Dorf und Familie Schwalben in Not, insolvente Biogasanlagen und krank machendes Stroh

Wie geht man mit aus dem Nest gefallenen Schwalben um? Was bedeuten diverse Insolvenzen im Biogasbereich und warum macht das Stroh krank?

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Schwalbenkinder im Nest (klick aufs Bild)
Schwalbenbaby's  abgestürzt

Heinrich hat ein besonderes Problem: "Hallo brauche mal eure Hilfe. Meine Tochter hat 3 Schwalbenbaybs gefunden. Das Problem ist, wir wissen nicht aus welchem Nest sie kommen.
Angeblich soll es gehen wenn man sie zurück setzt. Jetzt suchen wir jemanden der sie uns aufzieht. Das soll angeblich sau schwer sein. Möglichst Raum Münster." Applegetz schreibt: "ich hatte das schon mal versucht und kann nur sagen nie wieder ich konnte 2 Tage nicht schlafen und dann starb es trotzdem" Kasey gibt den Tipp: "geh zu einem Rinderhalter, der hat sicherlich einige Nester im Stall und fragt ob ihr die Jungen in Nester einsetzen dürft. Sucht euch dort ein Nest mit ungefähr gleichaltrigen Jungen raus, oder mehrere Nester und setzt die Jungen rein. Die Schwalbeneltern merken nichts, sie schimpfen natürlich wenn ihr an den Nestern rumtut, aber das ist schnell vergessen! Ich weiß das weil ich das selbst letztes Jahr gemacht habe, ein Nest mit drei Jungen war von der Wand gefallen, ich habe diese genommen und in den Nestern im Stall verteilt, hat super hingehauen" Auch Susanne1 bietet Hilfe an: "Bei uns im Raum PLZ 7 gibts eine hervorragende Aufzuchtstation, hier mal der link, da stehen ganz links für jeden PLZ Bereich Stationen aufgeführt, falls du Hilfe brauchst. Ansonsten : wo sind die gefunden worden, gibts oben direkt ein Nest wo sie hingehören könnten? Wenn man die wieder wo reinsetzen will wäre schlimm, wenn alle anderen vor Schreck raufallen würden...je nachdem wie gross die sind." 

Insolvenz einer Biogasbetreibergesellschaft

schwienebur stellt folgendes zur Diskussion: "Am 01.06.2012 hat eine große Betreibergesellschaft aus Vechta mit 8 Biogasanlagen bundesweit Insolvenz angemeldet. Die Anlagen stehen seit dem teilweise still. Zulieferer von Silomais, Lohnunternehmer, Arbeitnehmer und Banken stehen als Gläubiger da. Wie kann das sein???? Misswirtschaft? Kapital abgezogen? Ist das Substrat zu teuer eingekauft? Schlechte Anlagenführung? Wer hat die Anlagen konzipiert? Ist das der Anfang vom Ende bei Biogas? In der folgenden kontroversen Diskussion schreibt shockwave: "Neee,  das Ende sicher nicht, aber es werden sicherlich noch mehr Anlagen den Geist aufgeben ...bzw vom 2. bzw 3. Besitzer betrieben . Bei den Anlagen kommt in der ersten Zeit (Jahren) ne Menge Kohle rein, die sinnvoll eingesetzt werden muss. Und ich meine damit nicht den Landmaschinenhändler reich zu machen sondern schon mal Rücklagen zu bilden um die Reparaturen auffangen zu können, die nicht selten auch auch mal 50-60.000 Euro kosten können. Wichtig sind natürlich auch die Pachtkosten bzw. wie teuer Mais von welcher Qualität auf welcher Entfernung gehäckselt wurde. Alles Kosten die andere einfach kleiner haben als andere, das Wärmekonzept für den Kwk-bonus und die ganzen anderen Sonderleistungen sollte man natürlich wenn möglich auch mitnehmen...machen sicher auch nicht alle" 2011 meint: "Mich wundert, das es bis zur Insolvenz und Stilllegung der Anlage ( Anlagen) gekommen ist. In unserer Region wurden schon einige Anlagen von Industiekonzernen bzw. Energiekonzernen übernommen, die Anlagen liefen weiter die Pachten und die Lohnunternehmer wurden plötzlich wieder bezahlt und von den Aussensthenden merkte kaum einer was. Aber wahrscheinlich wird hier ein paar Etagen höher gepokert, und plötzlich nach der Insolvenz ist ein Industiekonzern bereit das Ding für 1 € zu übernehmen, und die Gläubiger sind die verarschten!" Und 240236 schreibt: "Ich glaube, daß die meisten in der Finanzierungsplanung "beschissen" wurden. Ein guter Freund von mir hat sich eine Anlage für seinen Betrieb planen lassen, ohne großartig Futter zukaufen zu müssen. Er hat dann für 390KW gebaut und ihm wurde gesagt, daß er noch ca 30 ha Mais zukaufen muß. Jetzt wo die Anlage einige Jahre läuft, hatte er inden letzten Jahren, in denen der Maisbestand gut war, ca. 100 ha Mais zukaufen müssen. Meiner Meinung ist das von den Planern eine Sache die sie auch schon vorher wußten. Eine Finanzierung rechnet sich einfach viel schöner wenn man weniger zukaufen muß."

Systemkonforme Kühe oder Kuhkonforme Systeme?

World Buiatrics Congress 2012     Neue Kühe braucht das Land!?
Unter diesen Stichworten findet sich im Netz ein Beitrag zum internationalen Tierärztekongress in Lissabon in der letzten Woche. Festgestellt wurde dort, dass wir in Sachen Tiergesundheit in der Milchviehaltung auf der Stelle treten (Eutergesundheit, Herdenverbleib) bzw sogar uns zurückentwickeln (Fruchtbarkeit), trotz immer ausgefeilterer Managmentmethoden und besserer Forschung. Das Fazit war: Wir brauchen neue Kühe! Ich bin ja gerne bereit, meinen Beitrag für die Rinderzucht zu leisten, doch ist mir die o.g. Strategie zu "simpel", wir müssen doch sicher auch unsere Systeme hinterfragen! das schreibt HessenfleckviehBauer1 meint dazu: "Systeme hin oder her, die Frage ist doch einfach, müssen wir aus den Kühen immer noch mehr herauskitzeln??? Bringen es die letzten 100kg Milch pro jahr wirklich?? Wird die letzte Milchleistungssteigerung nicht doch zu teuer erkauft?? Wir sollten und nicht zu viele Gedanken darüber machen, wie wir noch mehr aus den Kühen herausholen, sondern viel mehr, wie wir den Gesundheitsstatus der Kühe verbessern. Damit lässt sich mehr Geld verdinen, als mit den letzten 100kg Milch." Und auch katarinas kritisiert: "Die Frage ist doch eigentlich: Warum sind wir an diesem Punkt?  Ich habe manchmal so den Eindruck, dass erst die Zucht Ihren eigenen Weg geht, ohne sich über die Spätfolgen Gedanken zu machen wie das Ergebnis später in der Praxis funktionieren kann und dann alles andere irgendwie angepasst werden muss. Und wenn das nicht klappt, dann sind alle anderen Schuld, nur bestimmt nicht die Zucht.
Wie kann es sonst sein, dass jede Menge Bullen im Katalog immer größere und schwerere Töchter machen, obwohl mit ein bisschen Nachdenken doch vorher klar sein muss, dass diese Tiere besonders in älteren Ställen nicht klar kommen. Aber trotzt allem werden mehr und mehr Kühe als Bullenmütter gespült, die nur noch in einer Strohbox in Einzelhaltung überleben können und weit weg sind von dem, was wir im Boxenlaufstall eigentlich brauchen." rocknrolldirk entgegnet allerdings: "Das sehe ich anders. Das Fruchtbarkeitsproblem ist so alt wie die Milchviehhaltung. Auf einer Seminarveranstaltung wurde uns mal eine Abhandlung über die Fruchtbarkeit von Milchkühen vorgelegt-langweilig dachte ich, bis der Referent sagte, dass diese Abhandlung Vorkriegsware ist. Fruchtbarkeitsprobleme bei 2000-3000 kg/Jahr würde man heute wohl kaum als leistungsbedingt bezeichnen. Das mit den "letzten 100kg" ist ebenso oft zitiert wie falsch. Gute Betrieb haben zuerst einen guten Gesundheitsstatus UND hohe Nutzungsdauern-und dann hohe Leistungen."

Weizenstroh Fluch oder Segen

Viehdokter beobachtet schon seit längerem ein Problem: "Mehrfach habe ich schon gehört: "Herr Dokter, immer wenn wir Weizenstroh zum Kälber einstreuen nehmen müssen, weil kein anderes Stroh mehr da ist, werden die Kälber krank !" Meist zeigen die Kälber dann Erkrankungen der oberen Atemwege (Schwellung des Kehlkopfes => angestrengte Atmung durch Verengung der Luftröhre bishin zur Atemnot) mit und ohne Fieber oder hoch fieberhafte Lungenentzündungen (>40,5°C). Etwaige allergische Reaktionen sind nicht auszuschließen. Wir sprechen hier nicht von schimmeligem Stroh sondern von Stroh mit augenscheinlich guter Qualität. Was können die Ursachen sein ? Ährenfusarien ? Spritzmittelrückstände ? Wie sind Eure Erfahrungen bei Kälberhaltung auf Weizenstroh ? Ich tendiere auf "Staubbelastung", die man nicht sieht. Aber was ist in dem "Staub" ?" Mim schreibt dazu: "Endotoxine? Eine Antigen-Reaktion wie bei Farmerlunge. [www.medicalforum.ch] [lungenfibrose.jjays.info] aufgrund der Sporen? Die typischen Grippesymtome sprechen dafür. Auf augenscheinliche "Sauberkeit" würde ich überhaupt nichts geben, z.B. bei Mais (Körner/CCM) findet man unglaubliche Mengen Fusarium und DON obwohl das Gut selbst "pikobello" aussieht. Habe diese Woche Gallensaft-DON Ergebnisse aufgrund von Fütterung gesehen die ganz gruselig waren." DWEWT ist der Meinung: "Da Weizen auch noch im weit fortgeschrittenen Entwicklungsstadium (Kornfüllphase) gedüngt wird, gibt es fast bis zur Abreife reichlich Nahrung für Pilze. Ich tippe auf Pilzsporen/Mykotoxine." 

TMR - Selektieren verhindern

Rush fragt: "Wie verhindert ihr die Futterselektion am Trog egal ob bei Teil- oder Voll-TMR. Bei mir kommt es stärker vor und die Tiere gehen dann leicht sauer mit der Folge einer erhöhten Ca-Ausscheidung im Harn. Befülle den Mischwagen jetzt nur noch so, dass sich das Futter leicht drehen kann und stelle die Ration auf 39 % TS ein. Im Obersieb beim Schüttelbox ist einfach zu viel Faser. Wir haben Silierwagensilage. Lasse auch wieder intensiever mischen, aber die Kühe selektieren trotzdem. Der Futtertischbelag (spiegelglatt) kommt da natürlich auch entgegen." flo87 antwortet dazu: "Hab es auch schon öfters beobachtet, kommt wie du schreibst auch auf dem TM Gehalt drauf an aber vor allem auf dass Stroh, momementan mischen wir Triticale stroh drunter und da wird ganz viel ausselektiert da bringt langes mischen nix und auch keine niederiger TM Gehalt der Ration.Am besten ist hald Gerstenstroh das es ja eh bald wieder gibt." und Matthias schreibt: "Ich hab festgestellt das die Kühe seit wir nur einmal füttern erheblich weniger Selektieren, weil sie das Futter nicht mehr so gut hin und her schieben können, jedenfalls den überwiegenden Teil des Tages. Bei zu trockenen Rationen hilft Wasser, ist aber bei 39% TS wohl nicht der Fall. Wir mischen unser Kraftfutter im Mischwagen ja selber und setzen hier zwischen 10 und 13% Melasse in der Kraftfuttermischung ein, das hilft auch die Ration zu "verkleben"" 
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passend zum Thema auch: TMR beim Fleckvieh
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