Die Vorteile der sozialen Netzwerke liegen auf der Hand: Man kann sich und seine Interessen darstellen, mit Freundinnen und Freunden in Kontakt bleiben und neue Bekanntschaften schließen. Die Selbstdarstellung hat aber auch Tücken: Wer glaubt, im Internet mit seinen Freundinnen und Freunden unter sich zu sein, der irrt.
Online-Redakteur Christian Herrmann zeigt, wie Ihr Euch im Social Web sicher bewegt.Online Was öffentlich ist, können auch Lehrer, Eltern, Arbeitgeber und Kriminelle sehen. Und: Was einmal online ist, bleibt es oft auch. Bilder und Texte werden von Suchmaschinen gespeichert oder von anderen Nutzer weiterverbreitet.
In allen sozialen Netzwerken sind Einstellungen zur Privatsphäre vorgesehen. Dort wird festgelegt, wer was sehen und tun darf, in welcher Weise persönliche Daten - zum Beispiel für Werbung - benutzt werden dürfen und welche Rechte an Texten, Bildern und Videos man an den Betreiber eines Netzwerkes abtritt. Nicht immer sind die Voreinstellungen so gewählt, dass sie Privatsphäre garantieren. Manchmal werden die von Nutzerinnen und Nutzern selbst gewählten Einstellungen sogar von den Betreibern zugunsten „offenerer“ Einstellungen überschrieben - zuletzt ist das bei Facebook geschehen. Mit den Einstellungen zur Datensicherheit sollte man sich also unbedingt beschäftigen. Unter dem Stichwort „Hilfe“ gibt es bei www.watchyourweb.de eine genaue Anleitung für die gängigen sozialen Netzwerke.
Oh, wie peinlich!
Auch wenn Einstellungen zur Privatsphäre so gewählt sind, dass nur Freunde das Profil sehen dürfen: Es gibt Inhalte, die nicht ins Netz gehören. Dazu gehört alles, was für einen selbst oder für andere unangenehm oder peinlich werden kann: Bilder, die auf andere sexuell aufreizend wirken könnten, Videos vom letzten Saufgelage, beleidigende Texte oder Fotos, an denen man kein Nutzungsrecht hat. Wenn Andere auf den Fotos zu sehen sind, sollte man sie fragen, ob sie mit einer Veröffentlichung einverstanden sind. Wer sich vor unerwünschten Kontakten schützen möchte, sollte auch keine Handy-Nummer, Postanschrift oder E-Mail-Adresse im Profil veröffentlichen. Die wichtigste Regel heißt: Erst nachdenken, bevor Du etwas online stellst!
Bei Mobbing oder Belästigung, wenn ein Dienst auf einmal kostenpflichtig wird, ein unerwünschtes Foto immer noch bei Google zu finden ist, das Gefühl entsteht, mit privaten Daten wird Schindluder getrieben, dann solltet Ihr Euch wehren.
Im Notfall Hilfe suchen
Man kann einzelne Nutzer von seinem Profil ausschließen oder melden, sich von Verbraucherschützern beraten lassen oder an Datenschutzbeauftragte wenden und von Suchmaschinen das Löschen von Daten verlangen. Im schlimmsten Fall ist die Polizei die richtige Adresse.