Samstag, 26.05.2012
Neuheiten bei den Saat- und Bodenbearbeitungsgeräten
Immer größere Schlagkraft und immer höhere Präzision, dass sind die Trends, an denen die Hersteller auf diesem Gebiet tüfteln. In diesem Artikel erhalten Sie einen Eindruck über die spannensten Neuheiten in Hannover.
Lemken: Pflugpacker mit flexibler Arbeitsbreite
Der FlexPack für den Anbaupflug Juwel 8 und die Aufsattelpflüge Diamant 12 ist ab Sommer 2012 erhältlich.
© Lemken
Wenn bei wachsenden Betriebsgrößen die Wege zum Feld immer weiter werden, sind fest mit dem Pflug verbundene Packer eine praktische und zeitsparende Lösung, da sie keinen separaten Transport erfordern. Mit dem FlexPack stellt Lemken einen solchen integrierten Packer vor, der auch mit variablen Arbeitsbreiten bei Anbau- und Aufsattelpflügen zurechtkommt. Im Gegensatz zu bisherigen Packern, deren Arbeitsbreite vorgegeben ist, passt sich der neue FlexPack von Lemken automatisch der Arbeitsbreite des Pfluges an, da der Packerrahmen parallel zum Pflugrahmen läuft. So ist ausgeschlossen, dass Ackerstreifen doppelt gepackt werden, falls der Pflug seine maximale Arbeitsbreite nicht ausnutzt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der FlexPack auch schon beim Pflügen der ersten Furche zum Einsatz kommt und der Packer sowohl am Vorgewende als auch beim Grenzpflügen verwendet werden kann.
Paarweise versetzt angeordnete Packerringe mit einem Durchmesser von 60 cm und einem V-Profil sorgen für eine verstopfungsfreie Arbeit. Sie haben einerseits eine gute Packwirkung und verhindern andererseits ein zu tiefes Einsinken auf leichten Böden. Für eine gute Rückverfestigung lässt sich die Druckbelastung des FlexPack hydraulisch einstellen.
Köckerling bringt 6 Meter Ultima CS
Die Köckerling Ultima CS ist nun auch in Arbeitsbreiten bis 6 Meter erhältlich.
© Köckerling
Als Nachfolger der bekannten Universalsämaschine Ultima zeigt Köckerling in diesem Jahr erstmalig die Maschine Ultima CS 600 auf der Agritechnica. Die Abkürzung „CS“ steht dabei für „Compact Seeder“, denn die Baulänge konnte gegenüber dem Vorgängermodell um 150 cm reduziert werden. Neu ist auch das Dosiergerät mit hydraulischem Antrieb. Hier hat der Landwirt die Möglichkeit, die Ultima CS über ein ISO-Bus Terminal, eine Bedienkonsole mit 10“ Monitor oder eine einfache mehrzeilige Bedienkonsole zu steuern. Zur Ermittlung der Fahrgeschwindigkeit wird ein Radarsensor eingesetzt. Um ausreichend Saatgut mitführen zu können, wurde die Form des Tanks neu gestaltet. Insgesamt 3.300 Liter misst das Volumen des jetzt längs auf der Maschine aufgebauten Behälters. Im Vergleich zum Vorgänger bedeutet dies auch eine niedrigere Einfüllhöhe und eine verbesserte Sicht vom Schlepper aus nach hinten auf das Arbeitsgerät. Auch die Tanköffnung wurde entscheidend vergrößert, so dass der Befüllvorgang schnell und einfach erledigt werden kann.
Horsch zeigt viele Neuheiten für Groß- und Kleinbetriebe
Die Schardruckeinstellung erfolgt hydraulisch mit einer Gummielement-Überlastsicherung.
© Horsch
Beim neuen Horsch Sprinter NT handelt es sich um eine speziell auf die Anforderungen von Großbetrieben in Direktsaat-Klimazonen angepasste Sämaschine. Maschinen in 15 und 24 Metern Arbeitsbreite stehen für maximale Schlagkraft. Die Horsch NT Meißelschar-Sätechnik des Sprinter 15 und 24 NT ermöglicht einen stroh- und klutenfreien Saathorizont und gewährleistet zudem einen hohen Anteil von Feinerde in der Saatreihe. Die Ablage des Saatgutes erfolgt in einer sogenannten „offenen Furche“. Das druckrollengeführte NT Meißelsäschar formt eine Rille und räumt Kluten und organisches Material aus dem Saathorizont zwischen die einzelnen Saatreihen. In diese Furche wird das Saatgut abgelegt und von der Druckrolle in den feuchten Boden gedrückt. Bei der 24 Meter Ausführung steht ein 17.000 Liter Saatguttank SW 17.000 SD zur Verfügung.
Das Mittelfahrwerk macht den Grubber wendig am Vorgewende und auf der Straße.
© Horsch
Bei einer maximalen Arbeitstiefe von 15 cm eignet sich der Cruiser XL gleichermaßen für die Stoppelbearbeitung mit optimaler Strohverteilung nach dem Mähdrusch, die Saatbettbereitung, als Feingrubber zur mechanischen Unkrautbekämpfung und zum Auflockern und Belüften der Böden im Frühjahr. Der vierbalkige Grubber hat eine Rahmenhöhe von 60 cm, einen Balkenabstand von 64 cm, einen Strichabstand von 15 cm und verfügt über die neuen kompakten FlexGrip Zinken mit 100 kg Auslösekraft. Der Cruiser XL ist als 3-Punkt-Maschine mit 5 und 6 Metern Arbeitsbreite und als gezogene Variante mit Mittelfahrwerk in 8 Meter Breite erhältlich.
Väderstad macht Tempo
Die Tempo wird es in einer sechs- bis achtreihigen Ausführung geben.
© Väderstad
Der schwedische Bodenbearbeitungsgeräte- und Sämaschinenhersteller Väderstad bringt erstmalig eine Einzelkornsämaschine auf den Markt. Das neue Seedmeter ist dabei der Schlüssel für die hohe Leistung. Die Saatgutbeschickung unter Druck macht das System zudem sehr unempfindlich gegen Vibrationen und Stöße. Das Seedmeter verfügt über einen elektrischen Antrieb und kann sehr einfach bedient werden. Die Kalibrierung und Einstellung, zum Beispiel der Aussaatmengen, kann sogar im laufenden Betrieb erfolgen. Jedes Seedmeter hat einen eigenen Saatsensor, der laufend die Aussaatmenge überwacht. Aufgrund des elektrischen Antriebs können auch einzelne Reihen individuell ab- und angeschaltet werden. Neu entwickelt wurden auch die einzelnen Säaggregate. Sie sind konsequent in allen Bauteilen für hohe Fahrgeschwindigkeiten ausgelegt. Um Vibrationen bei hoher Geschwindigkeit zu reduzieren, verfügt jede Säeinheit über zwei parallel geführte, gezogene Andruckrollen, die über ein „Walking Tandem“ miteinander verbunden sind. Dadurch wird eine gleichmäßige Saatgutablage erzielt. Die Tempo ist aus dem größten Forschungs- und Entwicklungsprogramm entstanden, welches das Familienunternehmen Väderstad jemals unternommen hat.
Amazone EDX eSeed steht in Zukunft unter Strom
Der Wirkungsgrad des Gesamtsystems ist durch die elektrischen Antriebe (inkl. Versorgung) deutlich verbessert.
© Amazone Werke
Im Unterschied zur herkömmlichen EDX wurden bei der EDX eSeed die Antriebe für Lüfter und Dosierungen durch Hochvoltmotoren (400 V) ersetzt und werden über die auf dem Traktor befindlichen Wechselrichter. Die Dosierantriebe wurden durch leistungsfähige Servoantriebe mit einer deutlich verbesserten Dynamik ersetzt. Bei großen pneumatischen Sämaschinen werden insbesondere die Lüfter auf den Maschinen hydraulisch angetrieben, was zwar hohe Flexibilität in der Anordnung bringt, aber bedingt durch schlechte Wirkungsgrade zu hohen Kraftstoffverbräuchen führt. Immer mehr Komfortfunktionen führen dazu, dass die elektrischen 12 V-Anlagen herkömmlicher Traktoren oft an ihre Grenzen stoßen. Die Hydraulik des neuen Systems wird nur noch für die Betätigung von hydraulischen Zylindern benötigt, z. B. für das Klappen. Ein weiterer großer Vorteil des Systems ist die Unabhängigkeit von der Motordrehzahl des Traktors, so dass es einfach möglich ist, den Traktor im Verbrauchsoptimum zu betreiben.
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.