relativ große Ferkelpartien anbieten, die wir an feste Mäster mit unserem eigenen Transporter abgeben. Wir müssen gute Beratung fordern aber auch umsetzen. Nicht alle kommen durch die Tiefpreisphase, zumal viele Betriebe auch noch von hohen finanziellen Umbaumaßnahmen betroffen sind, sodass sich der Markt langfristig selber regulieren wird. Wir werden versuchen mit unserem Betrieb zu den "Besseren" zu gehören und so unsere Existenz zu sichern. Geben Betriebe in dieser Phase auf, wird sich das Ferkelangebot auch wieder verknappen. weiterlesen...
 
Angelika Sontheimer, Freie Agrarjournalistin
Jana Püttker, ISN - Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands
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Keywords Ferkel | Frage der Woche | Nachgefragt | Schwein | Schweineerzeuger | Schweinefleisch | Schweinehalter | Tierschutz | Tierschutzauflagen
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