Kartoffeln Nematodenbefall: LWK wehrt sich gegen Vorwürfe der AbL

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Die AbL wirft der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einem Brief Unregelmäßigkeiten bei Boden- und Kartoffelproben auf Nematoden vor. Die Kammer wehrt sich gegen diesen Verdacht.

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In besonders intensiven Kartoffelanbaugebieten, ist der Nematodenbefall groß.
In wichtigen Kartoffelanbaugebieten breiten sich die schädlichen Kartoffelzysten-Nematoden aus. Für die Nematoden-kontrollen ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zuständig. Laut Arbeitsgemeinnschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) soll es möglicherweise zu schwerwiegenden Fehlern oder Unregelmäßigkeiten bei Boden- und Kartoffelproben, eventuell sogar konzentriert bei bestimmten Zuchtunternehmen, gekommen sein. Die Hinweise darauf würden von Landwirten stammen. Die AbL hat in einem Brief die Verdachtsmomente aufgelistet und an die Kammer verschickt.
 
Wie der Pressesprecher der Landwirtschaftskammer Niedersachen gegenüber agrarheute.com versichert, werde der Brief ernst genommen und schnell beantwortet. Die Vorwürfe weist die LWK Niedersachsen aber ganz klar zurück. "Bei uns wird alles sauber dokumentiert. Jeder Probeneingang, jedes Analyseergebnis, betont der Sprecher. " Wir haben uns nichts vorzuwerfen". 
 

Hoher Nematodenbefall in intensiven Anbaugebieten

Wie es zu dieser Verbreitung der Nematoden kommt, da scheinen sich die AbL und die Landwirtschaftskammer einig zu sein. Beide sehen die Gründe vor allem in der Nichtbeachtng von Fruchtfolge-Regeln. Vor allem in intensiven Kartoffelanbaugebieten wie zum Beispiel im Emsland.
Die AbL weist in ihrer Pressemitteilung darauf hin, dass Kartoffeln entsprechend der "guten fachlichen Praxis" nacheinander nur alle vier  Jahre angebaut werden könnten. So werden in den Anbauphasen zwischen den Kartoffeljahren ein möglicher Schädlings-Anfangsbefall in den Böden abgebaut. Kartoffelexperten konstatierten dagegen laut AbL, dass vor allem im Emsland eine massive Konzentration des Stärkekartoffelanbaus auf wenige Betriebe.  Angesichts des weitgehenden Fehlens von früher eingesetzten chemischer Bekämpfungs- und Bodenentseuchungsmittel und wegen entsprechender Resistenzen sei eine grundlegende Besinnung auf gute acker- und pflanzenbauliche Praktiken wie Fruchtfolgen, Sortenwahl, Bodenbearbeitung sowie Reinigung von Maschinen von Erde und Ernterückständen dringend geboten.
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