Nufarm will, nach eigenen Angaben, in Deutschland mit einer Premium-Strategie weiter wachsen. Im Mittelpunkt der neuen Ausrichtung stehen Qualität, Flexibilität, Verlässlichkeit und Service, wie Geschäftsführer René Langevoort anlässlich einer Pressekonferenz darlegte.
Vorhandene Stärken wie beispielsweise die Produktion in Europa, das flexible Reagieren auf Wünsche aus dem Markt und die Kompetenz in der Produktentwicklung sollen stärker miteinander verzahnt werden und somit den Kunden zusätzliche Wettbewerbsvorteile erschließen. Durch weiter verbesserte Servicekompetenz und eine strategische Erweiterung des Produktportfolios, will Nufarm seinen Marktanteil in Deutschland in den nächsten Jahren von rund drei auf fünf Prozent steigern.
„Wir sehen uns als ganzheitlicher Partner für Premium-Generika, dessen Leistungsspektrum über das reine Produkt deutlich hinausgeht“, sagte Langevoort, der aus 14 Jahren internationaler Tätigkeit bei Nufarm die Branche bestens kennt und vor etwa einem Jahr das Ruder bei der deutschen Niederlassung in Köln übernommen hat. „Die neue Strategie stützt sich auf fünf Säulen: leistungsfähige Produkte; Qualitätsproduktion in Europa; verlässliche und schnelle Belieferung – in der Regel innerhalb eines Werktages in ganz Deutschland –; exzellenter Service, der auf die Wünsche und Anregungen der Kunden und Verwender schnell reagiert; und schließlich das aktive Management von Produkterhalt und Produktverjüngung.“
Bislang hatte sich Nufarm vor allem als Innovator im Bereich Generika verstanden, der durch Weiterentwicklung und Neuformulierung von patentfreien Produkten zusätzliche Leistungspotentiale schaffte und sich damit sowohl von den Herstellern patentgeschützter Produkte einerseits als auch von den reinen Nachahmerprodukten andererseits abhob. „Dieser Anspruch bleibt mit den herausragenden Fähigkeiten von Nufarm in der Produktentwicklung natürlich bestehen. Durch die Einbettung in eine umfassendere Strategie und Positionierung gewinnt er zusätzlich an Glaubwürdigkeit“, sagte Langevoort. „Nehmen Sie beispielsweise den Aspekt Produktion: Wir stellen die weiterentwickelten Produkte auch selbst her, und zwar hier in Europa, mit den hiesigen Qualitätsverfahren. Die kurzen Wege erlauben uns, höchst flexibel auf das Marktgeschehen zu reagieren. Damit sind wir praktisch nahtlos lieferfähig, unsere Kunden müssen sich nicht auf eine einmal importierte Jahresproduktion verlassen.“
Nufarm ist achtgrößter Anbieter von Pflanzenschutzmitteln weltweit mit einem Jahresumsatz 2009 von 1,96 Milliarden US-Dollar. Sitz der Muttergesellschaft ist Melbourne in Australien. Weltweit sind mehr als 3.000 Mitarbeiter für Nufarm tätig mit Produktionsstandorten in 16 Ländern und Vertrieb in mehr als 100 Ländern.
Dr. Peter van Sloun, Generalmanager Nord-Ost Europa, informierte die Journalisten über den aktuellen Stand bezüglich des Einstiegs der Firma Sumitomo bei Nufarm. Im März 2010 erwarb der japanische Pflanzenschutz-Hersteller Sumitomo Chemicals einen zwanzigprozentigen Anteil an Nufarm. Diese Beteiligung markiert den Beginn einer vielversprechenden, strategischen Kooperation der beiden Unternehmen auf den Feldern Einkauf, Produktentwicklung, Herstellung, Logistik und Vertrieb.
„Sumitomo setzt als weltweit neuntgrößter Anbieter von Pflanzenschutzmitteln jährlich rund 1,3 Milliarden US-Dollar um. Das Produktportfolio ergänzt sich hervorragend mit dem von Nufarm. So hat Sumitomo insbesondere bei Insektiziden und Fungiziden Stärken, wo Nufarm bisher eher ein Nischenanbieter ist. Auch bei Herbiziden bringt Sumitomo Produkte ein, die in ihrer Zusammensetzung das Angebot von Nufarm ergänzen“, erklärte der Manager.
Auf Vertriebsebene verfügt Nufarm über eine starke Präsenz in wichtigen globalen Märkten, die Sumitomo bislang noch nicht erschlossen hatte. Im Gegenzug erhält Nufarm beispielsweise Zugang zum japanischen Markt. Eine erste, konkrete Vereinbarung zur Produktinnovation sieht die gemeinsame Entwicklung einer neuen Herbizidkombination vor, die das zunehmende Problem Glyphosat-restistenter Unkräuter in gentechnisch veränderten Kulturen adressiert.
In Deutschland bestehen bereits Vertriebskooperationen zwischen Sumitomo und verschiedenen Industriepartnern. Ein erster Schritt der Partnerschaft zwischen den beiden Häusern ist hierzulande die Vertriebsübertragung von Sumimax auf die Firma Nufarm. Das Herbizid enthält den Wirkstoff Flumioxazin, der der Wirkstoffgruppe E angehört. Dieser Wirkstoff gilt als „unverbraucht“. Im Resistenzmanagment gegen Windhalm und Kamille ist Sumimax eine preisgünstige Variante im Herbst. Unter dem Namen Lentimax bietet Nufarm darüber hinaus eine Kombination mit Lentipur 700 im Pack an. „Dies ist eine ideale kostengünstige Kombination, welche zum einen die Wirkungsdauer verlängert und zum anderen die Wirkungsbreite absichert“, so Tobias Diehl, Marketingmanager Nufarm Deutschland. Mittelfristig sieht Diehl Möglichkeiten für weitere Kooperationen und gemeinsame Produktentwicklungen, die über die Nufarm Deutschland GmbH zukünftig vermarktet werden.