Samstag, 26.05.2012
Ausbau der Energienetze verzögert sich
Bonn - Der für die Energiewende nötige Trassenausbau kommt nicht so schnell voran wie vom Gesetzgeber ursprünglich geplant. Darauf hat die Bundesnetzagentur in ihrem aktuellen Monitoringbericht hingewiesen.
Fast jedes Land in der EU kämpft auf seine Weise mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien.
© Viola W/aboutpixel.de
Demnach sind bei zwölf
der im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) benannten 24
erforderlichen Maßnahmen deutliche Verzögerungen im Genehmigungs-
und Realisierungsplan zu beobachten, so dass die
jeweils vorgesehene Inbetriebnahme teilweise um mehrere
Jahre überschritten wird. Insgesamt sollen laut EnLAG
1807 km neue Trassen verlegt werden. Von den Vorhaben des
Bedarfsplans sind laut Netzagentur sieben in der Planungsphase,
sechs im Raumordnungsverfahren, acht im Planungsfeststellungsverfahren
und eines im Bau. Immerhin zwei der Ausbauprojekte
mit insgesamt 214 km Trassen wurden bislang
fertiggestellt.
Dabei bezeichnete die Bundesagentur den Netzausbau
als "Gebot der Stunde", da die Erzeugerkapazitäten auf
Basis erneuerbarer Energieträger deutlich zugenommen hätten
und gleichzeitig durch die abgeschalteten Atomkraftwerke "dargebotsunabhängige Erzeugungskapazitäten" weggefallen
seien. Das bestehende hohe Niveau der Versorgungssicherheit
mit Elektrizität könne künftig nur durch massive Investitionen
auf allen Netzebenen gewährleistet werden.
Widerstand vor Ort
Die Berichte der Übertragungsnetzbetreiber an die Bundesnetzagentur
über den Stand ihrer Ausbauvorhaben lassen laut Monitoringbericht
ebenfalls Verzögerungen erkennen. Mitte 2011
hatte sich bereits bei 73 der bis 2014 geplanten 149 Maßnahmen
der Zeitrahmen verschoben. Als Gründe nennt die Bundesnetzagentur
Verzögerungen im behördlichen Genehmigungsverfahren,
beispielsweise wegen Widerstand in der lokalen
Bevölkerung, oder Klagen gegen Planfeststellungsbeschlüsse.
In einigen Bundesländern seien außerdem Änderungen in den
behördlichen Genehmigungsverfahren aufgrund geänderter
gesetzlicher Rahmenbedingungen nötig wie beim niedersächsischen
Erdkabelgesetz. Weitere Ursachen seien Lieferengpässe
bei Anlagenherstellern oder technische Gründe.
Dialogbereitschaft soll für Akzeptanz sorgen
Neben dem
beschleunigten Netzausbau will die Bundesnetzagentur künftig
einen weiteren Schwerpunkt bei der Beteiligung der Öffentlichkeit
setzen. Die eigentlichen Probleme lägen in der Nichtakzeptanz
der Bevölkerung und der fehlenden Einsicht, dass der
Umbau hin zu einer nachhaltigen Energieerzeugung ohne Netzausbau
ins Stocken gerate, heißt es in dem Bericht. Durch "eine
verstärkte Dialogbereitschaft" will die Agentur an einer höheren
Akzeptanz mitwirken.
AgE
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