Bonn - Die Abluftreinigung von Ställen bietet eine gute Möglichkeit, die Emissionen aus landwirtschaftlicher Tierhaltung zu verringern.
Mit Abluftreinigungssystemen können die Emissionen aus landwirtschaftlicher Tierhaltung verringert werden.
© hdt Anlagenbau
Das ist ein Ergebnis des Workshops "Emissionsminderung Tierhaltung - Abluftreinigung", den das Forschungsnetzwerk NRW-Agrar kürzlich in Bonn ausrichtete. Wie das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium als ein Teilnehmer im Anschluss weiter mitteilte, erläuterten Experten des Testzentrums der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und des Johann-Heinrich-von-Thünen-Instituts (vTI) die Leistungsfähigkeit und Grenzen von Filtern für Tierhaltungsanlagen sowie deren Zulassung.
Man habe festgestellt, dass an die Technik hohe Anforderungen gestellt würden, damit die Wirksamkeit der Filter im Betrieb langfristig gesichert sei. Vertreter von Genehmigungsbehörden der Landkreise Vechta und Borken sowie der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zeigten laut Ressortangaben, dass es aufgrund wachsender Tierbestände in der Landwirtschaft effektiver Maßnahmen zur Emissionsminderung bedarf. Abluftreinigungsanlagen leisteten hier gute Arbeit.
In der Diskussion sei aber auch deutlich geworden, dass hinsichtlich Technik, Überwachung und Wirtschaftlichkeit weiterhin Entwicklungsbedarf bestehe, hob das Ministerium hervor. Auch sei die Filtertechnik nicht dazu in der Lage, andere Maßnahmen der guten fachlichen Praxis wie zum Beispiel bedarfsangepasste Fütterung, Stallhygiene und Wirtschaftsdüngermanagement zu ersetzen.
Dem Ressort zufolge wurde auch "über den Tellerrand geschaut und über die Entwicklungen und Maßnahmen zur Emissionsminderung in der niederländischen Tierhaltung informiert". Hierzu hätten Fachleute des Instituts Wageningen UR Livestock Research und des Wissenszentrums für Umweltrecht und -politik Dutch knowledge centre InfoMil ihre Arbeiten vorgestellt. Dabei seien zahlreiche Parallelen beider Länder hinsichtlich der Probleme mit Emissionen und deren Minderung deutlich geworden.
Ein Überblick über die rechtlichen Anforderungen an technische Vorkehrungen zur Emissionsminderung habe den Workshop abgerundet. Dieser stellte den dritten Teil einer Veranstaltungsreihe des Forschungsnetzwerks NRW-Agrar zu Emissionen aus der Tierhaltung dar. Neben den technischen Möglichkeiten zur Emissionsminderung wurden in den Jahren 2009 und 2010 bereits die Themenkomplexe Ammoniak und Stäube sowie klimarelevante Gase bearbeitet. Mitglieder des Forschungsnetzwerks sind die Ministerien für Landwirtschaft und Forschung in Nordrhein-Westfalen, der Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen, die Landwirtschaftliche Fakultät derUniversität Bonn, die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV).