Getreide Mehrheit spritzt gegen Ährenfusariosen

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Immer häufiger verursachen Fusarien Qualitätseinbußen beim Weizen. 60 Prozent der Landwirte geben an, dass sie ihre Bestände jetzt gegen Ährenfusariosen spritzen. Auch gegen Gelbrost scheinen Maßnahmen angezeigt.

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Die Symptome der Ährenfusariosen zeigen sich als partielle Taubährigkeit im Getreide.
In den letzten Jahren waren häufig Fusariumpilze Ursache für Ertragsverluste und Mykotoxinbelastungen des Weizens, stellt Dr. Ulrich Lehrke von der LK Niedersachsen fest. Da mit der Blühphase das kritische Stadium für Infektionen mit Ährenfusariosen beginnt, spritzen 60 Prozent der Ackerbauern aktuell gegen Fusarienpilze. Das ergab die jüngste agrarheute-Umfrage. Weniger Sorgen bereitet den Landwirten der Mehltau und Braunrost. Nur vier Prozent greifen laut Umfrageergebnis noch zu Pflanzenschutz gegen Braunrost, drei Prozent gehen gegen Braunrost vor.
 
Gelbrost dagegen scheint momentan ein größeres Problem darzustellen. Immerhin 23 Prozent der Umfrageteilnehmer haben kürzlich PSM-Maßnahmen beim Gelbrost durchgeführt oder planen diesen. Fast 10 Prozent nehmen aktuell Pflanzenschutz-Maßnahmen gegen Seporia tritici vor. Insgesamt nahmen 402 Personen an der Umfrage teil.

Pfluglose Bearbeitung begünstigt Infektion

Die Zunahme von Fusariuminfektionen ist laut Lehrke auf die starke Ausdehnung des Maisanbaus zurückzuführen - als Folge des Biogasbooms auch hinein in die typischen Ackerbauregionen, so der Experte. Weitere Faktoren seien die Zunahme der pfluglosen Bodenbearbeitung sowie der Anbau krankheitsanfälliger Sorten. Neben der Vorfrucht habe die Bodenbearbeitung einen großen Einfluss auf das Infektionsrisiko, erklärt Lehrke. Durch eine saubere Bearbeitung könne das Inokulum deutlich vermindert werden. Die Gefährdung steige bei pflugloser Bestellung nach Getreide und Zuckerrüben. Die Vorfrucht Mais sei generell bedenklich.

Hohe Temperaturen wirken befallsfördernd

Bei der Blüte ist die Infektionsgefahr am Größten. Das Aufquellen der Perithecien (Fruchtkörper des Pilzes) auf den Vorfrucht-Stoppelresten von Mais und Getreide wird durch feuchte Witterungsbedingungen begünstigt, so dass bei niederschlagsreicher feuchter Witterung von einem hohen Ascosporenflug auszugehen ist.
 
Niederschläge und hohe Temperaturen (> 18 Grad Celsius) wirken befallsfördernd. Die Konidien (Pyknidien) auf den Ernteresten konnten aufgrund der hohen Temperaturen und Niederschläge im Frühjahr gut gebildet werden.

Vegetationsreport: Fusarienbekämpfung im Weizen

 

Für die erfolgreiche Bekämpfung ist eine rechtzeitige Diagnose von Fuß-, Blatt- und Ährenkrankheiten essentiell. Basis für mögliche Pflanzenschutzmaßnahmen ist die Identifikation der Befallshäufigkeit auf den Indikationsblattetagen. (Bilder: hapo/landpixel)

Weizenkrankheiten
  • Fusarien gehören weltweit zu den wichtigsten Schadpilzen im Getreide und Mais. Sie setzen Gifte frei, die ganze Ernten verderben können, führen zu Ertragseinbussen, Qualitätsverlusten und vermindern die Keimfähigkeit des Saatgutes. Zusätzlich bilden die Pilze giftige Mykotoxine.
  • Gelbrost (Puccinia striiformis) Schadbild: Auf Blattspreiten vor allem blattoberseits ovale gelborange Pusteln in Streifenform zwischen den Blatta- dern, später auch auf Blattscheiden und Ähren. Vergilben und Vertrocknen der Blätter erst streifig, bei starkem Befall ganzflächig. Anfangs nesterweises Auftreten im Bestand.
  • Braunrost (Puccinia recondita) Schadbild: Ovale rostbraune Pusteln mit pulvrigem Inhalt zerstreut oder nesterweise auf Blattoberseite, auch -unterseite. Vergilben und Absterben der Blätter. Kurz vor Reife vor allem blattunterseits schwarze Fruchtlager, von Blattoberhaut bedeckt.
  • Echter Mehltau (Erysiphe graminis) Schadbild: Auf Blättern watteartige weiße Pusteln, später filzartige schmutziggraue Überzüge. Vergilben und Absterben der Befallsflächen. Auf abreifenden Pflanzen in diesem Pilzgeflecht kleine schwarze Fruchtkörper des Erregers. Auf Ähren Pusteln, später Verbräunungen, zuerst an den Spelzenlängskanten.
  • Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) Schadbild: Typische Zeichen eines Befalls sind ab dem zeitigen Frühjahr auf den Spreiten zunächst der älteren, später auch der jüngeren Blätter ovale, gelbgrüne bis wässrig-graugrüne Flecke. Die Blattflecke fließen zu unregelmäßig geformten Nekrosen zusammen, die Blätter sterben schließlich ab und vertrocknen.
  • DTR-Blattdürre Schadbild: Auf Blattspreiten anfangs kleine, ovale gelbbraune Flecke mit dunkelbraunem Punkt; später länglich geformte abgestorbene Gewebeteile mit unregelmäßiger Begrenzung, meist mit deutlich gelbem Hof und dunklem Infektionszentrum; Flecke ineinanderfließend; von der Blattspitze her fortschreitende Blattdürre. Blattachseln lange gesund.
  • Halmbruchkrankheit Schadbild: Ende der Bestockung auf Blattscheiden an der Bodenoberfläche eng begrenzte, glasigbraune Flecke, im Befallszentrum oft aufreißend. Im Milchreifestadium an Halmbasis augenfleckartige Verbräunungen, Vermor- schung, Halmbruch
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