Stand 19. Januar Vogelgrippe: Hier gilt die Stallpflicht

Freilandhühner mit Stall © agrarfoto.com Bild vergrößern
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Die Vogelgrippe mit dem hochansteckenden Erreger H5N8 breitet sich weiter in Deutschland aus. Hier finden Sie den aktuellen Stand der Stallpflicht in den Bundesländern.

Nordrhein-Westfalen: Weiterer Ausbruch in Geflügelhochburg

Am 12. Januar hat sich in einem Betrieb in Delbrück-Westenholz (Nordrhein-Westfalen) ein weiterer Verdacht auf Vogelgrippe in NRW bestätigt. Auf dem betroffenen Hof mussten 4.000 Puten und 36.000 Junghennen getötet werden.

Am 18. Dezember wurden nach dem Ausbruch des H5N8-Erregers in einem großen Mastbetrieb bei Soest in Westfalen 7.600 Puten und 14.000 Küken gekeult. Laut Umweltministerium NRW (Stand: 20. Dezember) wurden die Kreise und kreisfreien Städte daraufhin gebeten, eine generelle landesweite Aufstallpflicht anzuordnen.

Die Stallpflicht für Hausgeflügel gilt für konventionelle Betriebe und Biobetriebe sowie für private Halter von Hausgeflügel und betrifft Legehennen, Masthühner und Puten, aber auch Enten und Gänse oder sonstiges Geflügel. In Einzelfällen können die Kreise und kreisfreien Städte nach § 13 Absatz 3 der Geflügelpestverordnung Ausnahmegenehmigungen von der Aufstallpflicht erteilen.

Seit dem 15. November galt die Stallpflicht für Hausgeflügelbestände, die sich in Risikogebieten befinden.

Brandenburg: Landesweite Stallplicht

Im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg ist die Vogelgrippe am 18. Januar in einem Putenmastbetrieb nachgewiesen worden. 45.000 Tiere müssen laut Märkischer Allgemeine getötet werden. Für Brandenburg ist das der 2. Vogelgrippefall. Der erste Vogelgrippefall wurde Mitte Januar gemeldet. In einem Betrieb in Kyritz mussten 11.000 Tiere getötet werden. Am 12. Januar wurde der Ausbruch der Vogelgrippe H5N8 in einem Putenbestand in Kyritz bestätigt. Die 11.000 Tiere mussten getötet werden. Seit Ende November war der Erreger bei Fällen von toten Wildvögeln nachgewiesen worden.

Aktuelle Maßnahmen in Brandenburg (seit November):

  • landesweite Aufstallungspflicht
  • Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet um Fundorte
  • landesweit erhöhte Biosicherheitsmaßnahmen für kleine Betriebe

Niedersachsen: kreisweite Aufstallungsgebote

Wie der Kreis Oldenburg am 06. Januar bekanntgab, besteht in einem Betrieb in der Gemeinde Hude ein weiterer Verdacht auf die Geflügelpest. Der Betrieb hält rund 7.300 Puten, die getötet werden sollten. Anfang des Jahres war je ein Betrieb im Landkreis Oldenburg (18.800 Putenhähne) sowie ein weiterer im Landkreis Cloppenburg (8.200 Putenhähne) betroffen. Der Betrieb in Garrel liegt im Sperrbezirk des ersten dortigen Falles vom 25. Dezember.

Mittlerweile (11. Januar) wurde die Geflügelpest vom Typ H5N8 in 12 niedersächsischen Hausgeflügelhaltungen nachgewiesen. Bislang mussten nach Angaben des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) rund 263.000 Tiere getötet werden - viele davon nur vorsorglich.

Nahezu alle Landkreise haben kreisweite Stallpflicht ausgerufen. Eine landesweite Stallpflicht lehnte der Landtag ab.

Am 21. November ist die "Verordnung über besondere Schutzregeln in kleinen Geflügelhaltungen" laut Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Kraft getreten, die strengere Anforderungen für Geflügelhaltungen unter 1.000 Tieren und Hobbyhaltungen vorschreibt.

Schleswig-Holstein: Aufstallungsgebot - auch für Hobbyhaltungen

Bereits seit dem 8. November gilt in Schleswig Holstein ein Aufstallungsgebot für sämtliches Geflügel. Das Gebot gilt sowohl für gewerbliche, als auch für Hobby-Geflügelhaltung. Die Biosicherheitsmaßnahmen gelten auch für Kleinbetriebe (unter 1.000 Stück Geflügel) und für Geflügelhobbyhaltungen.

Am 19. November wurde gemeldet, dass an zwei Standorten eines Geflügel-Betriebes im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein insgesamt 8.800 Gänse wegen der Vogelgrippe getötet werden sollen. Das teilte das Landwirtschaftsministerium in Kiel mit.

Bereits am 13. November wurden nach dem Nachweis der Vogelgrippe in einem großen Geflügelbetrieb in Schleswig-Holstein alle 30.000 Hühner gekeult.

Mecklenburg-Vorpommern: Stallpflicht bleibt

Seit 14. November gilt in Mecklenburg-Vorpommern die Stallpflicht. Um das Risiko einer Übertragung des Geflügelpest-Virus von Wildvögeln auf Hausgeflügel zu minimieren, erteilte Minister Backhaus auch ein vorübergehendes Jagdverbot für dem Jagdrecht unterliegende Wildvögel.

Nach der Feststellung des Geflügelpest-Erregers bei Wildvögeln und auf einzelnen Bauerhöfen waren in allen sechs Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns und in Rostock sogenannte Restriktionsgebiete ausgewiesen worden. Dort gelten besondere Hygienevorschriften und Transportverbote für Geflügel.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hob am 27. Dezember nach Fristablauf die besonderen Sicherheitsvorschriften vollständig auf. Neue Infektionen waren nicht bekannt geworden. Dennoch dürfen Hühner, Enten und Gänse weiterhin nicht ins Freie. Die strikte Stallpflicht bleibt.

Rheinland-Pfalz: Aufstallung in Risikogebieten

Am 19. Januar wurde ein neuer Verdachtsfall auf Vogelgrippe in Rheinland-Pfalz gemeldet Das Landesuntersuchungsamt (LUA) hat bei zwei verendeten Schwänen an der Mosel in der Verbandsgemeinde Zell (Kreis Cochem-Zell) das Geflügelpest-Virus H5N8 nachgewiesen. Bei Proben aus einem Rassegeflügelbestand in Wörth, im Kreis Germersheim, hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) am 07. Januar die niedrigansteckende Vogelgrippe-Variante des Typs H5 bestätigt. Am 20. Dezember wurde erstmals in Rheinland-Pfalz der H5N8-Virus bei drei toten Wildenten nachgewiesen.

In Rheinland-Pfalz werden überregionale Ausstellung, Märkte und Veranstaltungen ähnlicher Art mit Geflügel aufgrund des aktuellen Geflügelpest-Geschehens untersagt. Folgende Verwaltungen in Rheinland-Pfalz haben Aufstallungsgebiete für Geflügel erlassen (Stand: 19. Januar):

  • Ahrweiler (AW): Ganzer Landkreis
  • Alzey-Worms (AZ): Ortsgemeinden Eich, Gimbsheim und Hamm sowie im Stadtteil Ibersheim der kreisfreien Stadt Worms
  • Cochem-Zell (COC): 500 Meter Entfernung zum Uferbereich der Mosel
  • Germersheim (GER): Ganzer Landkreis
  • Mayen-Koblenz (MYK): Ganzer Landkreis, inklusive Stadt Koblenz
  • Mainz-Bingen (MZ): Ganzer Landkreis, inklusive Stadt Mainz
  • Neuwied (NR): Ganzer Landkreis
  • Rhein-Lahn-Kreis (EMS): Ganzer Landkreis
  • Rhein-Pfalz-Kreis (RPK): Ortsgemeinden Bobenheim-Roxheim, Stadt Frankenthal (Ortsbezirk Petersau), Stadt Ludwigshafen am Rhein (Ortsbezirk Rheingönheim), Verbandsgemeinde Rheinauen, Stadt Speyer sowie in den Gemeinden Römerberg, Berghausen, Heiligenstein und Mechtersheim
  • Vulkaneifel (DAU): Ganzer Landkreis
  • Westerwaldkreis (WW): Ganzer Landkreis

 

Baden-Württemberg: Landesweite Stallpflicht

Am 7. November wurden die ersten Fälle des hochpathogenen Geflügelpestvirus H5N8 in Baden-Württemberg festgestellt. Eine landesweite Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel wurde Mitte November angeordnet.

In betroffenen Landkreisen gelten zusätzlich besondere Biosicherheitsmaßnahmen, wie zum Beispiel das Tragen von Schutzkleidung in den Ställen, kein Zugang betriebsfremder Personen, sorgfältige Einhaltung von Desinfektionsmaßnahmen, intensives Beobachten des Gesundheitszustandes der Tiere auch in Kleinstbeständen und bei Auffälligkeiten sofortige Zuziehung des Haustierarztes.

Bayern: Landesweite Stallpflicht

Bei einem Bestand eines Hobbygeflügelzüchters im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim hat sich der Verdacht auf H5N8 bestätigt (11. Januar). Bis zum 16. Dezember wurde bei insgesamt 71 Wildvögeln die hochansteckende Variante H5N8 nachgewiesen.

Bereits am 18. November wurde in ganz Bayern die Stallpflicht angeordnet. Die Stallpflicht wird von den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden durch eine sogenannte Allgemeinverfügung umgesetzt. Sie gilt zunächst für unbestimmte Zeit. Sie gilt sowohl für gewerbsmäßige Geflügelhalter als auch für Züchter und Privatpersonen, die Geflügel halten. Für öffentliche Geflügelmärkte, Ausstellungen und ähnlichen Veranstaltungen sind weitere Maßnahmen in Vorbereitung.

Sachsen-Anhalt: Neuer Vogelgrippefall im Salzlandkreis

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat Anfang Januar einen Verdachtsfall auf Vogelgrippe H5N8 im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt bestätigt. Betroffen ist ein Bestand mit 33.000 Legenhennen, die getötet werden müssen.

Auch in einer Nutztierhaltung in Möser bestätigte das FLI einen Ausbruch am 17. Dezember. Der Landkreis Jerichower Land hatte bereits am 16. Dezember Maßnahmen ergriffen, um die in diesem Fall greifenden Vorschriften der Geflügelpestverordnung zügig umzusetzen. Dazu zählt auch die Tötung und unschädliche Beseitigung der Tiere des betroffenen Bestandes, der ca. 9.500 Enten umfasst.

Aufgrund der akuten Risikolage gilt seit November eine landesweite Stallpflicht von Geflügel, in begründeten Einzelfällen sind jedoch auch Ausnahmen möglich.

Sachsen: Landesweite Aufstallung

Am 1. Dezember meldete die Freie Presse den letzten Vogelgrippefall in Sachsen (Stand 19. Dezember). Bei einer Wildente war das gefährliche H5N8-Virus nachgewiesen worden. Das teilte die Stadt Leipzig mit. Das Tier sei einige Tage zuvor tot am Cospudener See entdeckt worden. Dort waren schon zuvor tote Enten gefunden worden, die mit dem Virus infiziert waren.

Die Landesdirektion und das Ministerium für Verbraucherschutz Sachsen hatten am 14. November eine landesweite Aufstallung angeordnet.

Thüringen: Keine landesweite Stallpflicht

In Thüringen hat es am 13. Dezember einen ersten Fall von Vogelgrippe gegeben. Der Erreger vom Typ H5N8 sei bei einer toten Reiherente amtlich bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Erfurt mit.

Anlass für eine generelle Stallpflicht für Hausgeflügel in ganz Thüringen sieht das Ministerium nach Auskunft eines Sprechers jedoch noch nicht (Stand 19. Dezember). Es gilt die Stallpflicht für Risikogebiete.

Hessen: Landesweite Stallpflicht

Das Hessische Umweltministerium hat am 21. November eine landesweite Aufstallung aller Geflügelbestände im Land angeordnet. Damit wurde die bisher gültige Stallpflicht in den Risikogebieten vom 14. November entsprechend ausgeweitet.

Nach heutigem Stand (19. Dezember 2016) wurde der letzte Vogelgrippe Fall am 29. November in einem Ortsteil von Reichelsheim im Wetteraukreis gefunden.

Hier finden Sie Informationen des Umweltministeriums zu Restriktionsgebieten in Hessen und Rheinland-Pfalz.


Mit Material von dpa; zuständige Ministerien

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