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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Betriebsführung » Produktion und Förderung » OECD-Agrarpreise ]
Samstag, 26.05.2012
Produktion und Förderung | 20.06.2011 Redaktion agrarheute.com

Landwirtschaftsausblick: Agrarprodukte bleiben teuer

Berlin/Paris - Starke Schwankungen auf den Rohstoffmärkten und höhere Lebensmittelpreise: Das prognostizieren OECD und FAO in ihrem gemeinsamen "Landwirtschaftsausblick 2011-2020".
Durch die Auswinterungsschäden bei Winterweizen und Wintergerste hat sich die Sommergerstenfläche erhöht.© aboutpixel
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Durch die Auswinterungsschäden bei Winterweizen und Wintergerste hat sich die Sommergerstenfläche erhöht.
© aboutpixel
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) haben am Freitag in Paris ihren gemeinsamen "Landwirtschaftsausblick 2011-2020 " vorgestellt.
 
Der Bericht geht zwar davon aus, dass die Rohstoffpreise nach einer erfolgreichen Ernte unter ihre extrem hohen Werte vom Anfang des Jahres fallen werden. Höhere Erzeugerkosten, schwächeres Wachstum und gestiegene Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln sowie Biokraftstoffen werden nach Einschätzung der Autoren aber im kommenden Jahrzehnt die Durchschnittspreise nach oben treiben.

Getreide könnte im Vergleich zu den Jahren 2001 bis 2010 inflationsbereinigt um etwa 20 Prozent teurer werden, Fleisch sogar um 30 Prozent.

Steigende Rohstoffpreise, höhere Inflation

Gestiegene Rohstoffpreise führen in den meisten Ländern zu einer höheren Inflation bei Lebensmitteln. Das gibt Anlass zur Sorge: In einigen Entwicklungsländern sieht der Bericht Gefahren für die wirtschaftliche Stabilität und die Ernährungssicherheit, bis hin zur Unterernährung bei den ärmsten Mitgliedern der Gesellschaft. Vor allem die Länder der Sub-Sahara werden Probleme haben, die Nachfrage zu befriedigen, da hier die Bevölkerung schneller wächst als die heimische Produktion.
 
"Höhere Preise sind zwar gut für Landwirte, für jene Menschen aber, die ohnehin schon einen großen Teil ihres Einkommens für Essen aufwenden müssen, sind sie eine Katastrophe", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria.

Mehr Transparenz auf Finanz- und Rohstoffmärkten gefordert

"Deshalb fordern wir die Regierungen dazu auf, die Information und Transparenz nicht nur der Finanz-, sondern auch der Rohstoffmärkte zu stärken; Investitionen zu fördern, die zu höherer Produktivität in Entwicklungsländern führen können; handelsverzerrenden Maßnahmen abzuschwören und den schwächsten Ländern dabei zu helfen, besser mit der Unsicherheit der Märkte umzugehen", so der Generalsekretär.
 
Auch der Generaldirektor der FAO, Jacques Diouf, betonte, den Preisschwankungen und ihren negativen Folgen müsse mit koordinierten politischen Maßnahmen entgegengearbeitet werden: "Investitionen in die Landwirtschaft und ländliche Entwicklung von Entwicklungsländern sind der Schlüssel", sagte Diouf. "Dort leben 98 Prozent der Menschen, die heute noch Hunger leiden."

Wachstum im Agrarsektor verlangsamt sich

Dem Ausblick zufolge wird die weltweite landwirtschaftliche Produktion im kommenden Jahrzehnt langsamer wachsen als in den vergangenen zehn Jahren: Die Schätzungen liegen bei 1,7 Prozent jährlich, im Vergleich zu 2,6 Prozent von 2001 bis 2010. Das größte Potenzial für Zuwachs sieht der Bericht in den Schwellenländern.
 
Eine Verlangsamung prognostiziert der Report auch für das Wachstum des Fischereisektors, der erstmalig in den OECD/FAO-Landwirtschaftsausblick Eingang findet. Die Prognosen gehen davon aus, dass die Produktion bis 2020 um 1,3 Prozent jährlich zunehmen wird - um einiges weniger als im Vorjahrzehnt. Waren die Erträge aus Aquakulturen bis 2010 noch um 5,6 Prozent jährlich gestiegen, so wird der Ausbau bis 2020 nur noch bei etwa 2,8 Prozent liegen. Der Fischfang auf hoher See hingegen stagniert oder sinkt sogar.
 
Bereits in vier Jahren, so die Experten, werden Zuchtbetriebe die Hauptquelle für Speisefisch bilden. Im Jahr 2020 wird knapp die Hälfte der gesamten Fischereiproduktion, also auch Fische für Futter und industrielle Nutzung, aus Aquakulturen stammen.

Osteuropa, Asien und Lateinamerika steigern Verbrauch

Insgesamt sieht der Bericht den stärksten Pro-Kopf-Anstieg bei der Lebensmittelnachfrage in Osteuropa, Asien und Lateinamerika. Fleisch, Milchprodukte, pflanzliche Öle und Zucker stehen auf der Nachfrageliste ganz oben.
 
Auch Biokraftstoffe werden den Bedarf an bestimmten Agrarprodukten weiter steigern: Die Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2020 etwa 13 Prozent des Getreides, 15 Prozent der pflanzlichen Öle und 30 Prozent der gesamten Zuckerrohrproduktion für die Herstellung von Kraftstoffen verwendet werden wird.
aiz
Fachbeitrag zum Thema:
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