Milchproduktion EU-Milchmarkt: Rohmilchpreise schwächer

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Am EU-Binnenmarkt haben die Rohmilchpreise im Dezember erstmals seit acht Monaten wieder nachgegeben. Das zeigen die Ende der letzten Woche veröffentlichenden Daten der EU-Kommission.

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Im Mittel aller EU-Länder gingen die Milchpreise jedoch nur moderat um 0,4 Ct oder 1,2 Prozent (%) zurück. In Deutschland rutschten die Milchpreise im Dezember hingegen schon etwas stärker um 1,2 Ct bzw. 3,2 % nach unten und im Januar zeichnet sich für Deutschland ein weiterer Preisrückgang ab.
 
Allerdings lassen die von der EU-Kommission wöchentlich erfassten Großhandelspreise für Milchprodukte bislang keine ausgeprägte Marktschwäche erkennen, auch wenn die Tendenz zuletzt bei Butter deutlich und bei Milchpulver leicht nach unten zeigt. Am 22. Februar kostete Butter an den europäischen Handelsplätzen rund 15 Prozent weniger als im Oktober und sechs Prozent weniger als im Dezember. Die Großhandelspreise für Vollmilchpulver lagen rund drei Prozent unter dem Niveau von Dezember. Dagegen waren die Notierungen für Magermilchpulver und Käse seit dem Herbst relativ stabil.

Exportmärkte: Butterpreise unter Druck

Ein wichtiger Indikator für die weitere Entwicklung der Preise am europäischen Binnenmarkt ist die Entwicklung der Exportpreise. Seit Herbst 2011 gaben die Ausfuhrpreise für Butter kräftig nach und rutschen auch im neuen Jahr weiter nach unten. Am 16. Februar lagen die Exportpreise für Butter aus der EU bei rund 4350 US-Dollar je Tonne (USD/t) und damit fünf Prozent niedriger als im Januar und gut 20 Prozent niedriger als im Herbst. Dagegen verkauften die Europäer Magermilchpulver in den ersten Wochen des dieses Jahres zu relativ stabilen Preisen ins Ausland. Allerdings war das Preisniveau etwa zehn Prozent niedriger als im Herbst. Für Vollmilchpulver war die Entwicklung ähnlich.
 
Ähnlich wie in Europa entwickelten sich die Exportpreise in Ozeanien. Auch dort war der Rückgang der Preise bei Butter am kräftigsten, während des bei Käse kaum Veränderungen gab. Zudem haben sich die Milchpulverpreise in Neuseeland nach einem kräftigen Einbruch zur Jahresmitte von etwa 25 Prozent seit Herbst kaum noch verändert. Stärker als in Europa haben die Exportpreise Ende 2011 jedoch in den USA nachgegeben. Hier war nicht nur bei Butter sondern auch bei Käse (Cheddar) eine Korrektur der Ausfuhrpreise um mehr als 20 Prozent zu beobachten. Diese Entwicklung blieb natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die US-Milchpreise die von Dezember bis Februar um gut sechs US-Cent beziehungsweise 15 Prozent nach unten rutschten.

Überall mehr Milch

Eine Ursache für die schwächeren Preise am Weltmarkt ist die deutliche gewachsene Produktion bei Milch und Milchprodukten. In den USA war die erzeugte Milchmenge im Gesamtjahr 2011 rund 1,8 Prozent höher als 2010 und im Januar 2012 betrug der Vorsprung sogar 3,7 Prozent. In Australien erreichte die Mehrproduktion für den Zeitraum Juli bis Januar 3,8 Prozent und die neuseeländische Milchmenge wuchs von Juni bis November sogar um 8,6 Prozent. Aus Argentinien meldete man zuletzt sogar einen zweistelligen Produktionszuwachs und auch die Europäer erzeugten im 2011 gut zwei Prozent mehr Milch.
 
Diese mehr erzeugte Milchmenge muss der Weltmarkt in Form von Milchprodukten aufnehmen. Bei den Europäern hat 2011 ganz besonders die Ausfuhr von Magermilchpulver zugenommen. Hier übertrifft die Ausfuhrmenge mit 517.000 Tonnen den Vorjahreswert immerhin um 37 %. Auch bei Kasein (+ 32 %) , Molkepulver (+ 16 %) und Laktose (+ 12 %) lagen die europäischen Exporte deutlich über den Vorjahreswerten. Dagegen blieb die Käseausfuhr mit 682.000 Tonnen nahezu stabil und die europäischen Exporte von Butter (- 25 %) und Vollmilchpulver (- 13 %) gingen sogar deutlich zurück.
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