Aufreger Landwirt als Ausbeuter? Die Leser-Reaktionen zum Spiegel-Artikel

Spiegel-Artikel © Julia Eder Bild vergrößern
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"[Landwirte] gehen mit ihrem Grund und Boden um, als wäre er ihr privates Ausbeutungsgebiet." So reagieren agrarheute-Leser auf diesen Satz.

Der Spiegel-Artikel "Zum Wohl der Tiere", der die Agrarindustrie kritisiert, wird derzeit von Landwirten diskutiert. Eine These des Artikels lautet:

"[Die Landwirte] gehen mit ihrem Grund und Boden um, als wäre er ihr privates Ausbeutungsgebiet - und nicht die Nahrungsgrundlage für alle Menschen sowie die kommenden Generationen."

Darauf gab es mehr als 50 Kommentare auf der agrarheute-Facebookseite. Wir fassen zusammen.

Unsinnigkeit der These: "Wir erhalten den Boden für kommende Generationen."

Eugen Sauter führt ironisch vor Augen, wie wenig haltbar die These der Spiegel-Autorin ist: "Alles klar, lieber "Spiegel". Weil landwirtschaftliche Betriebe ja nie von den Kindern weitergeführt werden, sondern nur kaputt gemacht werden, um den -kaputten- Boden dann mit Riesengewinnen zu verkaufen!"

Ellen Rberg sieht das genauso: "Selbst wenn sich Grund und Boden im Eigentum befindet, muss pfleglich damit umgegangen werden. Schäden der Bodenstruktur, die z.B. durch nicht zeit- bzw. sachgerechte Bodenbearbeitung entstehen können, sind noch nach mehreren Jahrzehnten nachweisbar. Damit die nächsten Generationen weiterhin gut mit unserem Ackerland arbeiten können, haben wir Landwirte die Pflicht die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten bzw. zu verbessern."

Aber Ellen räumt ein:  "Leider gibt es unter uns schwarze Schafe, wie überall... die kann man leider auch nicht wegreden."

Situation der Betriebe: "Die Landwirte selbst sind das Ausbeutungsgebiet."

Frans van Wilgen paraphrasiert die These der Spiegel-Autorin und findet vielmehr: "Die Politiker/Bürger gehen mit ihrem Landwirte um, als wäre sie ihr privates Ausbeutungsgebiet und nicht die Nahrungsgrundlage für alle Menschen sowie die kommenden Generationen ..."

Dem kann sich der Landwirtschaftlicher Betrieb Hof Cohrs nur anschließen und berichtet von der fachlichen Praxis: "Als würden wir auf unseren Flächen noch irgendetwas selbst bestimmen. Wir handeln fast ausschließlich nach Vorgaben der Politik. Diese führen unter anderem dazu, dass immer mehr Familienbetriebe mit fairer Tierhaltung aufgeben müssen, weil sie die Kosten nicht tragen können. Wir Landwirte arbeiten 365 Tage im Jahr von früh bis spät. Ja, das haben wir uns selbst ausgesucht und ja wir tun es auch gerne. Aber ohne uns Landwirte: Wie würde sich die Bevölkerung ernähren? Mit chemisch nachgebauten Lebensmitteln und Ernährungsergänzungsmitteln, um unseren Nährstoffbedarf zu decken?! Wir werden kritisiert für das Melken der Kühe und das Schlachten der Rinder. (...) - Fakt ist: Anstatt die Landwirtschaft ständig zu kritisieren und in Frage zu stellen, sollte man sich mal um die wirklichen Probleme unserer Gesellschaft annehmen!"

Medienkritik: "Hauptsache schockieren"

Peter Huber beleuchtet das Problem des Artikels auf höherer Ebene: "Der Spiegel und andere Medien gehen mit der Pressefreiheit um, als wäre es ihr privates Gut. Schreiben, was man will nur um Geld zu verdienen. Wer das, was dort steht, glaubt, ist selber Schuld. Tiere is no Business like Showbusiness."

Auch Oliver Staab kritisiert die Arbeitsweise der Publikumsmedien: "Sie lebt halt davon, dass sie mal ab und an (so etwas) an die Zeitung verkaufen kann und isst anschließend ein gutes Rumpsteak, und damit ist es doch auch wieder eine Weile gut. Who cares? Schade um die Druckerschwärze."

Jannis Culemann schließt sich dem Unverständnis an: "Irgendeine Tante kann sich so einen Schwachsinn ausdenken und damit ohne Skrupel einen ganzen Berufsstand durch den Dreck schleifen... Hauptsache der Leser ist schockiert! Verkauft sich gut."


Die schönsten Bauernhöfe Deutschlands
  • Platz 1: Familien-Betrieb Haack Den ersten Platz belegt der reetgedeckte Bauernhof der Familie Haack auf der Nordseehalbinsel Eiderstedt. Er ist schon seit einigen Generationen im Familienbesitz und wird mit Ackerbau und Tierhaltung bewirtschaftet.

    © Haack
  • Platz 1: Familien-Betrieb Haack Die Familie bewirtschaftet den Bauernhof im Vollerwerb mit 20 Mutterkühen und 65 Mutterschafen. Insgesamt gehören zu dem Betrieb 55 Hektar Fläche, 25 Hektar mit Ackerbau. Ein wichtiges Standbein ist jedoch das Angebot "Urlaub auf dem Bauernhof." www.ferienhof-haack.de

    © Haack
  • 2. Platz: Huberbauernhof Auf den zweiten Platz wählte die Jury den Huberbauernhof im Berchtesgadener Land. Die Familie Staller bewirtschaftet den Bio-Bauernhof im Nebenerwerb. Im Stall und auf der Weide stehen 12 Milchkühe und 12 Jungrinder. Zu dem Betrieb gehören 15 Hektar Grünland und 7 Hektar Wald. Auf dem Bild sieht man links die Hofkapelle.

    © Staller
  • 2. Platz: Huberbauernhof Ein wirklich schönes Plätzchen vor einer wunderbaren Bergkulisse. Das gefällt auch den Urlaubsgästen des Huberbauernhofs.

    © Staller
  • Platz 3: Eicherhof Der Eicherhof im Landkreis Erding belegt den dritten Platz unseres Fotowettbewerbs. Der Betrieb setzt auf Rinderhaltung mit Milchvieh inklusive Nachzucht und Bullenmast. Alle baulichen Anlagen hat die Familie selbst entworfen und gebaut (Brunnen, Fasadenverzierungen, Gartenanlagen).

    © Eicher
  • Platz 3: Eicherhof Gegenüber des Eicherhofs auf der anderen Seite des Weihers steht die Dorfkirche.

    © Eicher
  • Platz 4: Ferienhof Groot Plaats Der Betrieb liegt direkt am Deich an der ostfriesischen Nordseeküste. Die Eigentümer bewirtschaften 332 Hektar mit Getreide- und Rapsanbau. Ein weiteres Standbein sind die 6 Ferienwohnungen.

    © Tjarks
  • Platz 4: Ferienhof Groot Plaats Das Scheunengebäude wurde Anfang des 17. Jahrhundert errichtet und im 18. und 19. Jahrhundert erweitert. www.groot-plaats.de

    © Tjarks
  • 5. Platz: Klemmes Hof Der denkmalgeschützte Klemmes Hof liegt am nördlichen Rand des "Lipper Hügellandes". Die Hofanlage mit 6 Fachwerkhäusern und einer Mühle hat eine über 500-jährige Geschichte. Die Familie bewirtschaftet 380 Hektar Acker und 11 Hektar Wald. Die Produkte aus der kleinen Tierhaltung werden im eigenen Hofladen direkt vermarktet. (www.hofladen-klemme.de)

    © Klemme
  • 5. Platz: Klemmes Hof Zum Fürstentum "Lippe-Detmold" gehörend wurden dem Hof 1719 Wasserrechte zum Betrieb einer Wassermühle verliehen.

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  • 6. Platz: Bauernhof Jung Dieser Vierseithof im Fachwerkbaustil befindet sich im brandenburgischen Lennewitz nahe der Havelmündung in die Elbe. "Alles seit dem Erwerb der Hofstelle 1996 auferstanden aus Ruinen", schreibt der Eigentümer.

    © Jung
  • 6. Platz: Bauernhof Jung Die 1850 errichtete Scheune wird heute als Kuhstall genutzt. Gehalten werden derzeit 10 Mutterkühe der alten Rasse Deutsches Rotbuntes Niederungsvieh. Der Viehbestand soll demnächst aufgestockt werden. www.jung-lennewitz.de

    © Jung
  • Platz 7: Betrieb Wortmann Der Hof liegt im Herzen von Niedersachsen, genauer gesagt im Landkreis Verden. Die Hofstelle wurde im Jahre 1854 erbaut und ist seit mehreren Generationen im Familienbesitz. Es handelt sich um ein typisch niedersächsisches Zweiständerhaus aus Backstein, die im 18. Jahrhundert teilweise die Fachwerkbauten ersetzten.

    © Wortmann
  • Platz 7: Betrieb Wortmann Die Familie Wortmann bewirtschaftet den Hof im Vollerwerb mit Milchviehhaltung und Nachzucht.

    © Wortmann