Ernte und Transport Mähdrescher: Witterung beeinflusst Trendentwicklung

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München - Die wechselhafte Witterung im Sommer 2010 hat wieder gezeigt, dass die Auslastung von Hochleistungsmähdreschern in extremen Jahren vor allem für Lohnunternehmer zunehmend schwieriger wird.

Claas Lexion 770

Denn die Weg- und Rüstzeiten sowie der Verschleiß nehmen überproportional zu, während die Hektarleistung aufgrund widriger Erntebedingungen sinkt. Zwar wird nicht jeder Sommer wie der in diesem Jahr, aber die Witterungsextreme nehmen zu. Wer als Lohnunternehmer seine Fahrzeugflotte verkleinert hat, dabei aber auf größere Maschinen setzt, hat in solchen Jahren das Nachsehen. Denn weniger verfügbare Maschinen bedeuten, dass eine geringere Anzahl von Kunden bedient werden kann. Daher geraten Mähdrescher der kleinen und mittleren Leistungsklasse wieder in den Fokus bei Lohnunternehmen wie auch bei Landwirten. Eigenmechanisierung ist auf einmal wieder ein Thema. Denn während in diesem Jahr die Getreidepreise wieder stark anzogen, mussten einige Landwirte zusehen wie die Qualitäten auf dem Halm von Tag zu Tag schlechter wurden.

Großmaschinen werden dennoch weiter und mit noch mehr Leistung nachgefragt. Für Großbetriebe bieten diese auch bei wechselhafter Witterung die beste Effizienz, da mit größerer Schnittbreite und geringerer Fahrgeschwindigkeit der Kraftstoffverbrauch je Hektar oder Druschtonne sinkt. Ihr volles Potenzial können Sie jedoch nur bei lang anhaltenden Gutwetterperioden und guten Erntebedingungen ausschöpfen.

Mehr Technik

Mähdrescher im mittleren und unteren Leistungsbereich werden komfortabler. Mittlerweile hat sich auch dort der Multikuppler für die Hydraulik- und Elektrikverbindungen zwischen Schneidwerk und Mähdrescher durchgesetzt. Defizite gibt es noch bei der sensorischen Überwachung, zum Beispiel Kornfeuchte, Kraftstoffverbrauch und Ertragserfassung. Mittlerweile lassen sich automatische Lenksysteme auch auf kleinen Mähdrescher installieren. Damit kann diese Technik bereits auf bäuerlichen Betrieben ausgelastet werden, denn sie ist nun nicht mehr nur auf den Traktor festgelegt.

Neue Leistungsdimension

Claas bietet den derzeit stärksten Mähdrescher an. Der Lexion 770 bietet fast 600 PS maximale Motorleistung und lässt sich mit Schneidwerken bis zu einer Breite von 12 Metern ausrüsten. Für die Transportkette werden die Durchsatzleistungen dieser Maschinen eine zunehmende Herausforderung. Denn passt die Logistik nicht und es fallen dadurch Standzeiten an, wird es teuer. Das Korntankvolumen lässt sich kaum mehr an die höheren Durchsatzleistungen anpassen, denn die Abmessungen für Mähdrescher werden durch die StvZO vorgegeben. Zusätzlich muss größerer Bauraum für Bereifung geschaffen werden, um nachhaltige Bodenschäden durch die hohen Maschinengweichte zu vermeiden. Als Alternative sind Bandlaufwerke verfügbar, mit denen Außenbreiten von 3,30 m eingehalten werden können.

Telematics für Dokumentation

Größere Bedeutung erlangen Telemetriesysteme auf Mähdreschern. Über sie ist ein gezieltes Flottenmanagement möglich, was vor allem für Lohnunternehmer interessant ist. Außerdem kann man vom Büro-PC, vom Laptop oder vom Handy aus Durchsatz, Verluste, Kraftstoffverbrauch und Status der Maschinen abrufen. Diese Daten lassen sich speichern und gezielt auswerten, um Schwachstellen in der erntekette aufzuzeigen. Führend auf diesem Gebiet ist die Firma Claas. Hersteller wie John Deere und CNH ziehen aber bereits nach und werden ab 2011 neue Systeme anbieten. (mm)

 

{BILD:139424:jpg}Matthias Mumme
Technik-Redakteur dlz-agrarmagazin

 

 

 

 

 

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