Ölsaaten Europäische Union: Schwache Rapsernte erwartet

Die EU-Rapsernte wird 2012 wohl nur geringfügig größer ausfallen als 2011. Der Verband der europäischen Getreidehändler Coceral schätzt die Gesamternte auf 19,1 Millionen Tonnen.

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Im Vergleich zu schwachen Vorjahresernte von 19,0 Millionen Tonnen (Mio. t) ist dies lediglich ein Zuwachs von einem Prozent und deckt bei weitem nicht den Bedarf von zuletzt rund 22,3 Mio. t. Damit bleibt die Versorgungslage bei der wichtigsten europäischen Ölfrucht angespannt.

Deutsche Ernte ein Viertel größer

Mit einem deutlichen Produktionszuwachs rechnet Coceral lediglich in Deutschland. Hier ist die Anbaufläche wegen des späten Aussaattermins letzten Herbst mit 1,3 Mio. Hektar (ha) zwar zwei Prozent (%) kleiner als im Vorjahr, bei den Erträgen rechnet man jedoch mit einem Zuwachs von gut einem Viertel auf 37,2 Dezitonnen/Hektar. Im letzten Jahr hatte das trockene Frühjahr die Erträge dramatisch nach unten gedrückt. Für dieses Jahr erwarten die Coceral-Experten hingegen eine Erntemenge von 4,86 Mio. t. Das wären rund 1 Mio. t bzw. 25 % mehr als im letzten Jahr. Damit liegt die Coceral-Prognose geringfügig höher als die erste Ernteschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes mit 4,8 Mio. t.

Frankreich mit stabiler Produktion

Für Frankreich, den größten Rapsproduzenten der EU, rechnet man für 2012 mit einer etwa gleich großen Ernte wie 2011. Auf einer Anbaufläche von 1,58 Mio. ha wird eine Gesamtproduktion von 5,36 Mio. t erwartet. Dies ist in etwa so viel wie im letzten Jahr. Einen Produktionsrückgang von etwa sechs Prozent auf 2,6 Mio. t erwartet man trotz Flächenausweitung für das Vereinigte Königreich. Ursache sind hier die unter den sehr guten Vorjahreswerten liegenden Erträge. Einen Produktionszuwachs von rund neun Prozent auf 2,08 Mio. t sehen die Coceral-Experten für Polen. Bei unseren östlichen Nachbarn hatte im letzten Jahr die Frühjahrstrockenheit ebenfalls für eine deutlich kleinere Ernte gesorgt. Dagegen rechnet man für Tschechien wegen der etwas kleineren Anbaufläche mit einem Produktionsrückgang von etwa 4 % auf 1,03 Mio. t.

Produktionseinbruch in Rumänien und Ungarn

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Einen starken Produktionseinbruch erwartet Coceral für Rumänien. Dort soll die Erzeugung um mehr als zwei Drittel auf nur 0,2 Mio. t schrumpfen, weil die Anbaufläche entsprechend eingeschränkt wurde. Verantwortlich hierfür sind neben dem sehr trockenen Herbst 2011 auch die Expansion des Mais- und Weizenanbaus. Auch in Ungarn schrumpft die Produktion wegen der Anbaureduzierung um rund 40 % auf 0,3 Mio. t und in Bulgarien geht die Rapsproduktion um 12 % auf 0,44 Mio. t zurück. Unter den westeuropäischen Produzenten hat Dänemark den Anbau um 30 % reduziert und wird deshalb mit 0,38 Mio. t wohl ein Viertel weniger Raps ernten als im letzten Jahr. Bei unseren nördlichen Nachbarn wird auf der bisherigen Rapsfläche vor allem Sommergerste angebaut.

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