Allgemeines Vegetationsreport: Aussaat von Zwischenfrüchten

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Das bevorstehende Greening und die damit einhergehenden "ökologischen Vorrangflächen" führen zu einem stärkerem Interesse am Anbau von Zwischenfrüchten.


Durch das Greening erhalten Landwirte 30 Prozent ihrer Direktzahlungen - die sog. Greening-Prämie - für die Durchführung bestimmter Umweltleistungen. Dazu zählen die "ökologischen Vorrangflächen", eine breite Fruchtfolge und der Erhalt von Grünland.
Die Gewichtung der Zwischenfrüchte beim Greening ist im Vergleich zu beispielsweise Ackerrandstreifen geringer (ZF haben den Faktor 0,3 - Ackerrandstreifen 1,5). Aus diesem Grund ist in diesem Herbst eine genaue Vorplanung für die Realisierung der für den einzelnen Betrieb passenden Arten von "ökologischen Vorrangflächen" entscheidend. Es stehen noch nicht alle Details fest. Hier müssen die Landwirte noch auf die nationale Umsetzung der Greening-Maßnahmen in Verbindung mit den Agrarumweltprogrammen der Länder warten.

Bis wann macht die Aussaat von Zwischenfrüchten noch Sinn?

Die positiven Eigenschaften der Zwischenfrüchte können nur ausgenutzt werden, wenn sie optimal, wie eine "Hauptfrucht" bestellt werden. Die Bodenbearbeitung und die Saatzeit sind für eine gute Entwicklung entscheidend. Die Zwischenfrüchte müssen nach früh räumendem Getreide und vor einer Frühjahrskultur gesät werden.
 
Die meisten Zwischenfrüchte haben ihr optimales Aussaatzeitfenster im Juli und August. Senf und Ölrettich können in den ersten Tagen im September auf warmen Standorten gedrillt werden. Die Standorte sollten von einem warm-milden Herbst und einem späten Vegetationsende geprägt sein. Die nematodenreduzierende Wirkung von Senf und Ölrettich kann jedoch nur bei rechtzeitiger Aussaat erreicht werden. Die Aktivität der Nematoden fällt bei Bodentemperaturen um die 10 ° C deutlich ab.
 
Für sehr späte Saattermine im September eignen sich auch Hafer oder Roggen. Jedoch eignet sich nicht immer und überall eine Zwischenfrucht. Es können Krankheiten wie Verticillium, Sklerotinia, Kohlhernie oder Schwarzbeinigkeit bei bestimmten Fruchtfolgen gefördert werden. Der Wasserverbrauch einer Zwischenfrucht ist zudem nicht zu unterschätzen und sollte insbesondere auf trockenen Standorten im Auge behalten werden.
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