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Der Grund dafür seien auftretende Verzögerungen im Zertifizierungsprozess und noch ungeklärte Fragen, erläuterte der stellvertretende Geschäftsführer des Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID), Dr. Jörg Eggers.
Während die Ölmühlen und Biodieselanlagen als Flaschenhalsbetriebe nahezu vollständig zertifiziert und damit handlungsfähig seien, stelle die erforderliche Zertifizierung von etwa 1.500 Handelsfirmen den Hauptengpass dar. Die Zertifizierer benötigten ein bis zwei Tage pro Unternehmen. Derzeit haben laut Eggers erst rund 45 Ersterfasser das Verfahren durchlaufen.
Lücke entsteht
Eggers erinnerte daran, dass die deutsche Mineralölwirtschaft zum 1. Januar 2011 nur noch 100-prozentig zertifizierten Biodiesel vertreiben dürfe. Dies bedeute, dass die Ware möglichst bis Mitte Oktober in den Zolllagern der Mineralölindustrie sein müsse. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müssten auch alle Nachhaltigkeitsnachweise vorliegen. Schon jetzt sei allerdings absehbar, dass es zum Jahresende eine große Spanne zwischen Nachfrage und Angebot an nachhaltig zertifizierter Ware geben werde, betonte Eggers.
Landwirte verunsichert
Um die Beimischung von Biodiesel in Deutschland zu gewährleisten, wäre eine nahezu vollständige Zertifizierung der deutschen Rapsernte in Höhe von 5,6 Millionen Tonnen erforderlich, da systembedingt keine zertifizierten Rapsimporte zu erwarten seien. Auch die Landwirte seien verunsichert, denn nur etwa die Hälfte von ihnen habe bisher die notwendige Selbsterklärung unterzeichnet. Die Folgen für die Verarbeitung von Rapssaat in Deutschland und damit auch auf die Verfügbarkeit von Rapsschrot sind laut Darstellung von Eggers derzeit schwer abzuschätzen. Zudem seien auch kurzfristige Engpässe auf dem Eiweißfuttermittelmarkt nicht auszuschließen.
Auch Sojamarkt von Engpässen bedroht
Der Vorsitzende des Futtermittelausschusses von OVID, Uwe Fischer, wies darauf hin, dass nichtzertifizierte Rapssaat in Deutschland situationsbedingt kaum noch Absatzmärkte finden dürfte. Auch der Sojamarkt sei immer noch von Versorgungsengpässen bedroht. Dies liege an der Nulltolleranzregelung für gentechnisch veränderten Organismen (GVO), die auch für solche Sorten gelte, die in den Anbauländern schon geprüft und zugelassen seien. Bereits kleinste Spuren oder Stäube von diesen GVO hätten zur Folge, dass ganze Schiffsladungen Sojabohnen nicht verkehrsfähig seien, wenn die gefundenen Spuren nicht auch in der EU zugelassen sind.
"Technische Lösung" nur für Futtermittel
Die derzeit in Brüssel diskutierte Option, nur für Futtermittel eine sogenannte "technische Lösung" zu etablieren, löse jedoch das Problem der Ölmühlen in Deutschland und der EU nicht. Schließlich würden aus den drei Millionen Tonnen nach Deutschland importierten Sojabohnen neben Schrot auch Sojaöl und hochwertiges Sojalecithin für die Ernährungsindustrie gewonnen. Eine technische Lösung allein für Futtermittel würde daher die Rechtsunsicherheit für die Verarbeiter erhalten und zu einem schleichenden Export der Wertschöpfung aus der inländischen Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in Drittländer führen, warnte OVID. (AgE)

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| Schweine 56% | 1,68 €/kg | zur dlz-Prognose |
| Sojaschrot | 389,00 €/t | zur dlz-Prognose |
| Rapsschrot | 0,00 €/t | zur dlz-Prognose |
