Zürich - Dass es für Landwirte machbar ist, umweltschonend zu produzieren und trotzdem ein gutes Einkommen zu erzielen, belegt eine Schweizer Analyse.
Wer auf Biolandbau umsattelt muss seinen Betrieb meist komplett umstellen. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, fordert der BÖLW.
© BLE/ Dominic Menzler
Die Analyse der Ökobilanzen von 100 Schweizer Betrieben wurde vom Bundesamt für Landwirtschaft in Auftrag gegeben und von der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) durchgeführt. Die Wissenschaftler untersuchten im Rahmen der Zentralen Auswertung von Ökobilanzen landwirtschaftlicher Betriebe (ZA-ÖB) den Einfluss zahlreicher Faktoren wie Betriebstyp, Landbauform, Region und den Einsatz verschiedener Produktionsmittel auf die Umweltleistungen eines Betriebs und werteten parallel dazu Buchführungsergebnisse aus.
Dabei stellte sich heraus, dass es nicht allen Landwirten gelingt, Ökologie und Ökonomie zu vereinbaren. Allerdings sind die Ursachen von Betrieb zu Betrieb verschieden. Der nun vorliegende Abschlussbericht verdeutlicht aber: Wer umweltschonend produziert, muss nicht zwangsläufig schlecht verdienen. Ein Teil der untersuchten Betriebe steht ökologisch wie ökonomisch gut da; allerdings gibt es auch solche, die in einem oder gar beiden Bereichen schlecht abschneiden. Was die zum Teil großen Unterschiede verursacht, lässt sich den Forschern zufolge nicht pauschal für alle Landwirtschaftsbetriebe erklären.
Spezialisierte Betriebe schnitten besser ab
Beim Vergleich einer Gruppe ähnlicher Betriebe mit Rindviehhaltung in der Bergregion habe sich gezeigt, dass die größeren Betriebe und solche, die sich auf einen Produktionszweig beschränkten, am besten abschnitten. Ein Grund dafür sei, dass dort die Infrastruktur besser ausgelastet sei als bei kleineren beziehungsweise gemischten Betrieben. Insgesamt ließen sich aber aufgrund der komplexen Zusammenhänge und der vielseitigen Schweizer Landwirtschaft keine allgemeingültigen Empfehlungen abgeben.
Viel Optimierungspotential vorhanden
Die Studie zeigt jedoch Faktoren auf, welche sich besonders stark auf die Umweltleistungen auswirken. Dazu zählen der Einsatz von Energieträgern, Dünge- und Futtermitteln sowie die Tieremissionen. In diesen Bereichen besteht häufig auch das größte Optimierungspotential. Die im Projekt ZA-ÖB gewonnenen Erkenntnisse könnten nach Ansicht der Wissenschaftler künftig in die Beratung einfließen. Am sinnvollsten sei eine individuelle Analyse von Einzelbetrieben, um Schwachpunkte aufzudecken und gezielt bestimmte Umweltleistungen zu verbessern.