Wetterkapriolen Kartoffelernte liegt 5 % unter dem Durchschnitt

Kartoffelernte © agrarfoto.com Bild vergrößern
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Wetterkapriolen haben die Bedingungen für Kartoffelerzeuger in diesem Jahr schwierig gemacht. Bisherige Rodungsergebnisse lassen eine bundesweite Ernte von 10,2 Millionen Tonnen erwarten. Die regionalen Unterschiede sind sehr groß. Niedersachsen meldet mit 472 Dezitonnen je Hektar die höchsten Ertäge.

Wie bereits 2015 haben auch in diesem Jahr viele Kartoffelerzeuger mit witterungsbedingten Herausforderungen zu kämpfen. Allerdings fallen diese regional sehr unterschiedlich aus. Im Ergebnis wird die diesjährige Kartof­felernte nach jetzigem Stand niedriger als das Ernteergebnis von 2015 ausfallen.

Die bisher vorliegenden Rodungsergebnisse in diesem Jahr lassen eine Kartoffelernte von voraussichtlich rund 10,2 Millio­nen Tonnen erwarten. Gegenüber der Vorjahresernte bedeutet dies ein Minus von 1,9 Prozent; der mehrjährige Durchschnitt würde damit um 5 Prozent unterschritten. Da die Haupternte noch andauert, kann das endgültige Ergebnis von der Vorschätzung abwei­chen.

Im Bundesdurchschnitt belaufen sich die Hektarerträge nach aktuellem Informationsstand auf rund 432 Dezitonnen je Hektar. Dies sind 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr und 0,8 Prozent weniger als im mehrjährigen Durchschnitt. Die höchsten durchschnittlichen Hektarerträge werden mit rund 472 Dezitonnen je Hektar aus Niedersachsen gemeldet (Vorjahr: 481 dt/ha). Deutlich verbessert hat sich die Ertragssituation in Bayern mit 455 Dezitonnen je Hektar gegenüber 354 Dezitonnen je Hektar im Trockenjahr 2015.

Kartoffelanbauflächen 2016

Die Anbaufläche erreichte 2016 nach den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupt­erhebung mit rund 235.500 Hektar einen neuen Tiefstand. Gegenüber dem Vorjahr wurde der Anbau um 0,5 Prozent eingeschränkt, gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt 2010 bis 2015 um 4,3 Prozent. Verarbeitete Kartoffelprodukte unterliegen einer wachsenden Nachfrage, so dass sich der Kartoffelanbau auf dem derzeitigen Niveau stabilisieren könnte.

Die wichtigsten Anbauregionen für Kartoffeln sind

  • weiterhin Niedersachsen mit einem Flächenanteil von 43 %,
  • Bayern mit 17 % und
  • Nordrhein-Westfalen mit 12 %.

Schwierige Wachstumsbedingungen

Für den Kartoffelanbau waren die Bedingungen in den zurückliegenden Monaten vielfach schwierig.

  • Niedrige Bodentemperaturen verzögerten das Auflaufen der Kartoffeln und das Jungpflanzenwachstum.
  • Ab Ende Mai gab es regional Starkniederschläge, die im Extremfall zum Totalverlust von Beständen, zumindest aber zu Wachstumsbeeinträchtigungen führten.
  • Unter der Nässe litten vor allem die Frühkartoffelgebiete am Niederrhein und in der Pfalz.
  • Die feucht-warme Witte­rung begünstigte zudem das Auftreten von Kraut- und Knollenfäule während der Ertragsbil­dungsphase.
  • War die erste Hälfte der Vegetationszeit durch zu viel Wasser geprägt, so kehrte sich dies im Sommer um.
  • Für die später reifenden Sorten war die Bodenfeuchte in der zweiten Augusthälfte und der ersten Septemberhälfte mangels Niederschlägen zu gering, um noch nennenswerte Ertrags­zuwächse zu bewirken.
  • Aufgrund des wechselhaften Witterungsverlaufs fallen die Hektarerträge auch in diesem Jahr regional sehr unterschiedlich aus.

Quelle: BMEL


Aktuelle Technik im Kartoffelanbau
  • Die neue Bunkermaschine AR-4BX von Ploeger. Neu ist der Elevator, der um 90 Grad gedreht wurde und dadurch auf 1,2 m verbreitert werden konnte. Der Bunker fasst jetzt 14 t, der neue 450-PS-Motor von Scania erfüllt mit AdBlue die Abgasrichtlinie Tier 4 interim. Mit einer Breite von 3,5 m braucht die AR-4BX in Deutschland allerdings eine Sondergenehmigung.
  • SC und TIM heißen die neuen Features bei Grimme. Section Control gibt es u.a. in den Legemaschinen GB 430 und GL 860 Compacta. Das Tractor Implement Management findet man im Erntegerät SE 260 und der Legemaschine GL 420 Exacta. Die GB 430 gibt es seit kurzem mit einer neuen Achse für größere Wendigkeit. Eine neue Schwanenhalsanhängung über der Fräse ist noch im Versuchsstadium.
  • Der belgische Hersteller AVR ist Fullliner in der Kartoffeltechnik und produziert rund 200 Erntemaschinen im Jahr. Hier das neueste Modell aus der Spirit-Baureihe: der zweireihige Seitenbunkerroder 9200. Vergrößert wurden neben der Igelfläche auch der Verlesetisch (90 cm) und der Bunker (rund 8 t).
  • Im März 2014 stellte Dewulf den neuen zweireihigen Selbstfahrer RA3060 vor – der Erste, der mit seinem 350-PS-Motor von Scania und AdBlue die Abgasrichtlinie Tier 4 final erfüllt.
  • Andreas Heiß hat seinen All-In-One-Profi selbst entwickelt, um die Frühjahrsbestellung in einem Übergang zu erledigen: Die Kartoffeln werden ohne vorherige Bodenbearbeitung in das Feld gelegt. Das Dammfräsen erübrigt sich. Ein Miedema-Aufkleber auf Heiß' Maschinen zeigt inzwischen die Zugehörigkeit.
  • Der niederländische Hersteller Miedema wird von Dewulf übernommen. Hier zu sehen. die Riemenbett- Pflanzmaschine Structural MS 4000, kombiniert mit der Düngeeinheit FertiFlow, sowie die Dammbaumaschine CP42P, bei der Sensoren die Festigkeit der Dämme regeln.
  • Keiler 2 von ROPA: Der zweireihige, gezogene Kartoffelroder mit 7,5-t-Bunker wird vollhydraulisch angetrieben und ist ISOBUS-fähig. Über ein Touchdisplay können die drei Ableitwalzen, alle vier umlaufenden Fingerkämme und die vier Igelbänder in der Geschwindigkeit angepasst werden.
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