Wirtschaft Der Agrar-Exportmarkt hat Zukunft

Berlin - Die Agrarwirtschaft profitiert von der Globalisierung und vom Rohstoffhunger der großen Schwellenländer. Experten prognostizieren eine stetig wachsende Nachfrage von Agrarprodukten.

Auf der Finanztagung des Deutschen Bauernverbands (DBV) diskutierten Experten die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Agrarwirtschaft.
Auf der Finanztagung des Deutschen Bauernverbands (DBV) diskutierten Experten die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Agrarwirtschaft. Die Wachstumsmöglichkeiten am europäischen Binnenmarkt sind nach Einschätzung Volker Hellmeyers, Chefanalyst bei der Bremer Landesbank, weitgehend ausgereizt. Im Gegensatz steigt die Nachfrage von Agrarprodukten in den großen Schwellenländern.
 
Länder wie China und Indien spielen eine entscheidende Rolle bei der Überwindung der Finanzkrise. Die volkswirtschaftliche und demografische Wachstumsdynamik beschert diesen Ländern erhebliche Zuwachsraten bei den Einkommen und beim Konsum.

Gute Preisentwicklung bei Agrarprodukten

Hellmeyer geht davon aus, dass das starke Nachfragewachstum die Agrarpreise weiter nach oben treibt. Ein guter Indikator für die Preisentwicklung ist nach seiner Einschätzung der Rohölpreis, der als wichtiges Leitprodukt die Nachfrage und die Knappheiten bei Rohstoffen anzeigt.
 
Über die Abwertung des Euros hat sich die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produkte am Weltmarkt nochmals erhöht. Allerdings würden die steigenden Rohstoffpreise auch die Inflationsgefahr vergrößern. Um den globalen Bedarf an Nahrungsmitteln befriedigen zu können, sieht Hellmeyer die Notwendigkeit, die Produktivität in der europäischen Landwirtschaft weiter zu erhöhen.
 

Produktivitätsschub durch Technisierung

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Zur Steigerung der Produktivität seien Methoden wie Precision Farming, die Anwendung konservierender Methoden der Bodenbearbeitung und Strukturwandel-Maßnahmen  zukunftsweisend, erklärte Dr. de Baey-Ernsten vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL).

Im Ackerbau wird der Einsatz automatischer Lenksysteme einen enormen Produktivitätsschub und den Durchbruch für das Precision Farming bringen. In der Tierproduktion steht der Einsatz von Robotern und Prozessautomatisierungen in Folge des immer stärker werdenden Arbeitskräftemangels noch am Anfang.
 
Die Probleme moderner tiergerechter Haltungssysteme sind oft noch nicht endgültig geklärt. Laut Dr. de Baey-Ernsten steht die Landwirtschaft vor einer neuen Technisierungswelle, die Arbeit in hohem Maße durch neue Technologie ersetzen wird.
 


Precision Farming: Geldbeutel und Umwelt schonen

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