Samstag, 26.05.2012
Niedersachsen: Schlechte Aussichten für die Getreideernte
Hannover - Erste Befürchtungen niedersächsischer Landwirte bestätigen sich inzwischen: Mit etwa fünf Millionen Tonnen wird die Getreideernte so klein ausfallen, wie lange nicht mehr.
Das US-Landwirtschaftsministerium hat in einer ersten Prognose die Weizenproduktion 2012/13 auf 27 Mio. t geschätzt.
© Mühlhausen/landpixel
Die ersten Prognosen der amtlichen Ernteberichterstattung schätzen die Gesamternte in Niedersachsen auf 5,04 Millionen Tonnen. Nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes wurde dieser Wert nur 1976 mit 4,4 Millionen Tonnen unterschritten, als eine ausgeprägte Sommertrockenheit die Erträge dezimierte. Damals lagen auch die Durchschnittserträge mit um die 40 dt/ha deutlich unter dem Niveau der heutigen Sorten mit 75,7 dt/ha.
Allerdings haben die Landwirte aktuell auch die Getreidefläche noch weiter reduziert, sie fällt mit 786.000 Hektar (ha) fast 60.000 ha kleiner aus als im vergangenen Jahr. Die größte Getreidefläche registrierte der Landesbetrieb für Statistik in seinen langjährigen Aufzeichnungen im Jahr 1979 mit 1,23 Millionen ha, die größte Erntemenge im Jahr 2001 mit 7,4 Millionen Tonnen.
Beregnete Flächen profitieren deutlich
Als echte Versicherung gilt in diesem Jahr mit der ausgeprägten
Frühjahrstrockenheit erneut die Beregnung: In den Landkreisen mit nahezu
flächendeckenden Möglichkeiten zur Feldberegnung fallen die
Ertragseinbußen deutlich moderater aus als in anderen Regionen.
Gerste, Mais und Heu auf einen Blick
Die
Ernte der Wintergerste ist trotz der schwierigen Wetterumstände zu
einem großen Teil abgeschlossen, die Erträge liegen deutlich unter dem
Vorjahresniveau, allerdings fällt die Qualität doch besser aus als
befürchtet.
Als Sicherheitsnetz muss in diesem
Jahr der Mais bezeichnet werden. Sein Anbau wurde mit 615.132 ha
nochmals um 80.000 ha ausgedehnt. Die Futterpflanze hat sich gegenüber
den Wetterkapriolen der vergangenen Jahre mit der ausgeprägten
Vorsommertrockenheit als äußerst robust bewiesen. Auch in diesem Jahr
präsentieren sich die Maisfelder weithin in einem sehr guten Zustand,
sie haben die warmen Wochen im Frühsommer gut genutzt, der Regen kam für
sie noch rechtzeitig.
Die Heu- und Silageernte litt ebenfalls unter der trocken-heißen Witterung in Mai und Juni, so
dass der Silomais auch bei den Milchviehhaltern Futterlücken schließen
muss. Die aus Südamerika bei uns eingebürgerte Pflanze zeichnet sich
durch hohe Erträge bei geringem Aufwand, insbesondere einem
unterdurchschnittlichen Pflanzenschutzmitteleinsatz, aus.
LPD
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