Den heimatlich-besinnlichen Teil der Adventtagung gestalteten zur Freude der Landfrauen und ihrer Gäste der Münchner Turmschreiber Dr. Hans Göttler (3. v. r.) und Alicia Maierhofer (4. v. r.) Höhepunkte eines sehr gelungenen Nachmittags, darin waren sich (v. l.) Regionaldirektor Leonhard Kapser von der Sparkasse, Kreisbäuerin Maria Maierhofer, der Eggenfeldener BBV-Geschäftsführer Hermann Wieslhuber und stellv. Kreisbäuerin Monika Berger ebenfalls einig.
Eggenfelden/Lks. Rottal-Inn
Als gelungene Kombination fachlicher Information und schöner Einstimmung auf Weihnachten erwies sich die Adventtagung der BBV-Landfrauen im Eggenfeldener Sparkassensaal mit einem besonders innigen "Touch" im Rückblick der Kreisbäuerin, denn für Maria Maierhofer war es als Organisatorin ein Abschied, da sie bei den Wahlen zum BBV-Kreisvorstand im kommenden Januar nicht für dieses Amt kandidiert. In heimeliger Atmosphäre bei Punsch, Stollen und Lebkuchen hießen Kreisbäuerin Maria Maierhofer und Regionaldirektor Leonhard Kapser von der Sparkasse Rottal-Inn die Ortsbäuerinnen, Vorstandsmitglieder und Kursleiterinnen sowie die Ehrengäste herzlich willkommen, darunter u. a. stellvertretende Landrätin Edeltraud Plattner, Ehrenortsbäuerin Irmgard Huber, Landwirtschafts-Oberrätin Lidwina Kainz (AELF Pfarrkirchen), Geschäftsführer Hermann Wieslhuber von der BBV-Geschäftsstelle, dessen Vorgänger Manfred Jochum und Mitarbeiterin Marianne Eder. Der Sparkasse dankte Maierhofer ebenso herzlich für die Ausrichtung der traditionellen Adventtagung. Mit "Kalorienregeln für die Weihnachtszeit" ("Am Kühlschrank aufhängen!") sorgte Direktor Kapser für den erheiternden Einstieg und wünschte allen da diese zehn humorvollen Gebote natürlich jegliche problematische Auswirkung von Leckerln und Festschmaus in Abrede stellen um so mehr: "lasst es euch schmecken!" Sparkassenbetriebswirt und Agrarkundenberater Andreas Zehentleitner erläuterte die "Rohstoffabsicherung" bei Weizen und Raps als Schutz vor fallenden Preisen eine eigens auf die Bedürfnisse von Landwirten zugeschnittene finanzielle Absicherungsmöglichkeit (vergleichbar einer Versicherung) durch Kauf von Optionsscheinen in ein Depot, die von der BayernLB zusammen mit der Maschinenringe Deutschland GmbH angeboten wird. Hintergrund sind die hohen Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten, die sowohl große Ertragsunsicherheit als auch große Planungsprobleme verursachen. Kreisbäuerin Maria Mayerhofer dankte dem Referenten für seinen "fachlich fundierten Vortrag". Gut sei?s, dass es so etwas gebe, das eben etwas koste besser wär?s, wenn die Landwirte Erlöse für die Lebensmittel bekämen, die deren Wert entsprechen. Es bleibe das Problem, "dass mit unseren Produkten an der Börse auf- und abjongliert wird". In ihrem Rückblick ging die Kreisbäuerin u. a. auf die Herrschinger Herbsttagung ein, sichtlich stolz, wie gut der Einsatz der Bäuerinnen im Landkreis Rottal-Inn dort sichtbar gewesen sei. Verbunden mit dem Dank an alle Beteiligten führte sie in ihrem Bericht an: die Aktion "Gemeinsam schmeckt?s besser" (von ihr selbst an der Pfarrkirchner Mittelschule durchgeführt), die Schulmilchaktion in Gangkofen, das große niederbayerische Treffen der Landfrauenchöre in Eggenfelden, die Teilnahme am Zentralen Informationsseminar, den Wellnesstag in Bad Birnbach mit immer mehr Teilnehmerinnen (heuer 54 Frauen) und die Verteilung von 100 Landfrauenkalendern an Schulen im Landkreis.
Die letzte Rückschau bei einer Adventtagung war aber auch emotional geprägt 65 Jahre sei sie nun, seit 40 Jahren im
BBV aktiv, lange Jahre Ortsbäuerin beziehungsweise Stellvertreterin, 15 Jahre lang Kreisbäuerin: Gerne habe sie?s gemacht und eine schöne Aufgabe sei?s gewesen, obwohl für die
Landwirtschaft durch Preisverfall und Bürokratisierung keine leichte Zeit, bekannte Maierhofer, die ja bei den nächsten BBV-Wahlen nicht mehr für das Amt der Kreisbäuerin kandidiert. "Man braucht viel Glück und Gottes Segen", sagte sie. Der Rückhalt in der Vorstandschaft und bei den Landfrauen habe sie auch stets gestärkt. Auf viele schöne gemeinsame Erlebnisse könne sie zurückblicken, aber auch das Leid habe sie gesehen. Allen Ortsbäuerinnen und Stellvertreterinnen dankte die Kreisbäuerin dafür, "dass ihr zu mir gehalten habt " und hatte für jede dazu eine Rose dabei.
Wilhelm Kolb