Ölsaaten IGC schätzt globale Sojaernte weiter nach unten

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Das globale Angebot an Soja schrumpft immer weiter. Der internationale Getreiderat (IGC) hat am 26. April die erwartete Produktionsmenge um 4,1 Millionen Tonnen auf 238,4 Millionen Tonnen gesenkt.

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Im Vergleich zur Rekordernte 2010/11 wäre dies ein Rückgang von 28,4 Millionen Tonnen oder 11 Prozent. Ursache für die sechste Korrektur in Folge sind die weiter schrumpfenden Erntemengen in Südamerika. Auf diese Entwicklung reagierten die Märkte mit einem sehr deutlichen Anstieg der Preise für das wichtigste Eiweißfuttermittel.
 
An den argentinischen Exporthäfen kosteten Sojabohnen am 25. April 564 US-Dollar je Tonne und damit knapp 20 Prozent mehr als vor 10 Wochen. Sojaschrot verteuerte sich in diesem Zeitraum sogar um 25 Prozent auf 462 US-Dollar je Tonne.

Trockenheit und früher Winter

Die Sojabohnenernte Südamerikas schätzt der IGC jetzt auf zusammen 115,9 Millionen Tonnen. Dies sind 20 Millionen Tonnen weniger als man Ende letzten Jahres noch für möglich gehalten hatte. Die ausgedehnte Trockenheit in Argentinien und dem Süden Brasiliens, führte jedoch zu empfindlichen Ertragseinbußen. Ende April kam zudem in Argentinien noch ein früher Wintereinbruch hinzu, der die Farmer zu einem raschen Abschluss der Erntearbeiten zwingt. Bis dahin war jedoch erst rund die Hälfte der argentinischen Ernte einbracht.

Lagerbestände gleichen Defizit aus

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Der IGC schätzte die argentinische Gesamternte jetzt 42,9 Millionen Tonnen. Dies sind 2,1 Millionen Tonnen weniger als man vor vier Wochen erwartet hat und 12 Prozent weniger als im letzten Jahr. Außerdem bleibt die IGC-Prognose jetzt deutlich unter der letzten Schätzung des USDA (45 Millionen Tonnen).
 
Die Sojabohnenausfuhr des weltweit drittgrößten Exporteurs sieht der IGC jetzt bei 8,3 Millionen Tonnen und damit 0,9 Millionen unter der Exportmenge von 2011/11. Die Ausfuhrmenge des weltweit größten Exporteures von Sojaschrot könnte hingegen mit 29,4 Millionen Tonnen sogar einen neuen Rekordwert erreichen, denn die Lagerbestände sind wegen der sehr guten Ernten in den letzten beiden Jahren groß.

Brasilien trotzdem mit Ausfuhrrekord

Die Sojaproduktion Brasiliens reduzierte der IGC im Vergleich zur letzten Prognose um 1,4 Millionen Tonnen auf 65,6 Millionen Tonnen. Das USDA ging Mitte April ebenfalls von einer brasilianischen Sojaernte von 66 Millionen Tonnen aus. Im Vergleich zur Rekordernte von 2010/11 (75,3 Millionen Tonnen) wäre dies ein Rückgang von 13 Prozent bzw. rund 10 Millionen Tonnen. In Brasilen hat vor allem die Trockenheit den südlichen Bundestaaten Parana, Rio Grande do Sul und Matto Grosso do Sul, die Produktion deutlich reduziert. Hinzu kommen Probleme durch Pilzbefall im wichtigsten Produktionsstaat Matto Grosso. Der brasilianische Sojaexport für das laufende Jahr könnte dennoch auf einen neuen Rekordwert von 35,7 Millionen Tonnen klettern. Ursache sind die großen Bestände aus den hervorragenden Ernten der letzten beiden Jahre. Die brasilianische Ausfuhr von Sojaschrot könnte 2011/12 ein Volumen von 14,5 Millionen Tonnen erreichen und damit ebenfalls leicht über dem Vorjahreswert liegen.
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