Samstag, 26.05.2012
Deutschland engagiert sich beim Schutz bedrohter Nutztierrassen
Rom - Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt den globalen Aktionsplan der FAO zum Schutz bedrohter Nutztierrassen mit einer Summe von 480.000 Euro.
Gelbvieh gehört zu den bedrohten Nutztierrassen.
© landpixel.de
Dies gab das Bundesministerium am Donnerstag in Rom bekannt, im Rahmen einer Sitzung der Kommission für Genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (CGRFA) der FAO. "Der Schutz und Erhalt unserer vielfältigen Schöpfung ist nicht nur eine ehrenvolle Pflicht, sondern vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung und des Klimawandels lebenswichtig", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Zusammen mit den Beiträgen weiterer Länder, darunter die Schweiz und Norwegen, stehen jetzt insgesamt über eine Million US-Dollar für konkrete Projekte zur Verfügung, die in den kommenden Jahren weltweit umgesetzt werden.
Mit dem globalen Aktionsplan hat die FAO eine Grundlage geschaffen, die tiergenetischen Ressourcen weltweit zu erfassen, zu beschreiben und nachhaltig zu nutzen. Außerdem sollen die nationalen Akteure geschult und vernetzt werden. Auch für Deutschland ist der Erhalt und die nachhaltige Nutzung tiergenetischer Ressourcen ein wichtiges Anliegen. Daher wurde bereits im Jahr 2003 ein nationales Fachprogramm für tiergenetischer Ressourcen auf den Weg gebracht.
Das Fachprogramm hat folgende Ziele:
- die Vielfalt der tiergenetischen Ressourcen in Deutschland zu erhalten,
- sie durch geeignete Maßnahmen wie Beschreibung und Dokumentation für nachhaltige Zuchtprogramme attraktiv zu machen,
- damit einen Beitrag zum Erhalt und zur Nutzung landwirtschaftlich geprägter Grünlandökosysteme zu leisten,
- die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten aller Teilnehmer klar zu regeln, sowie
- die Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene zu fördern.
Hintergrund
Die FAO-Kommission für Genetische Ressourcen für Ernährung und
Landwirtschaft ist eine zwischenstaatliche Regierungskommission, die die
FAO-Konferenz in Fragen der genetischen Vielfalt für Ernährung und
Landwirtschaft berät. Sie wurde 1983 gegründet und hat als Mitglieder
172 Staaten und die Europäische Union. Die CGRFA beschäftigt sich dabei
sowohl mit den genetischen Ressourcen der Nutzpflanzen, Nutztiere,
Forstpflanzen, aquatischen genetischen Ressourcen, Mikroorganismen und
Wirbellosen als auch mit Querschnittsfragen wie zum Beispiel dem Zugang
zu genetischen Ressourcen.
pd
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