Samstag, 26.05.2012
Bio
| 28.11.2011
Naturland: Keine neuen Ökolabels
Gräfelfing - Hans Hohenester, Naturland-Präsidiumsvorsitzender, sieht die Politik in der Pflicht: Sie soll den Goldstandard Ökolandbau als Leitbild einer nachhaltigen Landwirtschaft festschreiben.
Hans Hohenester, Naturland-Präsidiumsvorsitzender.
Bereits im Juli dieses Jahres habe der Rat für Nachhaltige Entwicklung in seinem Bericht an die Bundesregierung den Begriff "Goldstandard Ökolandbau" definiert, sagte Hohenester auf der Delegiertenversammlung des ökologischen Anbauverbandes. Für diesen Standard stünden das Bio-Siegel als gesetzlicher Mindeststandard sowie die strengeren und seit Jahrzehnten kommunizierten Gütesiegel der Ökoverbände.
"Wir erleben derzeit eine bizarre Diskussion über neue Labels, während die Erfolge bereits eingeführter Gütesiegel unter den Tisch fallen", so Hohenester weiter. Neue Labels seien nicht erforderlich, sondern politischer Durchsetzungswille für eine zukunftsfähige und moderne Landwirtschaft wie den Ökolandbau.
Neue Logos weichen alte Standards auf
Angesichts der im ersten Halbjahr 2011 kräftig gestiegenen Umsätze mit
Ökolebensmitteln sei es kontraproduktiv, eine Diskussion um
Nachhaltigkeitslabel im Lebensmittelbereich anzustoßen, meinten die
Naturland-Delegierten. Das Angebot an Labels würde durch
Vorreiterprojekte von Naturland wie die Integration von
Sozialrichtlinien und die Entwicklung einer Fair-Zertifizierung
abgerundet; die Verbindung von Ökolandbau und fairem Handel erfülle im
Besonderen die Anforderungen an eine nachhaltige Lebensmittelwirtschaft.
Dagegen würden neue sogenannte Nachhaltigkeits-Logos im
Lebensmittelbereich aufgrund der Lobbykräfte der konventionellen
Lebensmittel- und Agroindustrie zu einer Aufweichung der Anforderungen
führen und die Entwicklung zur nachhaltigen Landwirtschaft zurückwerfen.
Allen Naturlandbauern sei klar, dass es auch in der ökologischen
Lebensmittelwirtschaft Potential für Verbesserungen gebe. Mit der
Unterstützung von Politik, Forschung und Wirtschaft sähen sich die
Ökobetriebe auch in Zukunft als Motor für die Umsetzung des Leitbildes "Nachhaltigkeit", etwa in den Bereichen Biodiversität, Verpackung,
Reststoffverwertung, Energie und Wassermanagement.
AgE
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