Mit der Nordwestholz eG ist im Weser-Ems-Gebiet eine neue Vermarktungsorganisation für Holz aus dem Privatwald entstanden. Ziel der Genossenschaft ist es, das Holzangebot zu bündeln und auf aktuelle Marktentwicklungen zu reagieren, um so am Holzmarkt höhere Preise zu erzielen.
Die Forstbetriebsgemeinschaften in Westniedersachsen gehen bei der Holzvermarktung neue Wege. Dafür haben sich eingesetzt (v.l.): Jürgen Eberhard Niewedde, Joachim Kellermann von Schele, Johannes Meyer zum Alten Borgloh, Gerhard Theißing, Wilhelm Wigbers, Klaus Burke, Rudolf Alteheld, Heiner Lampe, Karl Storm und Ludwig Hackelberg. Foto: Bach
Die Waldbesitzer im Weser-Ems-Gebiet nehmen die Vermarktung ihres Holzes jetzt selbst in die Hand. Mit der Gründung einer Genossenschaft im Juni dieses Jahres und rund 250.000 Festmetern pro Jahr will die Nordwestholz eG zu einem großen Holzanbieter im westlichen Niedersachsen werden.
Bezirksförster bleiben Ansprechpartner
Bisher wurden sie bei der Vermarktung von den Forstbehörden der Landwirtschaftskammer Niedersachsen unterstützt. Auch wenn jetzt neue Strukturen geschaffen worden seien, auf die Zusammenarbeit mit den Bezirksförstern vor Ort wolle man nicht verzichten, betonte der Vorsitzende Johannes Meyer zum Alten Borgloh bei der Mitgliederversammlung der Genossenschaft in der vergangenen Woche in Bramsche.
Denn keiner kenne das Holzangebot in den Wäldern besser als die Förster. Künftig werden die Forstbeamten die von den Käufern gesuchten Mengen und Qualitäten auf Anfrage bei den Genossenschaft und in Absprache mit den Waldbesitzern akquirieren. Zu ihrer gebührenpflichtigen Dienstleistung gehört unter anderem die Auswahl und Vermessung des Holzes und auf Wunsch auch die Holzfällung. Ziel sei es, die Erfahrungen der Bezirksförster weiter zu nutzen und den Waldbesitzern die gewohnten Ansprechpartner zu erhalten, so der Geschäftsführer der Genossenschaft Klaus Burke.
Die Waldbesitzer erhoffen sich von der Genossenschaft höhere Vermarktungserlöse. „Wenn sich die Abnehmerseite immer stärker konzentriert, sollten wir das auch tun“, meint Wilhelm Wigbers von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Emsland-Nord. Mit größeren Mengen könnten neue Käuferschichten angesprochen werden, hofft Karl Storm (FBG Emsland-Süd).
Die Kammer verliere zwar mit der Holzvermarktung ein Geschäftsfeld, werde aber auch in Zukunft ein Partner und Förderer der privaten Waldbesitzer bleiben, versprach Rudolf Alteheld, Geschäftsbereichsleiter Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Preisschwankungen am Holzmarkt seien heute viel größer und die Nachfrage viel weniger planbar als noch vor 50 Jahren. Durch die Zunahme von Wetterextremen steige das Sturmholzaufkommen. Auf dem Holzmarkt gehe der Trend hin zu großen Verbrauchern, die das Holz international einkaufen. Altheld ist sich sicher, dass im Privatwald noch mehr Holz akquiriert werden könnte. Um dies zu erreichen, sei eine professionelle Vermarktung notwendig, die die Genossenschaft leisten könne.
Auch überregionale Kunden gewinnen
Der Geschäftsführer der Genossenschaft, Klaus Burke, will für die privaten Waldbesitzer die besten Preise aushandeln. Auf Veränderungen der Nachfrage könne die Genossenschaft schnell reagieren. Dankbar ist Burke, dass er den Kundenstamm der Bezirksförster übernehmen kann. Zusätzlich möchte er aber überregionale Abnehmer gewinnen. Die Genossenschaft hofft, durch die Lieferung großer, homogener Mengen höhere Preise erzielen zu können. Außerdem wolle man sich stärker auf die produktionstechnischen Anforderungen
der Abnehmer einstellen.
Den aktuellen Holzmarkt sieht Burke positiv. Im Moment profitierten die Holzverkäufer von den guten Preisen des dritten Quartals. Gestützt werde der Markt durch die gute Säge- und Brennholznachfrage. Eine grundlegende Preisänderung sei deshalb nicht zu erwarten. Burke hofft, dass sich weitere Forstbetriebsgemeinschaften der Genossenschaft anschließen. Offen sei man dabei auch für Interessenten aus dem angrenzenden Westfalen.