Stickstoffüberschuss Niedersachsen weitet Dünge-Überwachung aus

Gülle wird auf einem Stoppelfeld ausgebracht © agrarfoto.com Bild vergrößern
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Das Agrarministerium in Niedersachsen schafft 16 neue Stellen für eine Düngebehörde. Damit soll die Düngeausbringung der Betriebe besser überwacht werden.

Um dem anhaltenden Problem der Nährstoffüberschüsse aus Gülle, Festmist Gärresten und Mineraldünger zu begegnen, weitet das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen die düngerechtliche Überwachung erheblich aus. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen richtet dazu ab Januar 2017 eine neue eigenständige Düngebehörde unter Aufsicht des Ministeriums ein.

16 neue Stellen sollen Düngung überwachen

Das Land stellt hierfür im Haushaltsjahr 2017 zusätzliche Mittel in Höhe von 2,34 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Kontrollen im Rahmen des geltenden Düngerechts und im Hinblick auf das geplante betriebliche Düngekataster werden in einer ersten Ausbaustufe 16 neue Stellen eingerichtet. Hierbei wird auch die im neuen Landwirtschaftskammergesetz geforderte strikte Trennung der Bereiche Kontrolle einerseits sowie Beratung und Dienstleistung andererseits umgesetzt.

Transport von Wirtschaftsdünger in Ackerbauregionen

Der vermehrte Transport von Wirtschaftsdüngern aus den Tierhaltungs- in die Ackerbauregionen sei dabei eines der Ziele, die Land und Kammer verfolgten, sagte Hans-Joachim Harms, Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Mit der neuen Düngebehörde wird die Grundlage für den Aufbau einer modernen, effizienten und wirksamen düngerechtlichen Kontrolle gelegt. Dies umfasst etwa den elektronischen Abgleich von Betriebsdaten aus verschiedenen Quellen, so dass die Daten nicht mehrfach erhoben werden müssen.

Damit können auch viel gezielter solche Betriebe ausgemacht werden, bei denen die Wahrscheinlichkeit von düngerechtlichen Verstößen größer ist. Grundsätzlich dürfen Landwirte nur im Rahmen des tatsächlichen Pflanzenbedarfs düngen.

Stickstoffüberschuss von 30 Kilo pro Hektar

Laut Nährstoffbericht 2015 sind in Niedersachsen in einem Jahr rund 60 Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger angefallen, also Gülle, Festmist und Gärreste aus Biogasanlagen. Zusätzlich wurden von den Landwirten bis zu 300.000 Tonnen Stickstoff aus Mineraldünger ausgebracht. Nimmt man den tatsächlichen Nährstoffbedarf der Pflanzen, betrug allein der Stickstoffüberschuss im Land rund 81.000 Tonnen oder 30 Kilo pro Hektar. Der Anteil an Grundwassermessstellen in Niedersachsen mit Nitratgehalten über dem Grenzwert von 50 Milligramm/Liter beträgt rund 50 Prozent.