Mecklenburg-Vorpommern Dünge-Überwachung: Diese Betriebe sind jetzt meldepflichtig

Gülle wird auf einem Stoppelfeld ausgebracht © agrarfoto.com Bild vergrößern
von , am

In Mecklenburg-Vorpommern müssen Unternehmen, die den gesetzlichen Meldepflichten für Wirtschaftsdünger unterliegen, in die neue Wirtschaftsdüngerdatenbank melden.

Die Wirtschaftsdüngerdatenbank Mecklenburg ist in Betrieb gegangen und ab sofort für Unternehmen zugänglich, die gesetzlichen Meldepflichten unterliegen. Die Datenbank ist das Ergebnis einer im Oktober 2016 erlassenen Landesverordnung, die die Datenverwaltung vereinfachen und betriebliche Auswertungen ermöglichen soll. Die Landesverordnung konkretisiert die Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger des Bundes.

Danach ist jeder Betrieb, egal ob Landwirt, gewerblicher Tierhalter oder Biogasanlagenbetreiber, der mehr als 200 Tonnen Wirtschaftsdünger im Kalenderjahr abgibt, befördert, aufnimmt oder verwertet dazu verpflichtet, Aufzeichnungen zu führen und bestimmten Melde- und Mitteilungspflichten nachzukommen.

Monatliche Meldung über Wirtschaftsdünger

Mit der neuen Landesverordnung muss nun monatsweise „Bericht erstattet“ werden. „Das bedeutet nicht, dass wir mehr Informationen von den Betrieben einfordern, sondern, diese schneller verfügbar machen möchten, um zeitnah zu wissen, wann wo Wirtschaftsdünger bewegt wird“, erklärte der Minister.

So wird Wirtschaftsdünger gemeldet

Jedes landwirtschaftliche Unternehmen muss sich mit seiner betrieblichen Kennung aus der Agrarverwaltung (InVeKoS/HIT-Nummer plus dazugehörigen PIN) in die Wirtschaftsdüngerdatenbank über die Internetseite - www.lms-beratung.de >> landw. Fachrecht & Beratung >> Sachgebiete Wirtschaftsdüngerverbringungsverordnung - einloggen und die erforderlichen Aufzeichnungen und Meldungen erledigen.

Nichtlandwirtschaftliche Unternehmen, wie z.B. Biogasanlagen müssen eine Betriebsnummer unter lfb@lms-beratung.de beantragen. Weiterführende Informationen sind ebenfalls unter der angegebenen Internetseite abzurufen.


Mit Material von Ministerium Mecklenburg-Vorpommern

Gülleausbringung: Diese Techniken sind noch erlaubt
  • Prallverteiler, bei denen der Güllestrahl nach unten beziehungsweise zur Seite abgestrahlt wird, sind auch weiterhin erlaubt. Diese sogenannte Breitverteilertechnik lässt sich auch relativ günstig nachrüsten. Befestigt wird sie direkt am Schieber des Fasses.

  • Auch sogenannte 'Schwanenhalsverteiler' gehören zu den Breitverteilern und sind weiterhin erlaubt. Die Gülle trifft hier gegen ein gebogenes Blech und spritzt nach unten und zur Seite. Auch hiermit ist eine ordentliche Verteilgenauigkeit erreichbar.

    © Werkbild
  • Beim Schwenk- beziehungsweise Pendelverteiler wird der Flüssigmist durch das Hin - und Herschwenken des Flüssigmiststrahls verteilt. Dabei entsteht ein großtropfiges Streubild mit sehr guter Breitverteilung. Durch Duo-Lösungen, wie auf dem Bild sind Arbeitsbreiten bis zu 21 Meter realisierbar.

    © Möscha
  • Vorteile von Schleppschläuchen sind die hohe Verteilgenauigkeit und die bodennahe Ablage. Auch sind mittlerweile sehr große Arbeitsbreiten möglich. Diese Exaktverteilertechnik ist zwar teuer, aber eine der Zukunftssichersten, da sie Verluste minimiert. Eine Nachrüstung für alte Güllefässer ist oft nicht möglich.

    © Zunhammer
  • Beim Güllegrubber befinden sich am Ende des Tankwagens Grubberzinken mit hinter diesen angeordneten Schläuche, über die die Gülle in die vom Grubberschar gezogene Erdrinne fließt. Die zurückfallende, aufgelockerte Erde deckt den ausgebrachten Flüssigmist sogleich ab. Auch diese Technik gehört zu den sogenannten Exaktverteilern.

    © werktuigendagen/wikipedia
  • Auch beim Schleppschuh- oder Schlitzschuhverteiler wird die Gülle aus den Schläuchen mit zusätzlichen Metallkufen direkt in die Grasnarbe geritzt. Der Bestand schließt sich anschließend wieder, wodurch der Luftaustausch und die Einstrahlung verringert werden. Dadurch sinken die Geruchs- und Ammoniakemissionen deutlich ab. Der Einsatzschwerpunkt liegt hier auf dem Grünland.

    © Zunhammer
  • Auch Düsenbalkenverteiler sind weiterhin erlaubt. Mit zwei oder mehr Düsen können auch größere Arbeitsbreiten erreicht werden. Im Vergleich zu Breit- oder Schwenkverteilern sind sie jedoch deutlich teurer.

    © Pichon
Technikboerse