Samstag, 26.05.2012
Deutschland: Neues Virus nachgewiesen
Wie das Friedrich Löffler-Institut auf seiner Homepage im November veröffentlichte, wurde erstmals in Deutschland das Auftreten eines sogenannten Orthobunyavirus bei Rinder in Deutschland nachgewiesen.
Analysen des Erbmaterial lassen auf einen Virus der Akabane-ähnlichen Viren schließen, es wurde auf Grund seiner Herkunft vorläufig als Schmallenberg-Virus bezeichnet. Weitere Untersuchungen zur Einordnung des Virus müssen noch folgen.
Orthobunyaviren sind eigentlich in Ozeanien, Australien und Afrika verbreitet und rufen dort nur milde Krankheitssymptome hervor. Werden jedoch trächtige Tiere infiziert kann es zu Frühgeburten oder zu fetalen Missbildungen (z. B. blinde Kälber, Kälber mit Sehnenverkürzungen oder Hirnschäden) kommen.
Die Viren werden durch Gnitzen übertragen. Es ist derzeit nicht sicher, ob es sich um einen Neueintrag oder um einen bereits länger in Europa vorkommendes Virus handelt.
Aufmerksam wurde man auf das Krankheitsgeschehen als Landwirte aus Nordrhein-Westfalen zwischen August und Ende Oktober auf ein erneutes Auftreten der
Blauzungenkrankheit hinwiesen. In verschiedenen Herden waren Symptome wie Fieber, schlechtes Allgemeinbefinden, Appetitlosigkeit sowie starker Milchmengenrückgang aufgetreten. In den Niederlanden waren zuvor bereits rund 80 Betriebe betroffen.
Bei der Untersuchung der Proben konnte aber das Blauzungenvirus ausgeschlossen werden.
Weitere Untersuchungen zur Aufklärung der Fälle müssen lauf FLI nun folgen, um einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Virusnachweis und den Krankheitssymptomen zu bestätigen. © FLI, AH / Oliver (Fotolia)
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