Zucht Schmallenberg-Virus: Fall in Rinderbestand bestätigt

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Schwerin - Wurde das Schmallenberg-Virus bislang vor allem in Schaf- und Ziegenbeständen nachgewiesen, tritt es jetzt auch bei Rindern zutage.

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In wenigen Wochen beginnt die Abkalbesaison. Dann wird ersichtlich, wieviele Rinder tatsächlich mit dem Schmallenberg-Virus infiziert sind.
Der Rinderbestand in Mecklenburg-Vorpommern, war Anfang Dezember auffällig geworden: Die Tiere zeigten Fieber, Fruchtbarkeits- und Nachgeburtsstörungen sowie Frühaborte. Mit Hilfe blutserologischer Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Institut wurde nachgewiesen, dass einige Rinder bereits zu diesem Zeitpunkt Antikörper gegen das Schmallenberg-Virus gebildet hatten. Das Virus selbst konnte zum Erkrankungszeitpunkt nicht nachgewiesen werden.

Drei Bestände betroffen

"Dieser Fall macht deutlich", so Landwirtschaftsminister Till Backhaus, "dass die Tiere des Bestandes etwa schon Mitte November des letzten Jahres mit dem Schmallenberg-Virus in Kontakt gekommen sind." Das Landwirtschaftsministerium hat das Schmallenberg-Virus bislang in drei Beständen nachgewiesen. In zwei Fällen handelt es sich dabei um kleine Ziegenbestände und in einem Fall um eine kleine Gemischthaltung mit Rindern und Schafen. Die Bestätigung der Untersuchungsbefunde durch das Friedrich-Loeffler-Institut steht noch aus.
 
"Wir gehen aber davon aus, dass sich diese Befunde, auch vor dem Hintergrund der in den Beständen vorhandenen Missbildungen von Lämmern, bestätigen werden", sagt Minister Backhaus.
 
Gesundheitskontrollen verschärfen
 
"Wir müssen mit zunehmendem Einsetzen der Ablammungen in den Schaf- und Ziegenbeständen mit weiteren Schäden insbesondere durch missgebildete Lämmer rechnen. Zudem können die Muttertiere unter der Geburt solcher Lämmer Schaden nehmen." Halter von Rindern, Schafen und Ziegen, in deren Beständen in nächster Zeit Geburten anstehen, sollten deshalb noch regelmäßigere Gesundheitskontrollen durchführen. Um Verluste zu vermeiden, sollten unbedingt der praktizierende Tierärzte hinzugezogen werden.
 
Bis Donnerstagnachmittag waren in ganz Deutschland im Tierseuchennachrichtensystem 404 Fälle und 235 Verdachtsfälle der Schmallenberg-Virus-Infektion gemeldet. Überwiegend sind dabei Schafhaltungen, vereinzelt aber auch Rinder- und Ziegenhaltungen betroffen. Aufgrund der kürzeren Tragezeit fallen derzeit vor allem Schaf- und Ziegenbestände auf.

Aufklärungsvideo der Stiftung tierärztliche Hochschule Hannover

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