Mais Bonde besteht auf Einhaltung der Fruchtfolgevorgabe

von , am

Stuttgart - Der Frost im Februar hat zu Auswinterungsschäden geführt. In Baden-Württemberg wurde gefordert, auf Befallsgebieten des Maiswurzelbohrers erneut Mais anbauen zu dürfen.

© Mühlhausen/landpixel Bild vergrößern
Seinen Status als Quarantäneschädling hat er zwar los. Doch ernsten Schaden richtet er nach wie vor an: der Westliche Maiswurzelbohrer.
Die strenge Frostperiode im Februar dieses Jahres hat einige landwirtschaftliche Kulturen geschädigt und zerstört. In manchen Landesteilen Baden-Württembergs müssen Landwirte massive Ausfälle insbesondere bei Winterweizen und Wintergerste hinnehmen, die eine Neuansaat im Frühjahr erforderlich machen. In den Befallsgebieten des Maiswurzelbohrers, in denen die EU strenge Fruchtfolgevorgaben zur Eindämmung des wirtschaftlich bedeutendsten Maisschädlings erlassen hat, werden vor diesem Hintergrund derzeit Forderungen laut, auf den frostgeschädigten Feldern entgegen der Vorgaben nun zum dritten Mal hintereinander Mais anbauen zu dürfen, berichtet das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung.

Erneuter Maisanbau drohe Schädlingszahl deutlich zu erhöhen

Diese Forderungen lehnt Agrarminister Alexander Bonde entschieden ab: "Die Maisbauern in den Befallsgebieten schneiden sich ins eigene Fleisch, wenn sie von den Fruchtfolgeauflagen abweichen - dann droht sich die Zahl der Schädlinge und der Befallsflächen deutlich zu erhöhen. Aber nicht nur das: Eine weitere Ausbreitung des Maiswurzelbohrers würde auch die Saatmaisproduktion in Südbaden bedrohen", sagte der Minister am Dienstag in Stuttgart. Im letzten Jahr seien die Käferzahlen mit etwa 6000 gefangenen Tieren auf rund das 20-fache der vergangenen Jahre angestiegen. "Die Bekämpfungsstrategie des nach Deutschland eingeschleppten Käfers, der weltweit Schäden in vielfacher Millionenhöhe verursacht, basiert auf der Pflicht zum Fruchtwechsel, um dem Maiswurzelbohrer die Lebensgrundlage zu entziehen", erläuterte der Minister und verwies auf nationale Vorgaben: "Dies ist in der Maiswurzelbohrerbekämpfungsverordnung des Bundes so festgelegt."
 
Als Folge einer Abweichung von den Fruchtfolgevorgaben befürchte das Ministerium eine massenhafte Vermehrung und unkontrollierte Weiterverbreitung des Schädlings, so Bonde weiter: "Wir wollen und können uns nicht auf die Chemie verlassen. Damit sind wir schon einmal in Teufels Küche gekommen", warnte der Grüne-Minister. 2008 war in der Rheinebene ein Bienensterben durch das gegen den Schädling wirksame Beizmittel Clothianidin ausgelöst worden, das inzwischen für die Maiswurzelbohrer-Bekämpfung nicht mehr zugelassen ist.

Aigner-Ministerium sieht auch keine Alternative zur Fruchtfolgeregelung

Auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz habe seinem Ministerium inzwischen mitgeteilt, dass angesichts der Erkenntnisse über den Schadorganismus und der nur sehr eingeschränkten Verfügbarkeit von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln keinerlei der Fruchtfolgeregelung (maximal zweimal Mais in drei Jahren) gleichwertige Maßnahmen erkennbar seien, berichtete Bonde. "Damit sind auch laut Bundeslandwirtschaftsministerium keinerlei Ausnahmen von der Fruchtfolgeregelung möglich." Die einzige sichere und praktikable Möglichkeit zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers bleibe damit die Unterbrechung des Maisanbaus durch die Fruchtfolge, stellte Minister Bonde klar.
 
Die durch die Fruchtfolgebeschränkung betroffenen Landwirte in den Eingrenzungsgebieten könnten wie die Landwirte in anderen von Frostschäden betroffenen Landesteilen und Regionen im Bundesgebiet auf Sommergetreide ausweichen, meinte der Minister. Unter den klimatischen Bedingungen Südbadens komme auch die Aussaat von Soja, Erbsen und Körnerhirse in Frage. "Ich appelliere daher an die Vernunft der betroffenen Landwirte, die bestehende Fruchtfolgeregelung zu akzeptieren und somit einen solidarischen Beitrag zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des gefährlichen Quarantäneschädlings zum Schutz des Maisanbaus zu leisten", sagte Bonde abschließend.

Maiswurzelbohrer: Bekämpfungsstrategien und Auflagen

Schlagwörter
Landlive Kommentare